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Am Grabe eines Mädchens.
Im LcbenSmorgen sterbe noch als Knabe,
Wen lieb die Götter haben, spricht der Weise;
So ist wohl die geliebt im Engelkrcisc,
Die, Jungfrau noch,- verschlungen wird vom Grabe.
Es schickt der Himmel manche schöne Gabe,
Die dieser Erde wär' zu Trost und Preise,
Und nimmt sie wieder ungeahntcrwcisc.
Damit wir nichts, er aber Alles habe.
Der Himmel nimmt, doch kaun er nicht berauben.
Er wollte nur mit weiser Huld vermehrenAn lichte Engelwesen unsern Glauben.
Die Reine, die nichts durfte hier verfehlen.
Mahnt nun, uns von der Erde zu entstauben,
Und inniger das Ewige zu begehren.
Johannes Schrott.
Shakespeare spielte einst den König in einem seiner Stücke und stand nahe ander Loge der Königin. Er hatte seinen Dienern so eben Befehle gegeben, als Elisabeth,«m zu sehen, ob er aus seiner Rolle fallen werde, ihr Taschentuch auf die Bühne fallenließ. Shakespeare ließ sich dadurch nicht irre machen, sondern sagte augenblicklich: „Ehedieß geschieht, hebt erst das Taschentuch Unserer Schwester auf." Die Königin belachteund beklatschte den glücklichen Einfall und die Geistesgegenwart Shakespeares .
(Prüfet Alles und das Beste behaltet) Ein hanakischcr Bauer fingeinen gewaltigen Hecht, der in seiner Todesangst am Sandufcr ungcmcin herumschlug,und den solid möblirten Rachen bald öffnete, bald schloß. Der Jäger der Domäne kamdazu, begleitet von seinem Vorstehhunde. „Ah," rief er, „was habt Ihr da für einenPrächtigen Fisch gefangen. Beißt er?"
„Versuchen Sie es und stecken Sie ihm den Finger in's Maul," grinste derfrotzelnde Bauer.
„Bin nicht so dumm. Ich will es mit der Ruthe meines Nero versuchen. —Nero herein!"
Der Jäger that wirklich, wie er es vvrhergcsagt. Der Hecht schließt den Nachen,der Hund beginnt zu heulen und läuft, vom Schmerz geängstigt, eine Strecke herum unddann gerade zum Jägerhaus hin.-
„Rufen Sie doch Ihren Hund zurück," schrie der verblüffte Hanake.
„An Euch ist es, den Hecht zurückzurufen."
Weder Hund noch Hecht kamen aber mehr zurück.
Frage: Welcher Hof ist der größte nach der Zahl seiner mit Kreuzen Dekorirten?
An welchem Hof ist der Aermste hoffähig? An welchem Hof hal-ten sich keine Fürsten auf? Und welcher Hof hat oft nicht einmaleine Wache, obwohl dies nothwendiger wäre, als bei so manchemandern Hof?
Antwort: »'sohqsmH"
Drsck, Derlaa nnd Redalltvi, dt« lilrr-rilche» JvfttlM« »o» Dr. M. Huttler.