(Der gewonnene Barbier-Kundech Zu einem Bankier in Berlin kam kürz-lich ein ihm fremder Barbier. „Was wollen Sie hier?" wurde er barsch angeredet.—>„Ihnen barbieren!" — „Ich brauche Sie nicht, ich habe schon einen Barbier." — „Nee!"antwortete der Bartkünstler, „ick bin jetzt Ihr Barbier; Sie müssen sich jetzt von mirbarbieren lassen, denn ick und Ihr eigentlicher Barbier, wir spielten jestern Schaafskoppund er verlor all sein Jeld an mir, und wie er keen Jeld mehr hatte, da spielten wirum unsere Kunden Schaafskopp und da hab' ick Ihnen jewonnen."
Ein Zuckerbäcker nahe an einem Universitätsgebäude war ein außerordentlich freund-licher und gefälliger Mann. Ein Student hatte einmal eine Tasse Kaffee bei ihm ge-trunken und sagte, als er dieselbe bezahlen wollte: „Können Sie mir wohl auf einenLouisd'or herausgeben?" — „O ja, o ja," sagte der Conditor, und zählte 5 Thaler und15 gute Groschen hin. Der Musensohn strich das Geld ein mit den Worten: „DenLouisd'or will ich Ihnen morgen mitbringen." — „Schön, schön," sagte der freundlicheKaffetier.
Ein Vauerknabe war bei seinem Pathen zur Kirmis gewesen. Bei seiner Heimkehrentspann sich folgendes Gespräch zwischen Vater und Sohn: „Nun, Fritze, da bist Duja! wie ivar'sch?" — „Nu, scheene." — „Was hobst Ihr denn gegessen ?" — „Schweine-braten." — „Nu, das war ja was für Dich, da hast Du gewiß recht zugelangt?" —„Ne!" — „Warum denn nicht? 's ist ja sonst Dein Leibessen!" — „Er war su fett!Mer kunt'n gar nicht essen." — „Nu, was habt ihr'n da gemacht?" — „Mer aß'n doch."
Ein feindlicher Soldat, einquartiert in das Haus eines reichen Bauern, legte seinenDegen auf den Tisch mit den dominirenden Worten: „Jetzt gelt' ich hier!" — DerBauer entfernte sich stillschweigend und kam bald mit der Mistgabel zurück, welche erneben den Degen legte. „Nun" fuhr ihn verblüfft der Soldat an, „was soll das be-deuten?" — „Ich meine," sagte der Bauer, „zum großen Messer gehört auch einegroße Gabel."
(Subject ives Verfahren.) In Mandalay , der Hauptstadt des KönigreichesBirma , erscheint eine lithographische Zeitung, welche dreimal wöchentlich zur Ausgabegelangt. Jüngst brachte dieses Blatt eine Haftnotiz, welche die Ausweisung des PrinzenPyogamoy durch den König Thibo behandelte. Der König, über die Indiskretion desBlattes ergrimmt, ließ die beiden Redacteure des Blattes vor sich bescheiden und verur-theilte sie kurzerhand zu je 90 Hieben mit dem Bambusrohr.
Dem Mauschel will der Bärenwirth an Schimmel anhängen, der a wenig blindist. Der Mauschel will aber den Gaul erst sehen. — „Geh' nur hinter in Stall, dasteht er." — Der Stall ist finster, da sieht ers nicht, wie blind er ist, denkt der Bürcn-wirth. „Nu, Mauschel, hast de Schimmel g'sehen?" — „Jo, ich hob'n g'sehen, aber erhat mich nit g'seh'n."
In der Neumannsgasse in Berlin wurden in einem kleinen Hause „feine Fleisch-waaren" von den „Geschwistern Leopold" verkauft. Dieselben hielten jedoch, wenn keinKäufer da war, ihr Häuschen geschlossen. Auf dem Klingel-Schilde las man: „WerWurst, Pöckelfleisch und Rinderzunge u. s. w. haben will, beliebe von Morgens 8 bisAbends 9 Uhr zu klingeln. Geschwister Leopold."
Einem Candidaten der Nechtskunde gab einst ein Gerichtsrath die Acten einer sehrschwierigen Prozeßsache, mit der Aufforderung, seine Ansicht darüber abzugeben. DerCandidat durchlas die Verhandlungen und übergab sie dem Gerichtsrath mit folgenderdarunter verzeichneten Ansicht: „Es soll mich wundern, was aus dieser Sache werdenwird!"
Auflösung des Spaßrebus: „Nichte."