Ausgabe 
28 (12.1.1868) 2
 
Einzelbild herunterladen

15

V Abtheilung für ein Badezimmer und WaterclosetS eingerichtet. Aus diesem Grunde springtErdgeschoß und erster Stock in der Regel nach dem Hofe zu um 8 bis 10 Fuß vor undbildet durch die platte Bedachung eine Art Balkon für den zweiten Stock. Jedes Zimmerist mit Gasbeleuchtung versehen und hat laufendes warmes und kaltes Wasser. DieWasserleitung ist nämlich so eingerichtet, daß ein Arm derselben iu einen am Herde ange-^ brachten großen Behälter mündet, wo das Wasser durch das gewöhnliche Küchcnfeuer erhitztund durch den nachwirkenden Druck der Leitung nach den geöffneten Röhren im obern> Hause getrieben wird. Da die amerikanische Küche drei Mahlzeiten vorschreibt: MorgensKaffee oder Thee mit warmen Fleisch- und Eierspeisen, Mittags ein Paar Fleisch- oderähnliche Gerichte, Abends ein Hauptcsscn mit den unerläßlichen Pies (Pasteten, Kuchen u. s. w.)so fehlt es selten an warmem Wasser, um dem Bedürfniß aller Bewohner nach warmenBädern :c. zu genügen. Der Bodenraum ist zu Kammern und zu einer Oberlicht-Anlagefür die Stiegen benutzt. Auf demselben Raume mehr und zweckmäßiger einzurichten, möchtedem erfindungsreichsten Baumeister nicht gelingen. Alle Bauten sind massiv, in vielenStädten rein aus Backstein, anderwärts mit Quader untermischt, hin und wieder, wie inNew-Aork und Philadelphia, aus geschliffenem Granit und Marmor. Die Fußböden derZimmer dürfen in keincni anständigen Hause ohne durchgehende Teppiche sein. Die Heizunggeschieht meist durch Kamine. Obgleich der Winter anhaltend und streng ist der Mai-monat Pflegt in New-Aork und dem ganzen Norden noch empfindliche Kälte zu bringen,und in den Wintermonaten bleibt sogar der Hafen von Baltimore nicht ganz frei vomEis und obgleich man nur Steinkohlen brennt, zieht man doch die luftigen Kamineden Oefcn vor. Sorge für Luft und Wasser sind die beiden lobenswerthesten Vorzügeder neueren amerikanischen Städte-Anlage. Jede Stadt, und wäre sie noch so jung, denktvor Allem an Wasserleitung und neben den breiten Straßen an freie Plätze.

(Die beiden Geizhälse.) Ein Geizhals, der in Koufa wohnte, erfuhr, daßin Bassora ein größerer Knauser, als er, existire, der ihm in der Oekonomic Unterrichtgeben könne.

Er machte sich daher auf den Weg, um von diesem großen Meister eine Lection imGeize zu nehmen, und erschien als demüthigcr Zögling vor seinem Lehrer.

Sei willkommen," begrüßte ihn der Geizhals von Bassora ,und um gleich mitdem Zcitersparniß anzufangen, wollen wir uns sofort auf den Weg machen, um unsereEinkäufe zu besorgen."

Sie begaben sich zum Bäcker.

Hast Du gutes Brod?" frugen sie.

Gewiß, meine Herren, ich habe gutes, frisches Brod, das Euch schmecken wirdwie Butter."

Du hörst es," sagte der Geizige von Bassora zu dem von Koufa,das besteBrod wird mit Butter verglichen. Jedenfalls ist also Butter besser als Brod. Nimmviel oder wenig, deßhalb wird sie nicht weniger schlecht. Es ist daher unter allen Um-ständen gerathen, Butter zu nehmen."

Sie gingen daher zum Butterhändlcr und frugen ihn, ob er gute Butter habe.

Sehr gute," erwiderte er,meine Butter ist schmackhaft, wie Olivenöl!"

Merke Dir," sagte nun der Lehrer zu seinem Zögling,die beste Butter wird mitOlivenöl verglichen; Letzteres ist daher vorzuziehen."

Und sofort begaben sie sich zum Oelhändler.Hast Du gutes Oel?"

Von der besten Qualität. Es ist weiß und durchsichtig wie Wasser."

Merke Dir's also," sagte abermals der Lehrer zum Schüler,nach dem, was wirgehört haben, ist Wasser das Allerbeste. Wohlan denn, ich habe zu Hause einen Bottichvoll guten Wassers und ich lade Dich im Namen der Gastfreundschaft zu mir zu Tische."