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Enden liefen an den Beinknochen bis an die Ferse fort, von wo sie sich aufwärts wandtenmit der Lage der Fuße; eine dieser Wurzeln bildete da, wo das Knie hätte sein sollen,eine leichte Krümmung, so daß die Form eine tauschende Aehnlichkeit mit einem mensch-lichen Gerippe annahm. — Da waren die Gräber; aber die Bewohner derselben warenverschwunden bis auf den kleinsten Knochen; da stand auch der Leichenräuber, der schul-dige Apfclbaum, auf frischer That ertappt. Die Beweise waren unumstößlich; die orga-nischen Substanzen, Fleisch und Bein von Roger Williams und Gattin waren in denApfclbaum übergegangen. Die Elemente waren durch die Wurzel aufgesogen, in Holz-fasern verwandelt und zur lachenden Frucht umgcschaffcn worden. Nager Williamskann als duftende Blüthe die Vorübergehenden entzücken, als saftiger Apfel den Gaumenerfreuen, als geschnitzter Pagode auf dem Kaminsims stehen oder als Prasselnder Holzklotzangenehme Wärme verbreiten. — Daher die nicht unberechtigte Frage: Wer hat NogerWilliams verspeist?
(Aus der „Amerikanischen Post" von Degen in New - Merk.)
(8tro prst 8lcr8 !crk.) Die Czcchcn Pflegen gewöhnlich um die Schwierig-keit ihrer Sprache und die Gelenkigkeit ihrer Zunge zu veranschaulichen, den vorstehendenSatz zu citircn und alle Nichtczcchcn herauszufordern, denselben richtig ausznsprcchcn,wenn sie es vermögen. Eine gleiche Schwierigkeit halte der StaatSanwalt und Verthei-diger in einer Gerichts-Verhandlung in Wien , wo ein gewisser Herr Prccirmrz sich alsBeschädigter im Gcrichtssaalc befand, dessen schwieriger Name von den Mitgliedern desRichter-Eollcgiums trotz aller Mühe nicht richtig ausgesprochen werden konnte. Natürlichgab's im Publikum jedesmal Gelächter, so oft dieser Name Prccirmrz und stets wiederunrichtig genannt wurde. Dies war besonders bei der VcrthcidigungSrcde der Fall. —Einigcmale wiederholte sich dies, da faßte endlich der gcängsligte Redner seinen Entschluß.„Herr Präsident," rief er in tragi-komischem Tone, „seit vier Stunden wende ich allemeine Kraft daran, den Namen dieses Zeugen auszusprcchcn; ich habe mich nun über-zeugt, cS ist unmöglich, und bitte den Gerichtshof, wenn ich von „diesem Zeugen"spreche, darunter — diesen Zeugen zu verstehen." Nochmals brach ein Lachsturm imPublikum aus, aber es war zum Letztenmale, das Mittel hatte Erfolg, — der Rednerkonnte nunmehr seine Rede ungestört beenden.
(Das Sprichwort: „Er ist auf den Hund gekommen.") Der im30jährigen Kriege so berühmte Graf von Wallenstcin soll zur Entstehung dieser sprich-wörtlichen Redensart die Veranlassung gegeben haben. Er studirtc auf dkr ehemaligenUniversität Altdorf (bei Erlangen ), und nahm an den lustigen Streichen der Studententhätigen Antheil. Gerade um diese Zeit wurde ein anderes Gefängniß (Carcer) erbaut.Der damalige Rcctor der Universität wünschte, daß es lange unbesetzt bleiben möchte —und machte daher bekannt, daß das Gefängniß nach Demjenigen benannt werden sollte,welcher zuerst als Gefangener dahin kommen würde. Das Gefühl der Schande solltealso von solcher Strafwürdigkcit abhalten. Aber der Erste, dem endlich doch nach län-gerer Zeit die Carcerstrafc zuerkannt wurde, war Wallenstein. Dieser wußte indessenRath, seinen Namen nicht zu brandmarken. Er nahm nämlich, als er eingesperrt werdensollte, einen Hund mit sich — und schob diesen vor sich zur Thüre hinein. Man lachteüber diesen Einfall- und der Carcer hieß von nun an „der Hund." — „Auf den Hundkommen" — hieß ursprünglich so viel, als „in den Carcer kommen." In der Folgebrauchte man die Redensart in einer ausgedehnten Bedeutung, und bezeichnete damit soviel, als „in schlechte Umstände gerathen." Bei den Studenten ist dieses eine gewöhnlicheRedensart, wenn sie sich in Geldverlegenheit befinden.
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