Ausgabe 
28 (13.9.1868) 37
 
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Jahren wanderte sie zum Zwcitcnmale über den atlantischen Ocean nach Chile und Quito ,wo sie selbst ihre Natur modificiren sollte, indem ihre Eier daselbst anstatt Eines zweiJahre zu ihrer Entwicklung brauchen.

Hat nun die Seidenraupe das Ziel ihrer Wanderungen erreicht? Gott bewahre!In Steicrmark, Oesterreich, Mähren, Schlesien, in Böhmen und in der Bukowina bahntihr schon ihr Vorläufer, der Maulbcerbaum, den Weg, und sie wartet nur auf einenDandolo, der sie in diese Länder einführe und sie der hohen Gunst edler Frauen daselbstanempfehle. _ Professor I)r. Molin.

(Tabakspfeifen aus Eis.) Der durch seine Reisen in Asien bekannte Ge-lehrte Schlaginweit erzählt, daß die Karawanen-Reisenden in Turkhestan sich manchmalden eigenthümlichen Genuß verschaffen, ihren Tabak aus einerEispfeife" zu rauchen.Beim Uebcrschreitcn der turkestanischen Gebirge wird der Ruheplatz in der Nähe einesGletschers gewählt; dorthin begeben sich die Muselmänner, wenn das Lager aufgeschlagenist, und jeder bohrt sich ein Loch von der Größe eines Pfeifenkopfs in das Eis, qjwasentfernt davon ein kleineres als Mundstück, und beide werden durch einen Kanal verbun-den. Jetzt ist die Pfeife fertig; der Türke stopft sie, legt sich auf den Bauch, zündet anund sangt an dem Mundstück, wobei er sich durch ein Tuch gegen unmittelbare Berührungdes Eises mit den Lippen schützt. Die Hitze des brennenden Tabaks schmelzt allerdingsein wenig von dem Rande des Loches ab, aber da das Gletschereis außerordentlich hartund fest ist, geht das Schmelzen nur langsani vor sich; die wenigen Tropfen reichengerade hin, um die dem echt türkischen Tabak nöthige Feuchtigkeit zu liefern. DasRauchen selbst gewährt einen besondern Genuß, da der Rauch cisigkalt in den Mundgelangt, nachdem er den Kanal passirt hat. Die Asiaten lieben diese Kühlung desRauches, wie sie dieselbe in schwächerem Maße auch durch die Narghiles (Wasserpfeifen)herstellen, und die Turkhcstanen versäumen es nie, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet,eine Eispfeifc zu rauchen. Es gewährt, wie Schlagintweit versichert, einen seltsamenAnblick, ganze Reihen von schweigsamen Gläubigen auf dem Bauche liegen zu sehen,durch Decken und Pelze gegen die Kälte des Eisbodens geschützt, welchem sie mächtigqualmende Rauchwolken entziehen; besonders auf den ersten Blick staunt der europäischeReisende, der die Procedur noch nicht kennt und sich nicht entrüthseln kann, woher derRauch kommt. _

(Fang- und Achselschnüre.) Unsere Damen lieben es, ihre Roben mit mili-tärischen Achselschnürcn zu verzieren, wahrscheinlich ohne zu ahnen, welche eigenthümlichegeschichtliche Bcwandtniß es mit denselben hat. Der Ursprung der Achsclschnüre aberwar folgender: Als im Jahre 1566 der blutdürstige Herzog Alba die Niederlande mitFeuer und Schwert verheerte, ward hierüber ein unter ihm stehendes Wallouen-Regimentso empört, daß es sammt und sonders bis auf den letzten Mann zum Feinde überging.Der Herzog erließ hierauf an den gleichfalls übergegangenen Commandeur dieses Regi-ments die Drohung, daß er jeden Mann, wenn er gefangen würde, aufhängen lassenwerde. Der Commandeur erwiderte hierauf, daß jeder seiner Soldaten, damit das Auf-hängen nicht große Umstände mache, von Stund an einen Strick und einen Nagel ander Schulter tragen werde. Die tapferen Wallonen jubelten über diese Antwort undhefteten begeistert Strick und Nagel an die Schulter. So den Henkertod vor Augenverrichteten sie Wunder der Tapferkeit, und nach Beendigung des Krieges war das'Regiment so stolz auf den Strick geworden, daß eS denselben als ehrende Auszeichnungauf der Achsel beibehielt.

Frage: WaS für Ähnlichkeit hat London mit Paffa«?

Antwort: -uotzss opiq rhrj oai '-nvhazgo m, uogvh

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