Ausgabe 
(4.8.1880) 10
 
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Miseellerr.

Eine merkwürbge Abonnements-Einladung wird demHannover 'schenCourier" aus Rinteln zugeschickt. Dieselbe lautet:Mit Anfang des nächsten Monatserscheint zu Rinteln eine neue technische Zeitung, herausgegeben von verschiedenen abge-gangenen Autoritäten. Die Abonnenten erhalten jedes Quartal eine Photographie voneinem berühmten Plastiker; zu Ostern eine gestreifte Frühjahrshose und zu Johannis einenneuen Hut. Auch werden den Abonnenten unentgeltlich alle sechs Wochen die Haare ver-schnitten und die Kuhpocken geimpft. Wer drei Jahre voraus bezahlt, bekommt im Sterbe-fall einen Sarg oder sechs silberne Löffel und eine künstliche Zahnbürste. Dieses Werkwird schon bei der bloßen Ankündigung so viel Aufsehen erregen und so stark begehrtwerden, daß die erste Auflage keine Zeit finden wird, die Pesse zu verlassen und deßhalbsogleich die zweite erscheinen wird. Annoncen aus den Fachkreisen werden in erster Zeitunentgeltlich in unsere Spalten aufgenommen.

Der Dichter August von Platen sagt in seinem Tagebuche: Leuten, die vonnichts als Pferden, Hunden und sinnlichen Vergnügungen reden, bin ich ein stummerGesellschafter. Ich begreife nicht, wie es so viele junge Menschen geben kann, die wederErnst in ihrem Charakter, noch Streben nach Vervollkommnung besitzen, die ihre Zeitunendlich leichtsinnig verschleudern, und deren ganzes Nachdenken darin besteht, wie sieden Nachmittag auf eine lustige Weise hinbringen sollen. Das Leben bietet doch so vielStoff zu ernsten Betrachtungen dar; Fleiß und Bemühung lassen ein so süßes Bewußt-sein in uns zurück, während Müssiggang und Sinnenfreuden die Seele nur mit einerschalen Leere und nagenden Vorwürfen erfüllen. In der Thätigkeit besteht das wahreGlück des Menschen. Täglich lerne ich mehr einsehen und empfinden, daß die Reinheitund Ruhe des Gemüths das höchste und einzig wahre Gut des menschlichen Lebens ist.

(Treffende Antwort.) Die Güterexpedition der bergisch-märkischen Eisenbahnschreibt einem Kaufmanns, der durch dieselbe ein Frachtstück versendet hat:Adressat H.A. S. in D. hat die Annahme desselben verweigert, weil schon längere Zeit gestorben."Der betreffende Kaufmann ist boshaft genug, der Güterexpedition zu entgegnen:DieBestellung ist nach Auftrag ausgeführt. Wir bitten um gefällige Mittheilung, aus welchemGrunde der Verstorbene verweigert hat."

Ale Ro

Und als die Nachtigall geendetIm Lindenbanm ihr schönstes Lied,

Da ist in heit'ger MorgenstundeDie rothe Rose aufgeblüht.

Und trunken von dem Morgengolde,

Das durch die grünen Ranken fällt,

Grüßt sie mit schauerndem ErrathenZum ersten Mal die GotteSwelt.

Und alle Zauber zu vollenden,

Ward ihr auf ros'ge Stirn geküßt,Das holde, reizende Geheimniß:

Daß sie nicht weiß, wie schön sie ist.

Da zittert in dem gold'nen AugeWohl eine Perle silberrein:

Es soll der Dank der schönen BlumeFür ihren Himmelsjchöpfer sein.

Ferdinand Stolle .

^Pas;-Reb«s.

Die Auflösung gibt den Namen einer italienischen Stadt.

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLitcrarischcn Instituts von Or. M. Huttlcr.