Ausgabe 
28 (13.12.1868) 50
 
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Erläuterung eine sehr prosaische und materielle. Thränen werden veranlaßt, entwederdurch das plötzliche und rasche Fließen des Blutes nach dem Kopfe oder durch Ncrvcn-Errcgung. Sie sind sehr häufig bei Frauen und Kindern, deren Nerven-Organisationweniger stark ist als die der Männer. Unter Männern weinen diejenigen von sanguini-schem und nervösem Temperament am meisten. Lymphatische Naturen hingegen undLeute von biliösem oder galligem Temperament weinen überhaupt selten: die erstcrn, weilsie gemeiniglich nur wenig Empfindlichkeit haben, und die letzteren, weil sie gewöhnlicheine feste Kontrolc über ihre Gefühle besitzen. Wenn man daher einen Mann von lym-phathischbiliöscm Temperament aus Gemüthsbewegung Thränen vergießen sieht, so kannman überzeugt sein, daß die innersten Nerven seines Herzens ergriffen sind, und manmuß alle Achtung haben vor einem Mann, dessen Schmerz ein so heftiger ist. Hingegenist es gut, wenn man seine Kaltblütigkeit bewahrt vor stark erregbaren und sehr phan-tastischen Leuten, welche weinen; ihre Thränui sind oft echt, in der Regel aber kostensie ihnen nur wenig Anstrengung, und bei neun Fällen unter zehn sind sie vergessen,sobald sie vergasten sind. Sehr talentvolle Schauspieler können Thränen nach Beliebendadurch hervorrufen, daß sie sich in einen gewaltigen Erregunszustand hineinarbeiten.Frl. Rachcl z. B-, die kälteste und liebloseste Dame, die je die Bühne betreten, pflegte,wenn sie all' ihre Kräfte aufbot, so leidenschaftlich zu weinen, daß sie fünfzehnhundertZuschauer ebenfalls zum Weinen bringen konnte

(Das Goldfischchen, Goldkärpfchen, oiprinus »urutus I,.) stammt ausChina. Das Fischchm stirbt leicht, wenn die Behandlung nicht die richtige ist. Lieb-habern dieses schönen Thicrchens dürfte es willkommen und von Jnterest: sein, die daraufbezüglichen Regeln kennen zu lernen. Master darf nicht zu wenig sein, für ein Stückenspricht das Quantum von ein Maß Wasser, und so nach Verhältniß mehr, je nachder Zahl der Fischchen. Das Wasser, welches filtrirt wird, (durch reinen Sand undKohlcnstückchen) muß immer dasselbe sein, entweder Bach - oder Fluß-, oder Brunnen-Wasser. Im Sommer wird dasselbe alle Tage gewechselt, im Winter alle zwei Tage,was nicht zu übersehen ist. Das Glasgefäß von angemessener Größe sei tief, derBoden mit glatten Kieselsteinchen bedeckt, an welche sich die Excrcmeute setzen, und wodurchdas Wasser rein erhalten wird. Beim Wechseln des Wassers darf man die Fischchennicht in die bloße Hand nehmen, sondern muß sie mit einem kleinen Netz herausfangcn. Das Gefäß darf man nicht in die Sonne, sondern muß es in den Schatten stellen,da die Thierchcn Schatten lieben; auch vermeide man starke Zimmcrwärme. MitBrodgerbe, gcrbcstoffhaltiger Nahrung darf man sie nicht füttern, sondern mit Oblaten,kleinen Amciseneiern, kleinen Fliegen, klein gehackten Eidottcrstückchen, kleinen Stückchenvon Salatblättcrn, welch' letztere ihre Licblingsspeise sind. Aber nur alle 3 4 Tagereiche man Nahrung, und immer nur sehr wenig, da die Fischchen sonst an Verstopfungund Brand zu Grunde gehen. In den Monaten November, Dezember, Januar undFebruar dürfen sie gar nicht gefüttert werden, was hochwichtig ist und in der Kischnaturliegt. Von Monat März an beginnt die Fütterung und dauert bis zum November,(also acht Monate), die nur eine sehr mäßige sein darf, besonders im Anfange, weil derMagen sich nur nach und nach an das Futter gewöhnt. Wer diese Regeln befolgt,erhält das Fischchen frisch und gesund, 1012 Jahre, so alt wird es.

(Theilung der Arbeit.) Ein Dank« fiel, als von der immensen Höhe einzelnerThürme gesprochen wurde, mit der Versicherung ein:Das ist noch gar Nichts. Beiuns zu Hause steht ein Thurm, an dessen ganzer Höhe ein einzelner Mann unmöglichhinaussehen kann. Um die Spitze zu erschauen, thun sich immer zwei zusammen, undder Zweite säugt da an, wo dem Ersten das Gesicht ausgeht."