Ausgabe 
(11.12.1880) 47
 
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liche Tracht mit dem grünen Hütchen, und dem reich gestickten Schnürmieder wunderlichkleidete, und in die der alte Gschwendner völlig verliebt war. Dieß war das Vorspielzur nahen Hochzeit, welche also am nächsten Dienstag feierlich stattfinden sollte.

(Schluß folgt.)

Miscelleri.

(Warum ein Landexpeditor oft grandig ist.) Es ist ein wunder-schöner Tag, der Herr Expeditor möchte gerne spazieren gehen, aber in einer Stundegeht ein Zug ab und deshalb geht der Herr Expeditor in's Bureau. Kaum hat er dortPlatz genommen, öffnet sich die Thüre und ein Büuerlein steckt mit der naiven Frage:Sie entschuldigens, kriegt ma da a Bier und an Kas?" den Kopf ins Bureau hinein.

Nein, bei der nächsten Thüre, auf welcherRestauration" geschrieben steht!"Das Bäuerlein verschwindet, aber bald öffnet sich die Thüre von Neuem, eine Bäuerintritt ein, stellt ihr' Gepäck, darunter ein Sack mit einem quixenden Spanferkel, auf denBoden.Eischreib'n möcht' i' mi lass'n!"Da müssen Sie rechts um die Ecke undwarten, bis die Kassa aufgemacht wird." Das Weiberl entfernt sich und will ihr Gepäckzurücklassen.Nehmen Sie doch das Zeug da mit!" Dös steht guat da bis da Zuggeht."Hier ist kein Gepäckaufbewahrungslokal, vorwärts, nehmen Sie es nur mit."

Das Weib nimmt ihr Gepäck, geht um die Ecke herum, probirt's auf der anderenSeite an der Burcauthüre und findet sie offen und kommt wieder herein.So, Herr,jetzt ist's offen, jetzt möcht i aber a ei'g'schrieb'n wer'n."Sucra, kann denn das Volkgar nit warten, bis aufgemacht wird, machen Sie, daß Sie hinauskommen und warten'sam Schalter!" Ja, Herr aba"Naus, sag, ich, gleich wird aufgemacht." Währenddie Bäuerin geht, wird am Schalter ganz barbarisch geklopft.Gleich, gleich, Alleskommt mit, nur immer Einer nach dem Andern, es ist ja noch hinreichend Zeit."A. Retourbillett nach N. und z'ruck."Kostet 70 Pfg." Der Bauer legt ein neuesZehnpfenuigstück und ein Zwanzigpsennigstück hin und behält 40 Pfennig in der Hand.

Das sind ja nur 30 Pfg., da fehln noch 40 Pfg." Der Bauer legt das Fehlendehin mit der Bemerkung:Wissens, i hab' halt g'moant, Sie schaun den Niggl für aFünfziger! n!"A Billet nach N.," ruft eine Bäuerin.Macht 60 Pf."Abadös is viel, theans net 50 Pf. a, der andere Expeditor ist net so theua g'wen!"Wenn Sie nicht 60 Pfg. zahlen wollen, dann bleiben Sie da oder gehen zu Fuß!"Aba wenn i zwoa nimm, da ist's do billiger?"Entweder 60 Pf. zahlen oder dableiben!" Die Bäuerin zahlt, jetzt kommt ein Bauer, legt ein Markstück hin, sagt nichtsund schaut den Expeditor an. Der Expeditor scheint das zu kennen und sieht seinerseitsden Bauern gleichfalls schweigend an. Nachdem sie eine Zeit lang so gestanden, sagtendlich der Expeditor:No was soll's denn mit dem Markstück da?"10 Pf. krieagi no raus!"Ja! was! wohin wollt Ihr, riechen kann ich's nicht!"I kennt'smi' denn net, i bin ja von M. und heut' möcht i a wieder hi'fahr'n!" »Daß Ihrnicht weit her seid, das glaube ich, und auf den Saumarkt paßt ihr auch." Er gibt ihmdas Billet, der Bauer geht und sagt zu seinem Nachbar:Aba dös is a hoamlicherHerr!"G'langen's mir a a Zoacha nach N. außa!"Mir a an's nachi danach retour!"Nun kommt in der rechten einen Pack und in der linken einen Regenschirm, ein neuerFahrgast und spuckt das Geld, das er abgezählt im Munde hat, auf die Zahlplatte.A,Zoacha nach N!"Haben Sie nicht noch eine feinere Manier finden können, dasGeld herzugeben?"Wenn's Ihnen z'dreckat is, ziag'ns Handschuhe an!" Jetztkommt ein Fremder an die Reihe:Ich möchte ein Billet nach B., kostet?"5 M.60 Pf."Können Sie mir ein Hotel empfehlen?"Jawohl, die drei Raben!"

Wie steht es da mit der äadis cl' Iioio?" Trocken 1 Mk. 50 Pf., mit Wein 2 Mk.30 Pf."Und"Zimmermädel und Hausknecht 80 Pf. es ist Zeit, derZug geht in 5 Minuten!" Schließt den Schalter. Der Fremde aber brummt:Wasdoch diese Beamten grob und unhöflich sind, ich werde mich in's Beschwerdebuch eintragen!"