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beträchtlichen ErwcrbSzweig. Die Flascheustöpselfänger gehen nach dem eine Stundeunterhalb der Seine gelegenen ASniercS, wo die große Kloake der Weltstadt mündet.Ein Netz vor der Mündung dieser Kloake fängt die Stöpsel auf, die 14 Sons dasHundert, oder 7 Franks das Tausend verkauft weiden. Da diese Pfropfen mehr oderminder abgenutzt sind, oder in Folge der Schwimmparlhie, die sie gemacht, just nichtdurch Reinheit glänzen, werden sie wieder frisch zugestutzt und häufigen Waschungen aus-gesetzt. Wie die Stöpsel, so erleben auch die Waschschmämme in Paris ihre Metamor-phosen. Wer einen Gang durch Paris macht, wird in allen Stadtlhcilen junge Mädchensehen, die unter den Hofthüren in geflochtenen Körben Schwämme feil bieten, und zwarzu >incm spotlwohlfcilcn Preise. Woher kommt es nun, daß diese jungen Krämerincnso wohlfeil die Waare verkaufen können, die sehr hübsch aussieht und so stark nachChlor riecht, als wäre sie eben aus dein Meeresgrunde geholt worden? Es kommtganz einfach davon her, daß diese schwämme zuweilen „schier dreißig Jahre alt sindund manchen Sturm erlebt haben," daß sie, nachdem sie ini Dienste der Reinlichkeit sichabgenutzt, zerschnitten, sorgfältig gesäubert und geputzt worden und durch einen im Kernverborgenen feinen Bindfaden wieder die Bccherform erhalte» haben. Der unerfahreneKäufer wird durch den billigen Preis angelockt; kaum aber hat er sich einige Male be-dient, so reißt der Faden und der Schwamm fallt auseinander. Der letztere Fall istzwar nicht ehrlich, und kann daher nicht zur Nachahmung empfohlen werden. ImGanzen aber wird dadurch bewiesen, daß keine Sache so geringfügig ist, um nicht zuirgend etwas zu dienen oder aber, sich damit auf ehrliche Weise das Dasein zu fristen.
(Was ein Vogelnest werth ist.) Der Thüringische Thierschutz-Verein bringtfolgende Ansprache: „Lieber Landmann! dein Junge nimmt aus Langeweile ein Vogel-nest, Grasmücken-, Spazen-, Nothschwauznest oder ein anderes, gleichviel, von welchemder obengeiiaunten Vögclchcn, sei es mit Eiern oder mit Zungen aus Es sollen davon5 im Neste sei». Jedes dieser Jungen braucht täglich im Durchschnitt etwa 50 StückRaupen und anderes Geschmeiß zur Aezung, die ihm die alten aus der Nachbarschaftzutragen Macht täglich 250 Stück. Die Aezung däuert durchschnittlich 4—5 Wochen,wir wollen sagen 30 Tage, thut für die Aezung 7500 Stück. Jedes Stück Raupe frißttäglich sein eigenes Gewicht au Blättern und Blüthen. Gesetzt, sie braucht bis sie aus-gcfrcssen hat, auch 30 Tage, und frißt täglich nur eine Blüthe, die eine Frucht abgegebenhatte, so frißt sie in 30 Tagen 30 Dbstfrüchte in der Blüthe, und die 7500 Raupen inCompagnie 225,000 Stück solcher Blüthen. Hute dein Junge das Vogelnest in Ruhegelassen, so hättest du und deine Nachbarn um 225.000 Stück Acpsel, Birnen, Pflaumen,Kirschen u. s. w. mehr gcerntet. Wenn jedoch die Raupe, wie sie es manchmal ausLiebhaberei thut, 10, 20, 30 Blüthen des Tages frißt, oder wenn wegen des abge-fressenen Laubes die Blüthen keine Nahrung mehr haben und welk abfallen, so beziffertsich dein und deiner Nachbarn Verlust noch viel höher, du kannst dann leicht berechnen,was ein Vogelnest für einen Werth hat.
„Wie, Faullcnzer, du schläfst noch und die Sonne steht schon zwei Stunden langam Himmel," rief ein Vater seinem Siebenschläfer von einem Sohne zu. „Ach," riefder erwachende Junge, indem er sich die Augen rieb, „was kann ich dafür, wenn dieSonne aufgeht, ehe es noch Tag ist!"
Frage: Wer ist der beste Clavierstimmer?
Antwort: ihzstjnv miivA MÜ yv.wgy ar zu« ^uorzociM
Druck, Verlag und Redaktion deS literarischen JustitutS von Dr. M. HuMer.