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Zwei junge witzige Kameraden unterhielten sich vor einiger Zeit in dem Hauseeines Gastwirths in Frankfurt a. M. sehr lebhaft. Darauf bot der Eine dein Andernlaut eine Wette von 6 Flaschen alten Weins an. Der Andere nahm sie an, und derWirth war augenblicklich mit der Frage bei der Hand, ob er den Wein vorläufig brin-gen sollte? Man bemerkte ihm, daß Dieß wohl geschehen könne, jedoch würde dieWette nicht eher bezahlt werden, als bis sie entschieden wäre. Er war damit wohl zu-frieden, und der Wein wurde vergnügt genossen. Schmunzelnd wünschte unterdessender Wirth zu wissen, welches der Gegenstand der Wette sein möchte? „Ich behaupte,sing der Eine an, „der Thurm der Katharinenkirche werde, wenn er umfallen sollte,nach der rechten Seite hinfallen, mein Freund aber behauptet das Gegentheil." DerWirth sah leicht, daß er erwischt war.
„Wer hat die Welt erschaffen?" fragte mit dem ihm eigenen rauhen Tone einPrediger seinen Sohn, als dieser zum erstenmal dem Katechismus beiwohnte. Gewohnt,bei den inquisitorischen Fragen seines Vaters:' „Wer hat dds Glas zerbrochen? Werhat das Buch liegen lassen? rc. erst zu leugnen, dann einzugestehcn und um Vergebungzu bitten, antwortete das erschrockene Kind: „Ich nicht lieber Papa!" — „DummeAntwort! Ich frage Dich noch einmal: Wer hat die Welt erschaffen?" Mit thränendenAugen und stotternder Stimme fing das Kind wieder an: „I—i—ich, lieber Papa;aber ich will es mein Lebtng nicht mehr thun."
Als im Jahre 1830 die Besatzung der Bundessestung Mainz verstärkt wurde undzu diesem Zwecke einige frische Bataillone österreichischer Infanterie dorthin kamen, fan-den sich viele alte Bekannte zusammen. Einer von Denen, die schon längere Zeit da-selbst garnisonirt hatten, führte einen neuen Ankömmling in der Stadt umher, um ihmdie Merkwürdigkeiten derselben zu zeigen. Unter Andern: kamen sie auch an den Rhein .„Schau, Komrod", sprach der Erstere, bei uns haaßt mer'sch Donau, und hier hnaßtmer'sch Rhein ; do konnst d' sch'n, wie olles auf d' französisch Art eingricht is."
Ein Reisender kehrte kalt und durchnäßt in einem Wirthshause ein und bestelltesich eine Weinsuppe. Als solche fertig und aufgetragen war, fischte die Wirthin, bevorder Gast noch die Suppe gekostet hatte, ein großes Stück Zimnit mit der Gabel heraus,leckte selbes rein mit Mund und Zunge ab, und legte eS über dem Tische auf ein Brett.Da sagte sie: „Liege, du hast schon so manche Weinsuppe schmackhaft gemacht, du kannstnoch öfter dienen."
(Im Theater.) Bauer: „Sie, Herr Nachbar, um Vergebung, wie viel kriegtder Sänger dorten jährlich Lohn?" --- „Dreitausend Thaler." „Dös macht cin'mAndern weiß, aber ich glab's net!" — „Guter Freund, das dürst Ihr mir schon glauben,das macht eben di^ Seltenheit bei solch' einem Sänger: dieser Tenorist fingt das hoheA und B noch!" — „Na, dös is a was «rechts! So ä paar lappige Buchstab'». Ichsing's ganze ABC durch — und krieg' nix dervor."
Ein sehr großer Rekrut bekam von einen: sehr kleinen Offizier eine Ohrfeige, weiler den Kopf immer auf die Erde hielt und nicht in die Höhe halten wollte. „Mußich deu Kopf immer in der Höhe halten?" fragte derselbe. „Ja wohl, Schlingel!"„Nun, dann leben Sie wohl, Herr Lieutenant, denn nun bekomme ich Sie in meinemLeben nicht wieder zu sehen!"