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Boudoir-Causeuse liegenden Telephon und rief aus: „Ich verfüge über Sie, wir fahrenaus, ich zeige Ihnen die Stadt, Sie diniren bei uns mit einigen Leuten, die Ihnennützen können; heute Nachmittag segeln wir mit einer Dampfyacht auf dem Niagara,morgen fahren Sie in die Oelregion, übermorgen und später sind wir auf unserer Villa.Jetzt rufe ich meinen Mann auf seinem Bureau, melde Sie an, bespreche unsere Pläne,dann bestelle ich meine Equipage, die ich seit dem Telephon aus dem Hause entfernthabe, lade Ihnen die Leute zum Diner, bespreche das Nöthige mit Maschinisten undStewart wegen Fahrt und Souper auf der Jacht; dann soll Ihnen mein Mann den
Zug auf der Oelregionbahn bestellen und endlich habe ich eine Menge mit unsern Wirth-
schaftsleuten auf der Villa zu behandeln!" — „Und wann soll das alles besorgt sein?"fragte ich. „Oh! sehen Sie sich die Albums dort an, gehen Sie einen Gang durchden Garten; ich habe es nicht gern, wenn man mir zuschaut, wenn ich telephonire. Essieht so häßlich aus! Dann soll alles besorgt sein," sagte die liebenswürdige Fraulächelnd. Ich blieb aber doch und sah und hörte staunend, wie sie sich erst mit dem
Gemahl verständigte. Dann wurden die Adressen im Ccntral-Bureau umgeschaltet, drei,
vier Familien zum Diner geladen, zusammen mindestens 28 englische Meilen weit wohnend,zwei davon antworteten umgehend. Dann wurde die Equipage gerufen und längereZeit mit der Bemannung des kleinen, fünf Meilen entfernt im Erie-See liegenden Dampf-schiffs verhandelt und das Menü des Soupers auf demselben im Detail festgestellt. Dannkam die Villa daran, wo die Verwalterin erst wieder telephonisch von der Meierei geholtwerden mußte, — und endlich ließ sich der Gemahl wieder vernehmen, daß auf der Oel-region-Bahn alles besorgt sei. — Nach 20 bis 25 Minuten setzte die liebenswürdigeDame das Telephon aufathmend von den Lippen und sagte: „Das war ein Stück Arbeit!Jetzt mache ich Toillette und räume meiner Köchin das Feld am Telephon. Auf Wieder-sehen!" Sie schlüpfte hinaus und die Köchin, eine würdige Person, fast Matrone, trataus Telephon, das sie ebenso gewandt handhabte, wie ihre elegante Herrin. Und dahörte ich denn zu meinem Staunen die Braten, Fische, Gemüse, das Obst für das Dinerbei den großen Händlern in der Stadt bestellen — von der Köchin — telephonisch!Als guter Deutscher hatte ich, während Dame und Dienerin über einen Flächenraumvon einigen Quadratmeilen befahlen, verhandelten, anordneten — dagesessen und über-rechnet, welche Zeit an Billetschreiben, Botengängen, Droschkenfahrten rc. wohl die Arbeiterfordert haben würde, die hier Frauenhand und Mund in 40 Minuten that — undich kam dabei, alles gut gelingend gerechnet, auf mindestens 40 Arbeitsstunden unterso und so viele Leute vertheilt — abgesehen davon, daß die Leistung auch bei Gestaltungbeliebiger Lauf-, Rede-, Ausrichte- und verwirrender und mißverstehender Kräfte — über-haupt nicht zu beschaffen gewesen wäre. Ich dachte nebendem dabei schmerzlich bewegtan all die Mühen, den Verdruß, die Mißverständnisse, die daheim nur das Arrangementeines einzigen Diners für die armen Hausfrauen vor und nach sich hat — und hier!— Diener, Spazierfahrt, Dampfschisfsreise, Eisenbahnfahrt, Souper , Landaufenthalt —alles lächelnden Mundes aus dem Boudoir heraus in 40 Minuten arrangirt. — Unglaublich!Und mit solchen Völkern soll man konkurriren."
M i s e - l l e rr.
(Ein Riesenschwein.) Im amtlichen „Kreis-Anzeiger von Fritzlar , ä. ä. 8.Jan. dss. Js., finden wir folgende Notiz: „Fritzlar : Heute wurden hier in einemSchweine von dem beauftragten Fleischbeschauer Trichinen — und ein Kanonier von der6. Batterie auf dem sog. Viehmarktsplatze erhenkt gefunden."
A: „Alles würde ich aufbieten, um ein berühmter Mann zu werden, mir einenNamen zu machen, aber wie?! Wenn ich nur wüßte, wie man es anfängt, um wenigstensvon sich reden zumachen — —weiht Du kein Mittel?" B: „O ja — erschie ß' Dich .^
Für die Redaction verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . — Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von vr. M. Hutlter.