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Die Bischossstadt am LechgestadDie Albert oft betreten hat —
Sie bieten weihevollen GrußDes großen Alberts Genius.
Es schließt der Norden mit dein SüdmIn Alberts Name» seinen Frieden.
Es nennt der Ungar und FranzosDen sroinmen Bruder Albert groß;Und wenn sonst selten Nationen,
Noch seltener KonfessionenIn Einem Stücke sich begegnen,
Dasselbe Grab mit Andacht segnen —,Hier ist es anders — Allen AllenHat dieser große Mann gesallen.
Jedwedes Fach der WissenschaftPreist Alberts hohe Geisteskraft.
Bor Allem wars die Gotteskunde,Wo mit dem Glauben treu im BundeDes großen Alberts WillensstärkeErschuf unsterblich hohe Werke.
Als Meister der PhilosophieLöst Albert Fragen, wie sie nieVor ihm ein Anderer verstand —
Man suche auf und ab im Land.
Im weiten Reiche der NaturGab's sür ihn keine srcnidc SpurDie Thiere, Pflanzen, das GestellSchließt sein System getreulich emUnd auch des Menjchen-Lcibs GestaltenUnd seines Geist's geheimes Walten,Architektur und Physik«
Mechanik, Technik, Musika,
Und was man nennet MedicinErforscht sein rastlos hoher Sinn:
Die irdische und Geister-WeltHat Gottes Gnad' ihm klar gestellt.
War Albert selbst auch kein Po StWie mau sonst dieses Wort versteht,Verdanket dennoch ihm die DichtungManch hohes Thema, manche Richtung.Ein üppig reicher SagenkreisUmschloß in sinnig edler WeisDen seltenen, den großen Mann,
Und reiht an seinen Namen anManch sroh Ereigniß, manches Glück,Manch unerklärtes Meisterstück. —
Seht, mitten in des Winters TosenErblühen auf sein Wort die Rosen;
Und während Eis und Schnee entflieht -Der Vogel singt, die Taube glüht!Entfernter Zeiten leisem RaulchenWeiß er Verständniß abzutauschen.
Er bildete mit MeisterwitzIn seinem stillen KlostersitzEin kunstvoll menschliches Gebilde,
Deß Ideal sein Herz erfüllte.
's rvar eine herrliche FigurVon edler, reizender Struktur;
Und diese Kunstgestalt — sie sprachDem Meister manches Wörtchen nach:
Ihr „Salve" so geheimnißvollFand staunender Bcwund'rung Zoll.
Und wer rühmt nicht die FoliantenDie Alberts Geist und Hand entstammten?Für seine Zeit — erhabne EhreFür alle Zeiten reich an Lehre!
Mit etwas seltsamen LateinJedoch bedeutsam, wahr und seinHieß es von diesem großen MannDer Alles, was man wissen kannGewußt — „gui ecivit omoo ocibiloLt guivit, guocl possibilo."
Und dieser Mann — er war dabeiSo sern von aller HeucheleiSo frei von Stolz und EitelkeitSo groß an wahrer Frömmigkeit,
Daß wer ihn kannte, chn geehrt,
Daß öfters ihn zu sehen begehrt,
Wer einmal ihm in's Auge sah:
Wie dreimal glücklich war der da!
Gregorius und ÄugustinSehn wir vereint in seinem Sinn,
Und staunen Alle freudig anWas er geschrieben und gethan.
Nun in der sel'gen Geister Schaar,
So reich gekrönt sür immerdarSchau, großer Meister, du herab,
Verschmähe nicht die Weihegab,
Die hier wo deine Wiege stand,
Dir dankbar bieten Stadt und LandErhabener, der Sonne gleichBefördere der Wahrheit ReichLaß ächte Weisheit bei uns blühenUnd segne jeglich fromm Bemühen!
Es sei und bleibe uns dein BildEin unbezwingbar sestcr Schild,
Der uns beschützt vor Irrthums Nacht,
Dein Geisles-Auge halte Wacht
Daß, wie wir treulich auf dich sehen
Mit dir mir vorwärts — auswärts gehen!
Und Licht und Wahrheit bringen FriedenDer Gaben herrlichste hienieden,
Verbinden die zerstreuten Glieder,
Vereinen die getrennten Bruder,
Und Licht und Wahrheit, Lieb und RechtErhöh'» der Sterblichen Geschlecht:
Und dieses Glück — es komme bald,
Ihm unser Gruß entgegen schallt.
b>. U—nv!