Ich lasse mich heute nicht wieder abweisen, ich will zum Baron, schrie der Menschmit einer Stimme, die vollends seine Angetrunkenheit verrieth.
Die Herrschaft ist heute Nacht abgereist, war die verdrießliche Antwort des Portiersund das Fenster flog wieder zu.
Oho, lieber Mann! Das geht nicht so schnell. Ich will wissen, wohin der Barongesegelt ist?
Geht Sie gar nichts an! brummte der Portier, ohne das Fenster zu öffnen.
- Oho! geht mich sehr viel an. Ich muß es wissen. Der Baron ist mir eine großeSumme Geld schuldig geblieben.
Ihnen? fragte der hochmüthige Concierge und blickte verächtlich von seinem niedernStandpunkt zu dem Menschen hinaus, der ein schlichter Arbeiter zu sein schien.
Ja mir, bestätigte der Trunkene mit schwerer Zunge. Der Baron ist mir vielGeld schuldig und es ist nicht hübsch von ihm, daß er mir durchbrennen gewollt. Aberich werde es schon herausbekommen, wohin er entwischt ist.
Reden Sie nicht solch' dummes Zeug. Der Herr Baron ist mit seiner Gemahlinnach Deutschland abgereist und wenn er Ihnen wirklich ein paar Pfennige schuldig ge-blieben, ist es nur durch ein Versehen seiner Leute geschehen.
Ja, ein paar Pfennige! Viele Tausende habe ich von ihm zu bekommen und ichbrauche das Geld und es ist eine Schändlichkeit, daß er heimlich ausgekratzt, ohne mirein Wort davon zu sagen.
Nun machen Sie aber, daß Sie fortkommen, Sie betrunkener Lump! schrie jetztder Pförtner ganz erbittert und erhob zu dem Manne da oben drohend die Faust.
Brauch' ich nicht. Ich will wissen, wohin der Baron gegangen ist.
Ich sagte Ihnen schon, nach Deutschland , aber nun machen Sie, daß Sie fort-kommen, und eine gebieterische Handbewegung begleitete diese Aufforderung, denn dieGeduld des Unterirdischen war erschöpft.
Fällt mir nicht ein! Nach Deutschland . Das soll ein sehr weitläufiges Land sein.Ich will endlich erfahren, wohin mein Schuldner gereist ist?
Und wenn Sie sich nicht auf der Stelle fortpacken bleibt mir nichts anderes übrig,als Sie wegzufegen, sagte der Pförtner riß das Fenster auf und schwenkte dabei denlangen Holzstiel seines Besens, zum Zeichen, daß er bereit sei, die Feindseligkeitenenergisch zu eröffnen.
Der Trunkene lachte höhnisch auf, aber da er sich nur auf bloße Schimpfwörterbeschränkte, zog er dem Pförtner gegenüber bald den Kürzeren, und er mußte den Rück-weg antreten, was freilich mit großen Schwankungen geschah.
(Fortsetzung folgt.)
Der römische Landpfleger und sein Haus.
Von W. Wy l.
(Schluß.)
Folgen Sie mir in das bescheidene Heim des guten Rendl. Ganz ohne künst-lerischen Schmuck ist es nicht. Von der sauber geweißten Front blinkt ein ganz kleiner,hübscher Fresco Zwinck's herab, ein Christus am Kreuz, daneben die Heiligen Sebastianund Rochus. Das einstöckige Häuschen hat zwei Fenster Front, winzige Fensterchen,die stillvergnügt in das Küchengärtchen vor der niedrigen Hausthür Herabblicken. Wirtreten in ein niedriges Stäbchen, dessen Anblick einen Engländer durch den Mangeljeder Spur von ßoock oorukort entsetzen muß, während ein malerisch gebildetes Augeder dunklen Holzdccke, dem altersbraunen Gerumpel, der kärglichen Einrichtung und demschönen grünen Kachelofen mit seiner traulichen Bank bald seinen eigenthümlichen Reizabgewinnt. Machen Sie die Lade jenes alten Tisches auf: Sie finden da duftendesSchwarzbrot und einige herzige, armselige Gabeln, Messer und Löffel. Ich für meinem