Ausgabe 
(27.11.1880) 43
 
Einzelbild herunterladen

(Das saubere fürstliche Ehepaar.) Ein Fürst hatte sich auf der Jagdverirrt und wurde von einem Bauer, der ihn für einen gemeinen Reiter hielt, wiederauf den rechten Weg geführt. Der Fürst frug den Bauern, was er denn von seinemLandesfürsten hielte.Unser Fürst," versetzte der Bauer,wäre schon recht, aber seineFrau, die Hexe ist nicht werth, daß sie der Teufel holt." Der Fürst lachte und als ernach Hause kam, erzählte er es seiner Fürstin. Diese wollte durchaus Satisfaktion haben. Der Bauer wurde also nach Hofs geholt, und in Gegenwart der Fürstin gefragt, ober noch wisse, was er unlängst von der Fürstin zu einem Reiter gesagt hätte. Der Bauerversetzte:Was wußte ich, daß der Hallunke, welchem ich es gesagt, mich' verrathenwürde." Die Fürstin fing herzlich an zu lachen und sagte:Ich für meinen Theil binherzlich zufrieden, der Bauer soll Gnade haben, der Fürst kann seinen Hallunken ein-stecken."

(Aus einer alten Predigt.) Ein Dresdener Blatt veröffentlicht folgendesBruchstück aus einer Predigt, im vorigen Jahrhunderte nach der Festwoche in Chemnitz gehalten vom alten Superintendenten Jüngling:Da sitzen sie und schwitzen sie, Daschmausen sie und trinken sie, Da tanzen sie und springen sie, Da lärmen und da schwärmensie, die ganzen Nächte schlemmen sie, Dann liegen sie und schlafen sie, Den andern Morgenschreien sie:Frau, koche mir was Saueres!" Aber wart't nur, wart't, der Tl derwirds Euch noch sauer genug machen."

Ein Candidat der Medizin wurde in einem Examen von einem überaus strengenExaminator gefragt:Welches sind die schweißtreibenden Mittel?" Der Candidat zähltedie ihm bekannten nacheinander her.Aber wenn diese alle nichts helfen," fragte derExaminator weiter,was werden Sie dann anwenden?"Ich werde den Patientenzu Ihnen in's Examen schicken," erwiderte der Gefragte.

Die Frau eines Wachtmeisters, von Geburt eine Adelige, wurde von Jemand stetsFrau Wachtmeister" genannt. Mit der Zeit war ihr dies Prädikat lästig, weßhalb sie,als der N. N. eines Tages wieder mit den» Gruße: Guten Morgen, Frau Wachtmeister!»,zu ihr in's Zimmer trat, sagte:Ach, mache Er doch keine Umstände, und nenn' Ermich nur schlechtweg: Gnädige Frau!"

Ein junger Kandidat der Theologie sollte im Beisein ältererer Vorgesetzten als zuseinem Examen gehörig eine Katechisation mit der Jugend vornehmen. Die Anwesenheitder Herren macht ihn, da er sehr ängstlich ist, so verwirrt, daß er gar nicht weiß, waser anfangen soll, und nach langer Pause endlich herausplatzt:Kannst Du mir sagen,lieber Sohn, wer krähte, als Petrus unsern Heiland verleugnete?"

Aber i bitt Jhne!" sagte ein Präger Musensohn zu dem ihm zusetzenden Wirthegeb'n se halt Ruh', hab' i Sachen g'nug,"Na sakramenska! wu denn?" riefdieser,e is hier nix und do nix und do nix!"Seinse akkurat jetzt nur versetzt,"erwiderte der Erste.

Apotheker zum Bauer: ... Da kann ich Euch nichts besseres empfehlen» alsden Doctor Müller'schen Gesundheitsthee der ist gut und hilft euch ganz gewiß!"Bauer:So, is der von Dr. Müller dann her damit. Der Doetor Müller sauftnix Schlechtsl'j

BuchstabenrebtrB.

81 >» ^ 1 .

Für stje Redaction verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlo r desLiterarischen Instituts von vr. Max Hultler.