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ihm, in welcher Absicht ich nach Mexiko gekommen sei, und daß ich die Obersten vonKodolitsch und Graf Khevenhüller zu sehen wünsche. Oberst Leon hatte von diesen beidenHerren mit großer Achtung gesprochen, da sie sich in der letzten Schlacht so brav benommenhatten, und sem Ehrenwort darauf gegeben, daß er dieselben frei nach Mexiko zurück-kehren lasten werde, wenn sie zu einer Besprechung mit ihm nach Chapultepcc kommenwürden.
Die Manier des Baron von Magnus änderte sich augenblicklich, als er meinenPlan und die Schritte hörte, die ich bereits zu dessen Ausführung gethan hatte; er ver-sprach sich viel davon, wenn ich mich dabei durch seine Rathschläge leiten lasten wollte,womit ich einverstanden war.
Der Gesandte befahl seinen Wagen und ich fuhr zu Oberst von Kodolitsch, den ichnicht zu Hause, aber bei Graf Khevenhüller fand.
Oberst von Kodolitsch war sogleich bereit, zu Oberst Leon hinauszugehen, doch nurunter der einzigen Bedingung, daß Baron Magnus mit der ganzen Unterhandlung nichtszu thun habe, da derselbe sehr geneigt sei, nur seinem eigenen Kopfe zu folgen. Ichsagte ihm indessen, daß ich bereits ein Abkommen mit dem Gesandten getroffen habeund nicht davon zurücktreten könne.
Die Obersten versprachen mir hierauf, sobald als möglich mit ihren Offizieren undSoldaten zu reden und mich das Resultat wissen zu lassen.
Baron Magnus brachte mich dann zu Frau von Machalowitsch, einer Mexikanerin,die einen österreichischen Offizier geheiratet hatte, bei der ich die Nacht blieb.
II.
Am nächsten Morgen sah ich die beiden Obersten. Graf Khevenhüller war füraugenblickliche Ucbcrgabe. Er sagte, es sei klar, daß Margucz den Kaiser verrathe, undwenn er auch bereit sei, für diesen sein Leben hundert Mal einzusetzen, so sei er dochkeineswegs Willens, sich und seine Soldaten für Herrn Marquez zu opfern.
Kodolitsch war jedoch der Ansicht, daß man wegen einer Ucbcrgabe nicht unter-handeln dürfe, ehe man nicht zuverlässige Nachrichten von Queretaro habe und den be-stimmten Willen des Kaisers kenne. Obwohl er bereit sei, die Bedingungen des Feindesanzuhören, — so könne er doch nicht mit Oberst Leon zusammen kommen, da GeneralMarquez so eben einen Befehl erlassen habe, nach welchem jeder Offizier oder Soldat,der irgend wie mit dem Feind verhandle, augenblicklich erschossen werden solle.
Ich ersuchte sie nun, mir eine schriftliche Vollmacht zu geben, — durch welche ichermächtigt wurde, im Namen der frcniden Obersten und Truppen zu unterhandeln; siehielten das aber gleichfalls für zu gefährlich und wollten, daß ich auf meine eigene Handzu Porferio Diaz gehen und ihm folgende zwei Vorschläge machen sollte: der erste war,daß er mir oder einer andern Person erlaube, nach Queretaro zu reisen, um den Kaiservon dem Stand der Dinge in Mexiko zu unterrichten und seinen Willen einzuholen, zuwelchem Zwecke ein Waffenstillstand für sieben Tage geschloffen werden solle. Sollte derfeindliche General diesen Vorschlag nicht annehmen, so erböten sich die fremden Truppen,sich ihm unter der Bedingung zu ergeben, daß er schriftlich und mit seinem Ehrenwortdas Leben des Kaisers und der fremden Truppen garantire, wenn diese mit Queretaro in die Hände der Liberalen fallen sollten.
Da es mir thöricht schien, ohne irgend welche schriftliche Autorisation zu PorferioDiaz zu gehen, so ersuchte ich Baron Magnus, mir einige Zeilen zu geben, in welche»bestätigt würde, daß ich in der That von den fremden Obersten abgesandt sei; er lehntedas jedoch ab, sagte mir aber, daß er einen andern Weg wisse, welcher dem Zweck ebenso gut entspreche, ohne Jemand in Gefahr zu bringen.
Es Hütte sich, theilte er mir mit, — in Mexiko eine Frau Baz auf, deren MannGeneral im Stäbe von Porferio Diaz und welcher dazu bestimmt sei, Gouverneur vo»