Nr. 40
13. Decbr. 1868.
Augsburger
Soilnta
Sckwelgen ist der sicherste Herold des Glücks. Derjenige fühlt sich nicht vollkommen glücklich,der sagen kann, wie sehr er es sei.
Maximilian s Ende.
(Fragmente aus dem Tagebnche der Prinzessin AgueS ,u Salm-Salm .)
(Fortsetzung.)
m.
Am nächsten Tage war Charfreitag, 19. April, und kein Wagen, kein Pferd oderMaulthier durfte auf der Straße von Mexiko erscheinen. Da es jedoch dringend nöthigwar, die Meinung von Baron Magnus und den Obersten einzuholen, so machte ich michzu Fuß auf den Weg, was in der großen Sonnenhitze eine höchst anstrengende Tour war.
Ich ging zuerst zu Baron Magnus und dann zu den Obersten, die mir sagte»,daß sie sich auf die Anerbietungen des feindlichen Generals nicht einlassen könnten, ehesie nicht den Willen des Kaisers vernommen hätten. Ich schlug dann vor, daß ich aufmeine eigene Verantwortlichkeit nach Qncretaro gehen wolle; aber dem widersetzte sichBaron Magnus, der überhaupt nicht wollte, daß ich Mexiko nochmals verließ, und michzu bewegen suchte, wenigstens einige Tage zu bleiben, während welcher vielleicht sichereNachrichten von Qncretaro kommen würden. Da ich Porferio Diaz versprochen hatte,baldigst zurückzukehren, so fügte ich mich nur ungern der Ansicht des Barons. Derselbeschien zu besorgen, daß General Mcirquez von meinen Schritten Nachricht erhalten habeund mich auf dem Rückwege arrctiren tasten möchte.
Als ich im Lager der Liberalen war, hatte mir Oberst Leon gesagt, daß er eineAnzahl fremder, kaiserlicher Gefangener unter seiner Obhut habe, welche bei San Lorenzogefangen waren, und denen es an Allem fehlte und die sich in der traurigsten Lage be-fänden. Er sagte, wenn ich für diese Gefangenen in Mexiko etwas thun könne, sowollte er gerne gestatten, daß ich ihnen Kleidungsstücke und Geld überliefere. Ich sprachdaher darüber mit Baron Magnus und den Obersten und wir sammelten unter uns hundertDollars, die mir eingehändigt wurden.
Es litt mich nicht länger in Mexiko und am 24. ging ich wieder zu Baron MagnuSund sagte ihm, daß ich nach Tacubaya gehen und Vorbereitungen zu meiner Reise nachQuerctaro machen wolle, für welche ich mir seine Instruktionen erbat.
Am Morgen des 25. sandte mir der Gesandte seine Equipage und ich fuhr nachder Garita Von hier ging ich nach der Casa Colorado, wo ich Oberst Leon sah, demich sagte, daß ich einiges Geld für die Gefangenen mitgebracht habe. Er brachte michselbst nach dem Schloß von Chapultepec und ließ die Gefangenen rufen. Sie waren,ein Hauptmann, Rudolf Spornbcrger, und einige Korpora e und Gemeine, zusammenfünfzehn Mann. Sie hatten in der That nur nothdürftige Lumpen auf dem Körper undbefanden sich in der allertraurigsten Lage. Ich gab dem Hauptmann fünfundzwanzigDollars und jedem der übrigen Gefangenen fünf, über welche sie Jeder einzeln auf meinerListe quittirten, die noch in meinem Besitze ist, zum Beweis, daß ich meinen Auftragnicht vergessen habe.