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schen Toque; unter Heinrich dem IV. kam der Gebrauch des Puders auf. Im Jahre1784, als die politischen Ideen bereits zu gähren ansingen, mischten sich auch die Damendarein und trugen „Disconto-Kassen-Hüte" bis unter der Republick und dem Kaiserreichwieder die griechischen Moden vorherrschend wurden. Auch die Mode ä In Giraffe,welche hierauf eine Zeit lang die Damcnscheitcl negirte und verunstaltete, ist zu Grabegetragen worden. Möchte ihr noch so manche Ausgeburt der Jetztzeit dahin nachfolgen,und nur das wirklich Schöne Mode werden!
Eine Bärengeschichte.
Der „Warschauer-Zeitung" hat man über einen gezähmten Bären folgenden Bärenaufgebunden:
In einem Kloster Podoliens wurde ein in den dortigen Wäldern ganz jung einge-fangener Bär gehalten.
Das Bich war sehr zutraulich und gelehrig, und wuchs bei der guten Klosterkostund dem faulen Leben recht hübsch kräftig heran.
Die Kost sollte ihm nzm auch ferner gewährt werden, das faule Leben war aberden frommen Vätern ein-Gräuel, und man sann darauf, Petz seiner Individualität an-gemessen zu beschäftigen und ihm eine Rolle zuzutheilen. Die Gelehrigkeit des Bärenversprach guten Erfolg.
Nun war das Wafferschlcppen von dem ganz in einem entfernten Winkel befindlichenBrunnen nach der Küche und namentlich nach dem Waschhaus, welches gleichzeitig zumBrauhaus diente, die schwerste Arbeit und dem Bruder Koch und den Brüden, Brau-und Küchengehilfen ein wahrer Gräuel. Petz wurde erkoren, diesen wichtigen Posten vonnun an zu versehen. Ihm wurde ein Stock mit zwei Eimern daran auf den Rückengehängt und die nöthigen Unterweisungen ertheilt.
Bald hatte er die Sache kapirt, und Petz schleppte nun regelmäßig Master vomBrunnen in ein großes Faß, bis dieses voll war. Dann legte er sich schlafen. Wurdeauch die Thätigkeit des großen Waschkestcls als solcher selten genug in Anspruchgenommen, so mußte er zur Bereitung des eigenen, sehr trinkbaren Gebräues, oft genugherhalten und das große Wastcrfaß nahm Petzens Dienste, die von den betreffendenBrudern in vollem Maaße anerkannt und geschätzt wurden, zur Genüge in Anspruch.Der Bär vollführte bald die ihm übertragenen Obliegenheiten mit solcher Gewissenhaftig-keit, daß jede Aufsicht unnöthig wurde.
Er verdiente sich in der That sein Brod sauer genug.
So ging die Sache eine ganze Zeit lang sehr schön, bis er sich in Folge beson-derer Freiheiten, die sich einige seiner frommen Freunde herausnahmen, mit diesenentzweite.
Eines Tages hatte er nach seiner Meinung bereits eine genügende Menge Wasserherangeschleppt. Das Faß wollte und wollte sich indeß nicht füllen. Er schleppte undschleppte, aber immer ohne Erfolg. Das Wasser im Faß wollte nicht steigen; dasmachte unsern Petz mißtrauisch, und als wiederholte Gänge nichts fruchteten, stellt er sichhinter der Thür auf die Lauer.
Sowie Petz zur Thür hinaus ist, springen lachend einige junge Mönche aus ihren,Versteck hervor, öffnen rasch den Hahn, um das Danaidenfaß auf das alte Niveau zubringen, und so den treuen Wasserträger um den Erfolg seiner sauren Mühe zu betrügen.
Hiemit war der Bär aber keineswegs zufrieden, der, Plötzlich seine braune Schnauzezur Thür hineinsteckend, den Schabernack, den man ihm spielte, recht gut begriff.
Ein wüthendes Gebrumme ausstoßcnd, schleuderte er den dicken buchenen Knüppel,der ihm als Wasserträger diente, mit furchtbarer Kraft mitten unter die fidele Schaar,die erschreckt Fersengeld gab.