Ausgabe 
29 (3.1.1869) 1
 
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Glücksgütern nur spärlich bedacht sind. Der Vater ist ein rüstiger Arbeiter, er besitzteine fleißige Hand und munteren Sinn, und die Seinen brauchen nicht zu darben; ernährt sie redlich und ehrlich.

Wie aber, wenn sich nun jählings seine zwei Augen zum ewigen Schlafe schließen?Was beginnt dann die Mutter mit dem Häuflein unerzogener Kinder? Würde ihr nichtschon eine Versicherungssumme von nur wenigen Hund rl Thalern ein rechter Behelf sein ?Ge>, und dem arbeitgcübten Vater wäre auch die Aufbringung der geringen Versiche-rungsbeiträge nicht unmöglich gewesen, denn sie betragen ja für das rüstige Manncsalterkaum 3 Procent. Allein er hat es unt rlafsen, eine Lebensversicherung vorzukehren, unddie Seinen verfallen ins Elend, wenn er frühzeitig stirbt.

Das Absparen der Versicherungskosten fällt bei Weitem nicht so schwer, als esManchem scheint; es wird leichter, sobald nur erst der Anfang damit gemacht ist.

Wer da meint, er fei zu arm, um sein Leben zu versichern, mag nur bedenken, wieseinen Lieben diese Armuth noch weit drückender werden muß, sobald ihn der Tod anderen Unterstützung hindert.

Mit wöchentlicher Ersparniß von 5 Ngr. kann er seinen Kindern schon einige Hun-derte sichern. Er sollte nicht säumen, sich durch seine Versicherung das freudige Bewußtseingetroffener Fürsorge zu erkaufen!

Der Beamte wird wohl thun, sein Leben zu versichern. Er kann mit dem Ver-sicherungsschein Caulion machen und daneben seinen Angehörigen noch ein Kapital er-werben, das nach seinem Ableben der Ausbildung der Kinder und die Gründung einesneuen Erwerbszweiges ermöglicht.

Der Landwirth braucht, wenn er sein Leben versichert, seine Güter nicht zu zer-splittern. Er kann sie dem einen oder einigen seiner Kinder überweisen, die andern abermit der Versicherungssumme für ihren Erbthcil abfinden.

(Schluß folgt).

Miseellen.

In einem Eisenbahnwagen, in welchem sich sechs bis sieben Herren gesetzt hatten,begannen diese gleich nach der Abfahrt ihre Cigarren hervorzuziehen und nach Zündhölzchenzu suchen. Eben wollte einer der Herrn sich durch Reiben Feuer anzünden, als ei» ältererHerr ihn beim Arme nahm.Sachte, sachte." rief er,nehmen Sie sich i» Acht!"In Acht nehmen, weßhalb?Sehen Sie denn nicht hier meinen Sack? Er istvoller Schießpulvcr! Wenn er Feuer faßte, wären wir alle verloren!" Die jungenHerren erbleichten und warfen ihre Streichhölzchen zum Fenster hinaus. Keiner redeteein Wort. Auf der ersten Hallstelle riefen sie nach dem Schaffner.Was steht zuDiensten?"Hier dieser Herr führt einen Sack voll Schießpulver mit sich!"-Schießpulvcr?. Das ist gegen die Ordnung! Her mit dem Sack!"Geben Sie sichkeine Mühe, mein Herr, iu meinem Sacke finden Sie nur einige Wäsche. Diese Herrenwollten iu diesem Coups rauchen; da mir das nun zuwider ist, wollte ich, daß sie ihrerselbst willen auf das betäubende Vergnügen verzichteten, und es ist mir gelungen." Hiermitempfahl sich der Herr, der an seinem Wohnorie angekommen war.

Da hab ich schon wieder einen Zahn verloren!" sagte eine Frau zu ihrer ritter-lichen Ehehälfte.Der wird sich freuen, raß er mit deiner Zunge nicht mehr in einemLogis zu wohnen braucht," murmelte der nngalante Gemahl.

Druck, Ne'rlaa und Redaktion des literarischen Instituts von Vr. M. Huri!«*;