Ausgabe 
(28.7.1880) 8
 
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M i s e - l l e n.

(Ein Roman in sechs Ziffern.) Ich genoß, so erzählte ein bekannter geistreicher Mann in derZüricher Post", eben im Berner Oberlande die herrlichen 123456Ah," sagten die Dorfschönen,dem ist es gewiß um's 132456, sonst wäre er nicht von1236 hierher gekommen." Bald fing in einem der hübschen Mädchenköpfe ein lieblicherGedanke an zu 324156. .Bin ich nicht 124653 als manche Andere?" sagte sie zumir,13245 mich!" Ich stand wie auf 24536, denn ihr 54123 war mir sehr peinlich.Wenn ihre Worte auch ziemlich 1324 sein mochten, so war ihr Herz doch gewiß 3246.Wie gerne hätte ich ihre Rede mit einem goldenen 3241 erwidert, aber meine Pflichtgebot mir, schnell abzubrechen.642", antwortete ich schmerzlich,denn ich habe schon 2465."Wer kann diesen Roman lesen?

(Ländlich, sittlich.) Wenn eine japanesische Dame die Liebe eines Galans er-wiedert, so färbt sie die Zähne schwarz. Das höchste Liebeszeichen aber ist das Ausraufender Augenbraunen, das sich die Liebenden auf den Hoch^itstag verspüren. Bei einigentscherkessischen Stämmen ist es Sitte, die 11jährigen Mädchen in eine frische Hirfchhautzu nähen, die sie so lange auf dem Körper tragen müssen, bis der Bräutigam, den siefinden, die Haut mit seinem Dolche auftrennt. Dies Mittel wird angeblich benutzt, umdie Schönheit zu befördern.

(Mir nichts dir nichts!) In einer kleinen Stadt sollte zu Gunsten der Ge-meinde eine seit langen Jahren bestehende Sparkasse aufgehoben und unter die Contri-buenten vertheilt werden. Die Administratoren dieser Anstalt hatten indeß so gehaus-haltet, daß nach Abzug der Verwaltungskosten Nichts in der Kasse übrig blieb und Nullfür Null aufging. Ein Spottvogel ließ bald darauf in die Zeitungen einrücken:UnsereSparkasse, die seit dem Jahre 1831 ordentlich verwaltet wurde, ward gestern unter diesämmtlichen Interessenten mir nichts dir nichts vertheilt."

Ein irischer Bauer kam zu seinem Pfarrer und theilte ihm voller Angst mit, erhabe einen Geist gesehen.Wann und wo?" fragte der Geistliche.Vergangene Nacht,als ich bei unserer Kirche vorbeiging, bemerkte ich das Gespenst an der Mauer."Inwelcher Gestalt erschien es?"In der Gestalt eines großen Esels."Jh^scid ein furcht-samer Mann und seid vor Eurem eigenen Schatten erschrocken."

(Ein guter Kopf.) Maier:Herr Pfarrer, was soll ich doch aus meinemLoren; machen? Ich möchte ihn gerne studiren lassen." Pfarrer:Hat er aucheinen guten Kopf." Maier:O, einen recht guten Kopf, denn er ist schon drei Malunsere Stiege heruntergefallen auf den Kopf, und es hat ihm nichts gethan."

(Unterschied.)Herr Kollege," sagte ein witziger Doktor der Rechte (Advokat)zu einem Doktor der Medizin:Was glauben Sie, was für ein Unterschied zwischen mirund Ihnen ist?" O!" versetzte dieser,das ist einfach, die Doktoren der Medizinmachen kurze und die Doktoren der Rechte lange Prozesse."

(Der gekränkte Vater.)I, mein lieb's Bierl, was is denn dös, daß du michintern Tisch wirfst? Hab' i' dir was 'than? Kennst mi' denn nimmer? I' hab di'ja selber braut!"

Albert!"Gnädiger Herr?"Wecken Sie mich morgen früh um 4 Uhr,ich muß um 5 Uhr verreisen."Schön, gnädiger Herr; haben Sie nur die Güte,mir zu klingeln."

Ein Mensch, der in allen seinen Unternehmungen lehr unglücklich war, rief vollGrimm übe» sein Mißgeschick aus:Ich glaube, wenn ich ein Hutmacher geworden wäre,so hätte unser Herrgott die Menschen ohne Köpfe erschaffen!"

Bei einem Gastmahle begoß ein ungeschickter Bedienter einer Dame das ganzeprachtvolle Kleid mit der eben hereingebrachten Suppe.Machen Sich Ew. Gnadennichts daraus, sagte tröstend der Diener, es ist ja noch genug Suppe in der Kuchel."

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLilerar,scheu Justitus von Dr. M. Huttlcr.