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dies wirklich so verhält, so würde für den nach dieser Methode Geheilten sich noch der tgroße Vortheil ergeben, daß das Tragen von Staarbrillen überflüssig erscheinen dürfte.
Es wäre im Interesse der leidenden Menschheit sehr zu wünschen, daß die interessanteEntdeckung des französischen Arztes durch deutsche Forschung bald vollkommeneBcstätignng finde. B. L.
* (Reinigung der Luft betreffend.) Bekanntlich hat die Vegetationgroßen Einfluß auf das Klima. Die Blätter der Pflanzen und Bäume saugen Stickstoff >ein und geben Sauerstoff von sich, weßhalb man mit Recht die Wälder als die „Lungendes Landes" bezeichnet. Nun gibt es aber einzelne Pflanzen, die auf die Lufrreinigungeine» besonders günstigen Einfluß üben. So empfiehlt sich die Anpflanzung der Sonnen-blume vorzugsweise für feuchte Gegenden, in welchen bekanntlich die meisten Krank-heiten herrschen, besonders die verschiedenen Arten von Fieber. In Berücksichtigung, daßdaö Klima eines Landes durch fleißigen Anbau wesentlich verändert wird, hatte der Vor-stand des amerikanischen astronomischen Observatoriums, welches in einer sumpfigen,siebcrrcichen Gegend liegt, dasselbe mit — Sonnenblumen umpflanzen lassen, welche in ^merkwürdiger Weise die schädlichen, in der Atmosphäre schwebenden Stoffe aufsaugen. — iSeitdem soll dort kein einziger Ficberanfall sich gezeigt haben. Sollte diese Mittheilungnicht in Bezug auf diejenigen unserer Gewässer, welche schädliche Dünste in die Luft sen-den, einiger Beachtung werth sein? Sollten nicht auch unsere strebsamen Gartenbau-Vereine-darauf bedacht sein, die Anpflanzung der Sonnenblume, welche bekanntlich eineeinträgliche Oelpflanze ist, für Gärten und um Häuser herum zu empfehlen, welche ausfeuchtem, sumpfigen Boden oder in der Nähe stehender Gewässer liegen? !
(Ein kluger Weife.) Der feine Streich der Karthager, welche sich bekanntlich !
so viel Land schenken ließen, als sie mit einer Kuhhaut umspannen konnten, dann diese ?
Kuhhaut in dünne Riemen schnitten, und sich dadurch ihr weites Stadtgebiet erschlichen,
hat in der deutschen Geschichte ein hübsches Seitenstück. Heinrich Wels, der Sohn des ,
alten Elhiko, Herzogs Wels, ließ sich von Kaiser Arnulph so viel Land um seine Stamm-burg Hohenschwangau zu Lehen versprechen, als er von Morgen bis Mittag mit demPfluge umziehen könne. Als der Kaiser zusagte, setzte er sich mit einem kleinen Pflugein der Hand zu Pferde und jagte davon, vorn Lech an den Plansec, an den Eibsce, umden Ammcrgau und Scharnitzer Wald gegen die Isar. Au verschiedenen Stellen hatteer frische Pferde aufstellen lassen, die er bestieg, so daß er binnen wenigen Stunden einungeheures Gebiet erlangte, und der Kaiser ließ es ihm.
Nun fühlt das Herz die LiebeDes Allgcist's wieder weh'n!
Nun bleiben alle StaatenÄn Kriegsbereitschaft steh'n!
Nun ist es grüner Friede!
Nun blüht es ringsumher!
And allen GotteSsegcuVerschlingt das Militär.
Druck, »erlag und Redaction deö Litcrarischen Instituts von l)r. M. Huttlcr.
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