Ausgabe 
(3.11.1880) 36
 
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mit der Zelt der Schutz für meine inländischen Berichte zu finden. Nach jahrelangerUnbill endlich Bill! Wippchcn bildet sich sodann ein, erhielte auf dem Congreß eineRede, und zwar als Erfinder einer Gattung von neuen Zündchölzchen, zu deren An-zündung man nichts weiter bedarf, als einer brennenden Kerze. Mit Entrüstung sprichtsich der Schutzzöllner Wippchen gegen die Möglichkeit aus, daß ihm jeder beliebige Jvnkü-pinger, der der weder utan avatvöl noch ooli lWt'or an die Hölzer thue, Concurrenzmachen könne.Ja, ja, meine Herren" so würde ich fortfahrenich kann in demFreihandel nicht den alleinseligmachenden Schatz erblicken, und gehe sogar so weit, daßwir, wenn in Deutschland Eskimos hervorgebracht würden, Herrn Bodinus zwingen, fallser deren aus der Nordpolakei einführen will, sie entweder an der Grenze zu versteuern

oder sie ihre Behringsstraße ziehen zu lassen. Nennen sie mich meinetwegen Eskimosle,

meine Herren, ich kann mir nicht helfen ich will lieber mit dem Reichskanzler irren(es irrt ja der Mensch, so lang er strebt), als ein Dorn (Trieft) in seinem Auge sein.Es gilt, die Fahne hochzuhalten, so hoch, daß die Kurtaxe ci'eutrepöt nicht zu ihr hinauf

kamt. Nun, meine Herren, reißen Sie mich in einactige Stücke und lassen Sie sie in

Ihrem Lichte darstellen, lassen Sie mich auf einer frei eingeführten Kuhhaut zum Richt-platte schleifen und mich dort mit unversteuerten glühenden Zangen zwicken, ich bin undbleibe ein Schutzmann der Zölle.

M i s e e l l e rr.

(Napoleon I. als Jäger.) So gut auch der erste Napoleon mit den Feuer-waffen in den Händen Anderer umzugehen verstand er selbst war der schlechtesteSchütze von der Welt. Dennoch ging er häufig auf die Jagd, nicht weil er selbst Ver-gnügen daran fand, sondern weil er sie als eine Zerstreuung betrachtete, die gleichzeitigseiner Gesundheit zuträglich war. Er galoppirte darauf los, während seine Jäger dasThier verfolgten. Eines Tages stellte der Hirsch die Hunde; nur wenige Jäger warenin der 'Nähe weder der Kaiser, noch seine nächste Umgebung hatten der Jagd zufolgen vermocht. Schon waren mehrere Hunde durch den Hirsch kampfunfähig gemachtund die Jäger befanden sich in der größten Verlegenheit. Denn, tödteten sie das Wild,so war der Kaiser damit vielleicht nicht zufrieden; ließen sie noch mehr Hunde verenden,so setzten sie sich dem Zorne und der Strafe des Sberjägermeisters aus.Wo magder Kaiser sein?" fragte einer der Jäger.Er ist fort," sagte ein Anderer,ich sahihn in der Richtung nach Fontainebleau galoppiren." Nun entschloß sich der älteste derWeidmänner den Hirsch abzufangen; kaum aber war dies geschehen, als man am Endeeiner Allee eine Reitergruppe erblickte.Wir sind verloren! Da kommt der Kaiser mitseinem Gefolge!"Bah!" rief der Alte.Er versteht nichts davon, und wenn erauch. von manchen anderen Dingen mehr weiß, als ich, so will ich ihm hier doch etwasweißmachcn!" Mit diesen Worten hieß er Hand anlegen, und mittelst Stützen von Baum-zweigen brachte man den todten Hirsch, halb versteckt vom Gebüsch, wieder auf die Beine.Bellend umgaben die Hunde den Verendeten, und Napoleon erschien auf dem Platze.Er sprang vom Pferde, ergriff eine Büchse und schoß den besten Hund von der Meutetodt.Sirc, der Hirsch ist todt!" meldete der Alte.Das hatten Sie nicht nöthig,mir erst zu sagen!" erwiderte der Kaiser sehr zufrieden, bestieg sein Pferd und ritt nachFontainebleau zurück.

Der Doktor W. hatte eine sehr böse Frau. Als man ihn deßwegen beklagte, sagteein Witzbold:Es ist seine eig'ne Schuld, als Doktor und Botaniker hätte er ja auchein so giftiges Kraut früher kennen müssen."

Auslösung des Buchstabenrebus in Nr. 34:Jnterdict."

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg. Druck und Berlag desLiterarischen Instituts von Dr. M. Huttler.