Ausgabe 
28 (18.10.1868) 42
 
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S. 179; in derGaea", Köln und Leipzig LL68, 4. Heft; imJahresberichte desMannheimer Vereins für Naturkunde" 1868; in den Mittheilungen der Bernischen natur-forschcndcn Gesellschaft 1868; in denVerhandlungen der k. k. zoologischen Gesellschaftzu Wien " 1867; in denMittheilungen der k. k. Mährisch-Schlesischen Gesellschaft zurBeförderung des Ackerbaues, der Natur- und Länderkunde in Brunn" 1867, S. 368u. s. w.) hingewiesen worden. Nach diesem Erfolge kann es keinem Zweifel mehr unter-liegen, daß sich der japanesische Eichenspinner Hmu-mazm auch in Europa und namentlichin Deutschland vollkommen akklimatisiren und mit dem günstigsten Resultate züchten lasse-Wenn nun erwogen wird, welche große Summe Geldes für Seide aus dem ZollvcreinS-gcbiete in's Ausland geht, und wenn man in Betracht zieht, in welcher Kraft und Fülledas Futter bei uns vorhanden ist, welches dem 1'umu-mazm zur Nahrung dient, so liegthierin gewiß die dringendste Aufforderung, der Zucht dieses Seidenspinners allen möglichenVorschub zu leisten und dessen Verbreitung mit allen Mitteln um so mehr anzustreben,als dieselbe von einem unberechenbaren volkswirthschaftlichcn Nutzen sein würde; denn durchdas Urtheil von compctentcn Sachverständigen ist bereits erwiesen, daß die iu Bamberg gezogenen Cocons des luma-mazm sehr seidenreich sind und eine Seide*) enthalten,welche dem Gespinnste des Ikomllvx mori an Glanz, Weichheit, Elasticität und Festigkeitdurchaus nicht nachsteht und dasselbe in der Stärke sogar übertrifft, indem zum Abhaspelnder Seide des Uma-ma^u 2 Cocons genügen, während bei dem Maulbecrspinner dreiCocons genommen werden müssen. Behufs allmählicher Ausbreitung der Zucht desEichenspinncrs wäre vor allem nöthig, auf Erzeugung einer möglichst großen Anzahl vonEiern Bedacht zu nehmen. Zu diesem Zwecke sollten namentlich von Seite der Seidenbau-,landwirthschaftlichen und industriellen Vereine Eier in größeren Quantitäten acquirirt undje nach dem Umfange der Räumlichkeiten, welche zu den Zuchtversuchen benützt werdenkönnten, in größeren oder kleineren Partien an die Mitglieder, welche zu den Zuchtversuchensich bereit erklären oder an sonstige Zuchtlicbhaber vertheilt werden. Sodann müßtensolche Zuchtlicbhaber, welchen bereits günstige Erfolge zur Seite stehen und von denendaher eine gründliche Beobachtung und sichere Behandlung mit Grund erwartet werdenkann, veranlaßt und in den Stand gesetzt werden, mehrfache Zuchtversuche in größeremMaßstabe zu unternehmen, um nicht bloß das Einfachste und zuverlässigste Verfahren fürdie Binnenzucht zu ermitteln und zu erproben, sondern auch die Bedingungen festzustellenunter welchen die Freizucht sicher durchzuführen ist. Wir möchten hiermit nicht blos diegedachten Vereine und sonstige Interessenten, sondern auch die Regierungen auf einen Ge-genstand aufmerksam gemacht haben, welcher in unserer au Noth nicht minder als anLuxus reichen Zeit besonders bcachtenswerth scheint, und verweisen deshalb Alle, welchesich über die Natur und Behandlung des Eichenspinncrs näher unterrichten wollen, aufdie jüngst erschienene Schrift des oben erwähnten erprobten Züchters. Inhalts derselbenkönnen Eier bester Qualität von akklimatistrtcn Raupen im Preise von 4 Gulden zu100 Stück durch den Gartenbauverein in Bamberg bezogen werden.

Das Südamerikanische Erdbeben

l Neuerer Bericht aus New-Dork.)

Das schreckliche Erdbeben in Süd-Amerika scheint sich von Fort Conception an dersüdlichen Küste von Chili bis nach Quito , der Hauptstadt Ecuadors, welche direkt unterdem Acquator liegt, erstreckt zu haben. Man schätzt die Länge der Küste, welche vondem Erdbeben heimgesucht worden war, auf ungefähr 2000 Meilen. Es ist noch nichtbekannt, wie weit sich die Erderschüttcrungen in's Innere des Landes erstrecken, mannimmt aber an, daß dieselben bis an den Fuß der Cordilleren reichten. Peru , Ecuador

*) Der Bamberger Gartenbauverein hatte bei der Weltausstellung zu Paris Proben hievouausgestellt, welche die vollste Anerkennung von Sachverständigen fanden.