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Jagdobjekt auf der Fährte einzuholen und den Reitern der Meute in nächster Nähe zufolgen, so bekommen sie schließlich das Wild zu Gesicht, es beginnt die Jagd <?n vus,die sehr bald mit dem Halali ihren Abschluß findet.
Für alle im Laufe der Begebenheiten vorkommenden Zwischenfälle hat das altefranzösische Jagdzeremoniel seine bestimmten Hornfanfaren, mie „gute Jagd", „Hunderuf",„Herrenruf", „gn vu<;", „Halali" u. s. w., welche sich bis auf den heutigen Tag er-halten haben und bei vielen Meuten, unter anderen bei der königlichen Jagdequipage inBerlin , in voller Anwendung stehen. Dort wird auch der Hubertustag mit einer be-sonderen Feierlichkeit begangen. Zum Rendezvous im Schlosse Grunewald erscheinen andiesem Tage alljährlich gegen 200 Reiter in Roth , der greise Monarch mit allen Prinzennehmen an der Jagd theil, und diejenigen Prinzessinnen, welche nicht Reiterinnen find,folgen der Jagd, so gut es eben geht, zu Wagen. Tausende von Menschen sehen sichden Jagdzug vom Schloß bis zum Sauparl und das Anlegen auf einen zu diesem Tagebesonders ausgesuchten starken Keiler an, denn dort werden wilde Schweine gejagt. Nachder Jagd findet im Schloß Grunewald ein Diner für die Jagdgesellschaft statt, an demauch die Damen des Hofes theilnehmen, und demjenigen^ welcher zuerst beim Halali er-schien und den Keiler aushob, damit er vom Kaiser den Fang erhalte, wird die Ehrezu Theil, aus eine n ganz besonders für den Hubertustag bestimmten Pokal in Formeines wilden Schweines einen Toast auf den kaiserlichen Jagdherrn ausbringen zu dürf §
In England und in Frankreich beginnen die eigentlichen Parforcejagden erst mitdem 3. November, und werden dann den ganzen Winter hindurch mit geringen vomWetter gebotenen Unterbrechungen bis zum Ostermontag fortgesetzt. In Frankreich fandfrüher sogar eine kirchliche Einsegnung der Meuten statt und in Chantilly, im Jagd-etablissement des Herzogs von Aumale, ist dieser alte Brauch bis auf den heutigen Tagbeibehalten. Der ganze Ort ist in festlicher Bewegung. Die Bewohner der alten Stadtder Montmorency und der Condö hängen noch an den Sitten und Gebräuchen ihrerVorfahren, welche selbst die ultra-demokratische Republik nicht zu vernichten im Standswar. —
Am Morgen des Hubertustages strömt Alles nach der Schloßkapelle, wo die Ein-segnung der Meute, vertreten durch den ältesten Hund, geführt von einem Jagdbedienstetenin Gala, stattfindet. Sobald der mit der Kokarde des Hauses Orleans geschmückte alteHund aus der Kapelle zu der in der Vorhalle harrenden Meute zurückgeführtwird, stimmen sechs Piqueurs auf ihren Jagdhörnern die Fanfare des Hauses Bourbonan. Die Zeremonie ruft in der anwesenden Menge einen Enthusiasmus hervor, der analte, gute Zeiten erinnnert.
Während des ganzen Tages ist der Wald von Chantilly von Neugierigen besucht,in der Hoffnung, die zu Ehren des Schutzpatrons abgehaltene Jagd an sich vorüberkommen zu sehen. (W> A. Z.)
Miseelleu.
(Aus der Judenschule.) Rabiner, der seinen Schülern die Geschichte Joseph'serklärt hatte: „Na, war das denn eine Sünde, daß die Brüder den Joseph verkauften?Wer waiß? Du Levil" — Levi: „Na, weil sie ihn zu billig verkauft hatten."
(Trumpf.) Passagier: „Sie, Schaffner, wann geht eigentlich dieser Bummelzugab?" — Schaffner: „Nun, wenn die Bummle alle beisammen sind!"
Zum Feste des sel. Albertus des Grasten,
gefeiert in Launigen, 1S. November 1880.
Des großen Albert Ruhm und EhrenSo weit es möglich ist zu mehrenHat sich die halbe Welt verbundenUnd neue Kränze ihm gebunden.
Hier Launigen am Donaustrom