Ausgabe 
(14.7.1880) 4
 
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Ein einfach Denkmal zeigt in weiter Ferne,

Wo er sein Leben einst dem Fürsten bot:

Doch unauslöschlich strahlt gleich einem SterneDie That, die mahnt:Getreu bis in denTod!"

111 .

Sendling .

Fürwahr ein hehres Bild! Es wird stets dauern.So lange Bayerns Name wird genannt.

Doch sag', was thaten anders jene Bauern,Die bluteten für Fürst und Vaterland?

Es waren schlimme Zeiten angebrochen

Der Feind stand im besiegten, armen LandMit übermüth'gem Hohn und stolzem PochenSein Churfürst war geächtet und verbannt.

Sogar die Kinder wollte man noch holenDas war dem treuen Volk zu viel.

Da loderte wie Brand aus glüh'nden Kohlen,Sein Heller Zorn und trieb zum Kampfgewühl.

Die Mannen steigen von den Bergen nieder,Von Tölz, von Kochel , von der Jächenau.

Das Land, die Hauptstadt zu besreien wieder,So geht's gen München in die Jsarau.

lind dort, wo Hügelreihen Sendling kränzen,Dort kämpfen sie mit Grimm und Löwenmut!)Wo bald auf's Neu des Bildes Farben glänzen,Da fließt der treuen Alpensöhne Blut.

Doch war den Tapfern auch kein Sieg beschieden,Den Rittern ohne Furcht im Loden schlicht,Erkämpften sie auch nicht dein Land den Frieden:Vergebens war ihr Todesopfer nicht!

Denn als ein hohes Lied der VolkestreueFürs Vaterland und seinen Fürstenhort;

AIS Ruhmesthat der höchsten Todesweihe:

So lebt's unsterblich . durch die Zeitenfort!

IV.

Der Obelisk.

Laßt noch ein Bild mich reihen würd' ichschweigen

So würde traun für das, was ewig lebt.

Der Obelisk in München redend zeugen,

Der hoch die schlanke Säule aufwärts hebt.

Viel Bayern zogen einst in langen ZügenG'en Ziußland auf des Königes Geheiß.

Wo blieben sie? Ach, längst die Meisten liegenIm Todesschlaf erstarrt in Schnee und Eis.

Das vielgestalt'ge Elend, das sie litten,Entbehrung tausendfach und Noth und Pein,Und wie sie vor dem Feinde tapfer stritten.

All' dies grub längst ichon Klios Griffel ein.

Doch ob sie auch am fremden SisgeswagenZu zieh'n von dem Geschicke eingespannt,Verurtheilt fremde Schlachten nur zu schlagen:So starben doch auch sie sür's Vaterland.

Sie hielten muthig aus auf blutgetränktem Plane,In blut'gen Schlachten, aller Noth.

Getreu dem Könige, getreu der Fahne,

Getreu im Leben, treu bis in den Tod!

V.

Was ihr von fester Treue früherer ZeitenErzähltet, präget tief den Herzen ein.

Was auch der Zukunft Loose uns bereiten,

Sie soll uns stets ei» leuchtend Vorbild sein!

Als Pfalzgraf Otto jene Klause stürmte.

Des Hauses Wittelsbach erlauchter Ahn,

Und inederwarf, was sich entgsgenthürmtsDes großen Barbarossa Ruhmesbahn:

Belohnte er mit Bayerns HerzogthumeHaus Wittelsbach, des Ruhm schon längst erklang.Seitdem herrscht es zu Bayerns Heil und RuhmeSchon mehr als siebenhundert Jahre lang.

So war es Treue, die nach Gottes WaltenIhm Bayern brachte, Treue goldesgleich.Dieselbe Treue wird es ihm erhaltenDie Treue gegen Kaiser und das Reich.

Das walte Gott ! Du aber gib den Segen:Bon welchem jede gute Gabe kommt.

Gib unserm Fürstenhaus auf allen WegenWas immer seinem Heil am besten frommt.

Erhalts zwischen Fürst und Volk hiniedenDer Eintracht und der Liebe schönes Band.Schenk Wohlfahrt und den ungetrübten FriedenDem heißgeliebten, theuren Vaterland.

Auf daß wie jetzt von treuen LnndessöbnenStach hundert Jahren wieder taufendsachDie Festssjubelrufe laut ertönen:

Mit Bayern hoch für immer Wittels--bach!"

Der Aerr Baron.

Novelle von Ludwig Habicht .

(Fortsetzung.)

II.

In den höheren Gesellschaftskreisen von Florenz machte die rasche Heirath derFürstin Gravelli mit dem Baron Bloomhaus nicht geringes Aufsehen. Obwohl dieFürstin nicht mehr jung war, galt sie noch immer für eine schöne Frau. Ihre volle,üppige Gestalt hätte das Entzücken jedes niederländischen Malers abgegeben, wenn auchihr Antlitz bereits verrieth, daß sie die für eine Frau und besonders für eine Italieneringefährliche Mittagslinie der Dreißig überschritten. .

Die Fürstin war über Mittelgröße, ihre volle Formen ragten schon ein wenig über