8
Ertrinkens starb und bei seiner körperlichen Beschaffenheit nicht im Stande war, sich selbstzu retten. Die gerichtliche Untersuchung hatte theils nach dem Geständniße der Jnhaftir-ten, theils nach den damit übereinstimmenden Zeugenaussagen das voranstchende Ergeb-niß; Antonie Chwatlina wurde des Verbrechens des bestellten Mordes angeklagt.Der erst neun Jahre zählenden Toni konnte natürlich ihre That nicht angerechnet werden.
Am 31. December wurde die Angeklagte C h w a t l i n a des bestellten Meuchelmordesschuldig erklärt und zum Tode verurtheilt.
(Der Weinstock. Eine Parabel.) Als Dionysos noch ein Knabe war, machteer durch Hellas eine Reise nach Naxos . Der Weg war lang, der Knabe wurde müdeund er setzte sich auf einen Stein, um auszuruhen.
Als er seinen Blick zu Boden warf, erblickte er ein kleines Kraut, das er so schönfand, daß er es mitnahm, um es in seiner Heimat anzupflanzen. Da jedoch die Sonuesehr heiß brannte, fürchtete er, daß das Kraut in seiner Hand verderbe. Als er aberauf dem Wege einen hohlen Knochen von einem Vogel fand, steckte er das Kraut hineinund ging weiter.
In der Hand des jungen Heros begann nun das Kraut in einer Weise zuwachsen, daß es den Knochen nach allen Richtungen ausdehnte. In der Furcht, daß derKnochen gesprengt würde, nahm Dionysos das Bein von einem Löwen, das größer war,als des Vogels und steckte die Pflanze sammt dem Gehäuse hinein.
Die Pflanze wuchs auch da in einer Weise, daß sie das Löwenbein nach der Breiteund der Länge ausdehnte. Zum Glücke hatte aber Dionysos ein Eselsbein gefunden,das noch größer war als der Löwenknochcn, und jenes benützte er, um die Pflanze zuverwahren.
Sä kam er denn nach Naxos . Hier wollte er die Pflanze in den Boden stecken,als er bemerttc, daß ihre Äeste durch das Bein des Vogels, des Löwen und des Eselsdurchgedrungen seien, und daß man die Pflanze, ohne sie zu verletzen, nicht aus demGehäuse nehmen könne. So pflanzte er denn das Ganze in den Boden.
Die Pflanze wuchs überraschend schnell, und Dionysos bemerkte zu seiner Freude,daß sie wunderbare Beeren trug. Diese preßte er aus und so entstand der erste Wein.den er den Menschen zu trinken gab. Aber Dionysos erlebte daran folgendes Zeichen:
Wenn die Menschen den Wein zu trinken ansingen, wurden sie lustig und sangenwie die Vögel. — Hatten sie etwas mehr getrunken, wurden sie kühn und muthig wiedie Löwen. — Hatten sie aber lauge getrunken, so ließen sie die Köpfe hängen undwurden dumm, wie die Esel.
Unser „Sonntagsblatt" ist häufig der Gegenstand diametral entgegengesetzter IWünsche gewesen. Während die Einen, namentlich Herren auf dem Lande, mitdemselben recht zufrieden waren und dies in häufigen Briefen an uns aussprachen, wünschteine andere Partei, daß man das Sonntagsblatt ganz eingehen lassen und dafür ^eine wissenschaftlich-belletristische Beilage geben zolle; eine zweite Partei findet den Inhaltals nicht auf der Höhe der Postzeitung stehend; eine dritte wünscht mehr religiösen Stoff,Erbauliches u. s. w. Wo findet Verlag und Redaktion den Leitfaden aus diesen Gewirr sich '
widerstreitender Anschauungen und Wünsche? Indem wir von den uns richtig scheinende« I
Erwägungen ausgehen:
1) daß netzendem ernsten, politischen und wissenschaftlichen Stoffe auch der Unterb" .>
tungslectüre unbedingt Rechnung getragen werden müsse; > >
2) daß das für die Unterhaltung bestimmte Extrablatt so eingerichtet sein müsse, daß j
man es von der Zeitung trennen und am Jahresschlüsse eigens binden lassen könne s
3) daß das Sonntagsblatt als Aunexum einer politischen Zeitung nicht die Aus- t
gäbe habe, mit den verschiedenen religiösen Sonntagsblättern in irgend eine Csncuv- j,
renz zu treten; i
lassen wir es vorderhand und bis auf Weiteres beim Alten, fund werden dem Inhalte alle Ierdenkliche Sorgfalt zuwenden s
Druck, Lerlai »»d riedaMo» dei lttnartichei! InstMitS 0r. M. HlUUer,