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zur
Nr. 10.
,Angslmrger Pojheitimg.
Mittwoch, 4. August
1880.
Zu MILeMrrch's siebenhundertstem Ehrentage.
Aer Merchslag zu Hiegensburg 1180.
1. „Der Kaiser kommt" —so läuftes durch
die Menge,
Die dichtqeschaart die junge Brücke fülltUnd nahe Straßen, Gassen, weit und enge,— Ganz Regsnsburg ist im Gedränge —Die Majestät zu grüßen treu gewillt.
L. Und was die reiche Donaustadt an ZierdenGesammelt hat in Ehren allerwärts:Sollt'heutzumWillkoinm sie mitLustbebürdenUnd Leib und Haus mit Schmuck umgürten.Die seltene Feier und das Herz begehrt's.
2. Er naht — es weichen ehrfurchtsvoll die
Schaaren,
Man öffnet Bahn dem kaiserlichen Herrn.Der Zug in Sicht — da fchmettert's vonFanfaren,
Willsomm von Tausenden, die harrenDes Staufen — brausend schallt das Echoaus der Fern.
4. Der Kaiser grüßt die Stadt mit heit'rer
Stirne,
Umgeben von dem Glanz der Majestät,Und ob auch leuchten mächtige GestirneUnd blendender als alle Firne,
Der Kaiser—wiedie Sonn' am Himmelsteht.
5. Doch wie, das Aug'für hellsrnStrahlzu üben.
Man gerne auch ein ander Licht beschaut:So richtet wohl die Menge hüben drüben— Man mahnt sich selbst und seine Lieben —Den Blick aufdasGefolg und preist es laut.
6. Aus Deutschland und selbst von Italiens
Gauen
Umschließen sie den Kaiser zu dem Tag,Und Mark- und Land-und Gaugraf läßt sichschauen,
Der Kirchenfürst in Roth , im Blauen,Das Neichspanier mit seinem Wittelsbach,
7. „Was wird das Reich uns diesesmak be-
schließen?
Hast du den Löwen wohl im Zug geseh'n?Ich mochte scharfen Augs sie alle grüßenMit Kreuz und Scepter, Schwert undSpießen:
Ich sterbe, wenn ich Einen Mann nur über-sehen.
8. Gewiß — es wird der Dinge große geben.
Die uns der Reichstag diesmal sehen läßt.Ich gebe fast dafür mein heilig' Leben,
Der Himmel mag es nur vergeben! —Wenn nicht den Löwen alles Glück verläßt."
9. So flüstert's allerorts mit raschem Munde,
Indeß sich langsam fort der Zug bewegt.An Reich und Kaiser sieht man sich fast wunde.Da ruft mit Macht der Herold Kunde,Daß Kaiser Friedrich hier sein Lager schlägt.
10 . So zieht Er ein, geliebt von seinen Treuen ,
Geleitet in die Pfalz mit seinem Rath.Er ist allein. „Den Löwen mag's gereuen,"Der Kaiser spricht, „ich muß erneuenDie Acht." Dem Herrscher keine Ruhe naht.
11. Und sinnend schreitet Er denn auf und nieder.
Wo wohnlich ihm die Pfalzdas Heim bestellt.Im Freien tönen noch gar munt're Lieder,Vom Bergkranz leuchten Feuer wieder,Bis Sorg und Lust der Schlaf gefangen hält.
12 . Den Morgen drauf der Reichstag ist geladen.
Mit seinem Herrn zu fördern bestes Wohl.Da sitzt Er ernst mit Rittern und Prälaten,Zu rathen für das Reich, zu thaten.
Der Wels macht denken, Bayern, Freisings Zoll.
18. Es kommt St. Peters-Tag; im Kaiserdome,Den einst Karol St. Petern hat geweiht,Sieht man den Rothbart beten wahr UNSfromme.
Daß guter Rath von oben komme,
Er weiß allein, was dieser Tag gebeut.