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stunde wurde freiwillig aus dem Leben gestrichen, zum Anzünden des „Stummels" warkeine Zeit; nicht Sturm noch Regen wurden beachtet, und wenn einmal der Bauherr-oder ein Anderer einen der Arbeiter ansprach, so erhielt er die verweisende Antwort:„Herr, man mot NümmcS bi dc Arbeit störe!" Als in unglaublich kurzer Zeit derGrund bis zu einer Tiefe von 30 Fuß ausgeworfen, mußten die Fleißigen fast mitGewalt von einem Eindringen in größere Tiefen abgehalten, zum Einstellen der Arbeitgezwungen werden und mit einem letzten wehmüthigen Blicke schieden sie von der Stelle.Der Brauer aber rieb sich schmunzelnd die Hände und wechselte mit seinem Nachbar, derdie Baustelle stündlich besucht und die Arbeit mit Interesse beobachtet hatte, ein Lächelndes vergnügtesten Einverständnisses. Was hatte die Arbeiter zu dem ungeheuren Fleißeangetrieben? Weßwcgcn lachten die Nachbarn so geheimnißvoll? Der Brauerei-Besitzerhatte in einem alten irdenen, von Salz zerfressenen Topf einen Pergamentstreifcn gelegt,auf dem in alterhümlicher Schrift die Worte standen: „Hierunder ligk vill Geld be-grawe, Und wer et fint, der soll ct hawe. Gedenke der Armen!" — hatte den Topfmit einem verwitterten Schieferstein zugedeckt und ihn drei Fuß tief in den auszuschach-tenden Baugrund vergraben.
Zur Frage über Ahnungen und Doppelgänger bringt ein medizinischesFachblatt „The Lanzct" aus London folgende Erzählung. In voriger Woche gabHerr Samuel W., einer der ersten Beamten der englischen Bank, Gesellschaft, mußte die-selbe aber wegen eines Fieberanfallcs schon frühzeitig auseinander gehen lasten. Erschickte zu seinem Arzte, den man nicht zu Hause traf. Frau W. setzte sich an das Bettihres Mannes, um den Arzt zu erwarten; doch als sie bemerkte, daß ihr Mann ruhigschlief, kämpfte sie auch nicht länger gegen die Müdigkeit an und nickte ein. Gegen dreiUhr hörte sie die Klingel ziehe», sprang aus dein Sessel auf, nahm ein Licht und gingin den Salon. Dort hoffte sie den Arzt eintreten zu sehen. Die Thüre öffnete sich,aber an Stelle des Arztes sah sie ihren zwölfjährigen Sohn Eduard eintreten, der sichim College bei Windsvr befindet. Er war leichenblaß und trug eine breite Binde umden Kopf. „Du erwartest den Doktor für Papa?" fragte er, die Mutter umarmend,„aber ihm ist wohl, ich dagegen bedarf eines Arztes, laß ihn schleunigst holen; dennder unselige im College versteht nichts." Die erschreckte Frau W. hatte noch die Kraft,zu klingeln; ihr Stubenmädchen eilte herbei und fand die Herrin mitten im Salon un-beweglich stehen, den Leuchter in der Hand. Die Stimme der Magd weckte Frau W.auf, welche sich an Alles deutlich erinnerte, und ausrief: „Meinem Sohne muß einUnglück Passirt sein!" Der lange erwartete Arzt kam und beruhigte die Dame überden ungefährlichen Zustand ihres Mannes. Als sie ihm dann ihre Bision erzählte,suchte er die Angst wohl zu beschwichtigen, aber mußte den Bitten der Mutter dochnachgeben, sie nach Windsor zu begleiten. Mit Tagesanbruch kamen sie beim Collegean, und auf die Frage nach dem Sohne antwortete man der Mutter, daß er in'sKrankenhaus gebracht fei. Er hatte beim Spiel im Garten eine bedeutende Verletzungan der Stirne davongetragen. Man hatte ihn verbunden, aber mit wenig Geschick, indeßwar die Wunde nicht lebensgefährlich.
(Die rechte AdresscI „Erlauben mir, mich vorzustellen, ich bin Agent derVichversichcrungs-Anstalt, und wollte —" Dame (ihn unterbrechend): „Da bitte ich,sich zu meinem Mann zu bemühen."
-Frage: Wer ist Bräutigam und Braut zugleich?
Antwort: 'zehzvauh ao umaz "aonvag.rziK wD
Druck, Verlag und Redaction des tNtcrarischcn Instituts von Dr. M. Hnulcr.