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rr sich den Schnurbart strich. „Schönen Dank dem Herrn Prior; sagen Sie ihm,Bruder, es kann vielleicht das letzte Frühstück sein, das wir noch genießen; denn baldwerdet Ihr und.wir die Kugeln pfeifen hören. Macht Euch gefaßt, Bruder, auf unge-betene Geiste." — „O, Herr Hauptmann, tapfere Krieger sind bei uns stets willkommeneGäste. Wir wünschen Ihnen Sieg und gesunde Glieder, sollte es aber anders aus-fallen, so werden wir Sie mit offenen Armen empfangen. Gott schütze Sie, meineHerren." — So der Bruder und verschwand. Das Signalhorn rief zum Aufbruch.Fort ging es gegen Nachod, wo der Feind in großen Schaaren anrückte. Bald hörteman das Knattern der Büchsen, bald den Donner der Kanonen. In Kurzem wälzte sichdie Schlacht über die Gefilde bei Nachod und Neustadt. Alle Herzen pochten. Alleswartete auf die Nachricht: Die Preußen sind geschlagen. Aber leider, gar bald kam derhinkende Bote mit der Kunde: Die Oestcrreicher sind geschlagen, und schon — es warnach wenigen Stunden seit dem Frühstücke beim Kloster — bewegten sich lange Zügemit Verwundeten gegen Neustadt zum Kloster der Barmherzigen hin. — „Da, Bruder,seht, da bin ich wieder," rief eine Stimme von der Tragbahre her, „habe mein Früh-stück schon bekommen." Es war die Stimme des Hauptmauncs A. P—ka, der mit zer-schossenem Unterschenkel auf der Tragbahre lag. „Nun, Bruder, ein gutes Lager fürmich und zwar auf längere Zeit. Ihr habt mir heute Früh so guten Wein eingeschenkt,nun will ich lauge Zeit Euer Gast bleiben." — „Willkommen, Herr Hauptmann, Siesollen sich über unsere Gastfreundschaft zu beklagen nicht Ursache haben," antwortete ihmder Bruder und wies die Soldaten au, wohin sie den Haüptmann tragen sollten. So-gleich eilten Aerzte, Barmherzige mit ihren Krankenwärtern wie Bienen unter den Blcs-sirten herum, nur jedem ein möglichst gutes Lager zu bereiten und jedem die nöthigeHilfe zu leisten. Auch am Bette des Hauptmanus P—ka standen die Aerzte und unter-suchten seine Wunden. „Nun, wie finden Sie mich, Herr Doctor?" fragte rasch derHauplmauu. — „Herr Haüptmann, Sie sind Kriegsmann, und da Sie vor Kurzembereit waren, Ihr Leben für das Vaterland zu opfern, so werden Sie auch meineAeußerung mit dem ruhigen Muthe eines Mannes hinnehmen." — „Nur heraus mitder Farbe, Doctor , wie stcht's?" — „Es stehen Ihnen.zwei, Wege offen, entweder IhrBein zu behalten, einem raschen oder schmerzlich langsamen Tode entgegenzusehen, oderdas Bein zu opfern, um Ihr Leben zu erhalten!" — „Bein weg, Leben erhalten? —Weg damit! Ich habe nicht für mich allein zu sorgen, , ich habe noch einen alten Vater,der von einer geringen Pension als Lieutenant kaum leben kaun, mit ihm will ich meineBeine und meine Pension theilen. „Eines ihm, eines mir." Doch schicken Sie mirerst den Pater, damit ich nicht, wenn es unglücklich ausfiele, mit dem Beine die Seeleverliere." — Der edle Mann empfing zur Erbauung Aller die heiligen Sakramente. —Eben schlug es Mitternacht, als die Aerzte an ihr Werk gingen, es in Kurzem vollen-deten und dem alten Vater den braven Sohn retteten. Welch' eine Scene, als nach
wenigen Tagen der alte Vater, der seinen Sohn, den Zeitungsberichten zufolge, unter
den Gefallenen gelesen, bereits zu den Todten gezählt hatte, von den barmherzigen
Brüdern benachrichtigt, im Kloster angekommen, ihn unter den Lebenden und auf demWege glücklicher Genesung fand. Die Beschreibung dieses Wiedersehens erlasse mir derLeser. Aber ergriffen von so edler Gesinnung rufe ich: „Ehre dem edlen Krieger,Ehre dem guten Sohne, Ehre dem Major ucl Iionoi'68 A. P—ka." .
Frage: Wer ist das gescheiteste Frauenzimmer?
'Mgaom lpnaaeq om hioq ost q.riai unnoh jcsoU m; ;oiaAntwort: os lpou asq uuec» ^ushpunW u; ojoiamzijoaeh^ asq jnv vnvavK
Druck, Verlas und Redaktion des literarischen Instituts von vr. M. Huttler.