Nr. S7.
5. Juli 1868.
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Wer genug hat, ist ein armer Mann,Reich ist, wer Andern geben kann.
Paul H eyse.
Clementina
Eine spanische Dorfgeschichte.
(Nach einer Novelle des Don Antonio de Trueba.)
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Vor einigen Jahren durchstreifte ich die schönen Dörfer, welche zu beiden SThale des Jbaizäbal auftauchen, und gleichsam mit unschuldiger, ländlicher Neues Landes,der edlen, schönen und reichen Stadt Bilbllo schauen, hin zu den ewig lacheikamcn Miguelund lebensvollen Gefilden von Abando und Deusto. tcn beneideten
Es sei mir vergönnt, den Ort zu verschweigen, wo der größte Theil dncr Laufbahnsich zutrug, die ich erzählen will. Der Schmerz soll uns heilig fein, arSchuld seine Mutter ist. «cfühl glaubten
Die Nacht überraschte mich, ehe ich Bilbao erreichen konnte und ich Weisheit undnöthigt, mein Unterkommen in einem Dorfe zu suchen, das ich im unbestimmlldiescs Heilig-licht des Abends auf der Hähe eines mit Kastanien und Wallnußbäumer.
Hügels schimmern sah.
Am einen Ende eines schattenreichen Nußbaumwäldchens erhob sich der Kll zu ihrerdes Dorfes. b wirklich
Die Gebetglockc läutete, als ich in das Dorf trat, seine Bewohner beobachfeierliches Schweigen, die Männer hielten ihre Mützen,in den Händen, Alles betete uSiesegnete sich mit dem Zeichen des Kreuzes.
Es schwiegen sogar die jungen Mädchen, die mit den Wasscreimern auf dem Kops'evon den Quellen im nahen Kastanicnhain kamen. Die Gcbetglocke ist Gottes Stimme,die zu den Gläubigen und Guten spricht, und nur der Gottheit Stimme vermag einbaskisches Mädchen in einem angefangenen Liedchen zu unterbrechen.
Ich stand stille, nahm meinen Hut ab und betete mit den Dorfbewohnern. ZwanzigJahre der Trennung von dem schönen, edlen Lande, das ich als Kind verlassen, schienenin diesem Augenblick spurlos an mir vorüber gegangen . . . Dann schritt ich durch denNußbaumhain in das Dorf, freundlich begrüßt von Allen, die mir begegneten.