Ausgabe 
29 (7.2.1869) 6
 
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manche berühmte Name». Die Gesellschaft Jesu hatte von ihrer Gründung, in derersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts, bis auf unsere Zeit mehr als vierzigtausend Mit-glieder. Aus dieser Zahl stimmten der erwähnten Lehre nur einige wenige, und auchdiese nur insofern bei, daß sie die Behauptungen früherer, berühmter Lehrer einfach an-führten. Ein Einziger ging weiter als die Uebrigen. Es war dies der spanische JesuitMariana, ein Mann von großer Gelehrsamkeit und feurigem Temperament. Er wurdeberufen, die Erziehung des Jufanten von Spanien , Philipps ll. Sohn zu leiten, ver-stand sich aber nicht auf die Kunst, den Großen zu schmeicheln, sondern erzog den Prinzenin aller Strenge. Für diesen verfaßte er am Hofe des absolutesten Monarchen vonEuropa sein berühmtes Buch 1)6 K6A6 6t litZpsis in8titut!on6. Dieses Buch, das mitErlaubniß des Königs, der die Widmung desselben annahm, und mit Genehmigung derInquisition im Jahre 1599 zu Toledo erschien, enthält eine Hinweisung auf das angeb-liche Recht des Volkes. Darum wurde es gleich nach seinem Erscheinen durch die Jesuiten selbst ihrem General, Pater Claudius Aquaviva angezeigt und von ihm in den schärfstenAusdrücken mißbilligt. Am 6. Juli 1610 erließ Aquaviva ein Dekret, in welchem erunter der kündenden Kraft des heiligen Gehorsams und bei den schärfsten Strafen verbot,daß irgend ein Mitglied der Gesellschaft es sich beikommen lasse, zu behaupten, sei esöffentlich oder im Geheimen, sei es als Rathschlag, sei es als Lehre, und noch vielweniger durch Herausgabe irgend eines Buches, daß es wann immer gestattet sei, unterirgend welchem Vorwaudc der Tyrannei, Könige oder Fürsten zu tödten,oder an ihre PersonHand anzulegen. Im Jahre 1614 verbot derselbe OrdeuSgcneral den Ordens - Provinziellen,den Druck irgend eines Buches zu gestatten, in welchem vorn Tyrannenmord oder von derpäpstlichen Macht über die weltlichen Angelegenheiten der Monarchen die Rede sei."

Wir fügen diesem Citate nichts weiter bei. ES zeigt wie es hier steht, um dieobige Lüge zu constatircn.

Die zweite obenstehendc Behauptung ist nicht absolut und durchgängig wahr. Stattvieler Beweise genügt es, auf Luthers Behauptung zu verweisen, daß die Fürsten Räuberseien, und je größer der Fürst, desto größer sei der Räuber, (lchii.M ml !>pal. vom15. August 1521. kriiioipvm 6886, 6l no» uüquu piirt6 iatiouom 6886, uutnon, rillt vix P 088 ll)il 6 68t, 6vqu6 mujoreiu, c;uu Iilgjur I'i'ill66p8 liioriG, istsein Ausdruck.)

Wer übrigens über dieses Thema, in welchem die Bauernkriege eine große Rollespielten, mehr noch lesen will, dem empfehlen wir das kleine BüchleinAstrologie undReformation" von Dr. Johann Friedrich. München , Rieger'sche Buchhandlung 1864,woselbst die oben citirte Stelle S. 130 zu finden ist.

Wir sehen demnach hier, wie von Jesuitenfresscrn die Lüge als Mittel zum Zwecke ge-braucht wird, und das sind dieselben Leute, welche sagen, Grundsatz des Ordens derGesellschaft Jesu sei:Der Zweck heiligt die Mittel."

(Aus der Wiener K. Z. Nr. 47 v. I.)

Eierhan d el

England bezicht aus Frankreich, minder aus Belgien und Holland , kolossale Massenvon frischen Hühnereiern. Es gibt in Frankreich Exportgeschäfte, welche Tag für TagHunderte von Menschen nur mit Prüfung und Verpackung der Eier beschäftigen. Inden ersten fünf Monaten vorigen Jahres sind in England 196 Millionen Stück Eiereingeführt worden, davon im Monat Mai allein 56 Millionen Stück. Seit 1861nimmt die Eiercinfuhr immer größere Dimensionen an. Da der Eicrexport äußerstlukrativ ist, trotz den enormen Verlusten durch Ausfall der schlechten, bebrüictcn Eier, diekein gewissenhafter Händler verwendet, so har man auch schon rvr Jahren in Deutschland wiederholte Versuche gemacht, einen Theil davon in die Hand zu bekommen; dieselben