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Ortschaften Cotacachi (am Flusse des gleichnamigen Berges), Nrcuque, Tumbabiro, Sa-linas (wo die Salzwcrkc zu Grunde gegangen sind) u. s. w. haben sich nur wenigePersonen retten können, man schätzt die Zahl der Todten hier auf 5000; die voy so.vielen Leichen ausgehauchten MiaSmen verpesten die Luft weithin, und befürchtet man inFolge besten gefährliche Krankheiten. Äm Mittelpunkte der Stadt Otavalo (wo bei demErdbeben gerade Messe war) sind etwa 7000 Leichen aüsgcgraben worden. Der Cota-cachi oder Muyusurco hat einen kleinen Ausbruch gehabt, und zwar aus einem derunteren Scitenkratcr an seinem Fuße bei Otavalo , auch ist er oben an der N.-W.-Sciteaufgcborsten und entsendete eine enorme Masse von Erde, Schlamm, Erdpech nach derSeite von Pinna zu. An seinem Ostabhange sind ungeheure Spalten und Gerölle. —In Nachrichten von-Neugranada und Panama findet sich von Erdbeben keine Spur. —Der englische Geschäftsträger in Lima berichtet über die vom Erdbeben betroffenen OrtePeru's: „An Lebensrnitteln ist in Arcguipa, Jslay, Arica und anderen Orten nunmehr. Ueberfluß, und Hanplbedürsniß ist jetzt Segeltuch zu Zelten und Holz zum Baue soliderWohnstätten vor Einbruch der Regenzeit. In Arcguipa kehren die Einwohner allmäligaus ihren Zelten zur Stadt zurück und gedenken dieselbe wieder aufzubauen. Dochdieses Unternehmen wird Angesichts der elenden Lage, in welcher die Familien sich jetztsämmtlich befinden, für den Augenblick sehr schwierig, wenn nicht ganz unmöglich sein.Ucbcrdieß dürfte der Wiederaufbau Arequipa's ein ganzes Jckhrhnndcrt in Anspruchnehmen und einige vierzig Millionen Dollars kosten. Die Stöße hatten daselbst nochnicht gänzlich aufgehört; noch am Listen wurden deren drei, und zwar sehr heftige, ver-spürt. Daher sind auch Viele gesonnen, nicht nach der Stadt zurückzukehren, und habensich bereits 7 bis 8000 Leute an die Küste oder in's Innere des Landes begeben —Ayacucho wurde gleichfalls von einem Erdbeben heimgesucht, doch ist der daselbst ange-richtete Schaden im Vergleiche nur unbedeutend. In Arica war man mit Wegräumender Trümmerhaufen in den am besten erhaltenen Straßen beschäftigt, und ein Theil derBemannung der dort vor Anker liegenden drei Kriegsschiffe (ein englisches, ein ameri-kanisches und ein peruanisches) ging den Bewohnern bei dieser Arbeit zur Hand. DenBeobachtungen des Capitäns eines chilenischen Kriegsschiffe- zufolge war bei der InselJuan Fernandcz (300 Meilen westlich von Valparaiso) um dieselbe Zeit die See unge-wöhnlich bewegt, und wurde ein starkes unterseeisches Getöse gehört. Zm Ganzen ge-nommen sind Handel und Industrie durch diese Unglücksfälle stark geschädigt worden,und es wird eine geraume Zeit verstreichen, ehe Südperu sich von diesem Schlage, derEliigebornc und Fremde so hart getroffen, erholt haben wird.*
Duell - Geschichten.
Die einzige etwas stichhaltige Entschuldigung des Duells ist die, daß sie eine Schrankegegen die Rohheit sei. Wir selbst müssen dem Freiherr» von Bibra Recht geben, wenner in einem seiner Romane sagt, daß die Lage eines gebildeten Mannes, der sich gemeinenund händelsüchtigen Menschen, die doch keine Genugthuung gäben, gegenüber befinde,eine schauderhafte sei; man sei in solchen Fällen vollkommen schutzlos. Doch ist dieSchranke des Duells keine ausreichende. Man wird durch sie nicht gegen diejenige Roh-heit geschützt, welche Genugthuung gibt und sogar auf Duelle ausgeht. Die Raufboldevom Handwerk sind immer rohe Menschen und werden durch die Feigheit, die in allensteckt, besonders gefährlich. Sie suchen sich stets die schwächsten Gegner aus, um ohnealle Gefahr für sie selbst in den Ruf der Tapferkeit zu kommen. Sie sind ihres Ziel-auf dreißig Schritte sicher und schießen mit tödtlichem Erfolge zuerst, so daß sie nichteinmal zufällig getroffen werden können.
In den Tagen Peter's des Großen kam das Duell in Rußland stark aus derMode, weil jener Monarch eine Verordnung erließ, welche Leben mit dem Galgcu be-