oder Petroleum - Fabriken. Die Mittelmeerküste dieses Landes besteht großcntheilS ausKorallenbänkcn, die auf der Wafserseite leben und weiter wachsen, —- landeinwärts aberabsterben und austrocknen, so daß ein löcheriger Kalkfels übrig bleibt. In diesen Löchernsammelt sich als Produkt der Zersetzung der eingeschlossenen Polypen beständig Petroleum,das von den Anwohnern ausgeschöpft und nützlich verwendet wird. Sonach müßte jedeabsterbende Bank von Korallen, Muscheln, Krebstieren das Material zu öligen Produktenin sich enthalten, und ihre Bildung würde nur davon abhängen, daß die Umstände dafürgünstig sind, und namentlich höhere Wärme mitwirkt, wie man sie in den Urmeerenvorauszusetzen Ursache hat. Stand also, so denkt man sich jetzt die Sache, eine Weich»thierbank unter sehr hohem Wasserdrücke, so mußten die entstehenden Oele sogleich in dieKaltschalen der Thiere eingepreßt werden, und es entstand Asphaltkalk; in seichteren
Wassern konnte das Oel frei werden und sich an die Oberfläche des Masters erheben.Diese Schichten konnten sich also erschöpfen und bilden jetzt die zahlreichen Fälle von
Muschelkalkfelscn, in denen keine Spur von Kohlenwasserstoffen mehr anzutreffen ist. —Bei den großartigen Uebcrstürzungen, die früher auf der Erde stattgefunden haben, konn-ten aber auch weite Strecken lebender Weichthierbänkc von den Fluthen gleich unter festemMaterial begraben werden. Die aus ihnen entwickelten Gase und Ocie würden dann dieeingekellerten Borrüthe bilden, welche die natürlichen Quellen solcher Produkte speisen oderdurch die Hand des Menschen aus langer Haft befreit werden. Daß aber Erdöle durchbloße Verdunstung zu Asphalt werden können, davon liegen die Beweise an manchen
Stellen, so namentlich auf der Insel Trinidad, handgreiflich vor; es finden sich dort
alle Zwischenstufen mit einander vor, von der Naphtha, als dem reinsten Steinöl, biszum festen Asphalt.
Miseelle«.
Rozsa Sandor , der einstige Schrecken dcS Alföld, der zu lebenslänglichemKerker verurtheilt, von Sr. Majestät aber begnadigt wurde, hatte sich nach seiner Frci-werdung in Szcgedin niedergelassen. Jedermann glaubte damals, daß die ausgestandenelange Strafe ihn für die Zukunft gebessert haben werde. Doch man täuschte sich, wieaus einem Berichte eines Pester Blattes genugsam hervorgeht. Denn kaum war RozsaSandor in seine Heimath zurückgekehrt, als auch schon ein Postraub auf den andernfolgte, und die öffentliche Sicherheit so gefährdet wurde, daß die Regierung sich genöthigtsah, in der Person des Grafen Gedeon Raday einen k. Commistär zu entsenden, demes denn auch gelang, den Räubereien ein Ende zu machen und binnen zwei Monatendie Einziehung von 60 Individuen zu bewirken, welche der Theilnahme am SzcgedincrPostraube bccinzichtigt sind. Als Haupt und Leiter dieser Bande hat die Untersuchungkeinen Geringeren als Rozsa Sandor herausgestellt. Die Entdeckung geschah auf folgendeWeise: Es war dem Wachtposten bei der Theißbrücke aufgefallen, daß Rozsa Sandor jeden Abend mit zwei feurigen Rosten in's Banat hinüberfuhr und zwischen 5 und 6 UhrMorgens am andern Tage wieder zurückkehrte; außerdem hatten die Commistäre beieinem verdächtigen Individuum einen Revolver gefunden, den der Betreffende von RozsaSandor erhalten zu haben aussagte. Graf Raday ließ nun Rozsa Sandor zu sichrufen, um seinen Rath einzuholen, wie man die Hauptrüdelsführer in die Hand bekonunenkönne; die Regierung werde seine Mühe reichlich belohnen. Rozsa Sandor entschuldigtesich jedoch damit, er sei schon zu alt und gebrechlich, um einer solchen Mission sich unter-ziehen zu können. Da nun mittlerweile auch ein Arzt die Anzeige machte, daß RozsaSandor an einem Fuße eine, wahrscheinlich von einem Schusse herrührende Wunde habe,wurde Letzterer am Tage darauf verhaftet. Seitdem sitzt er im Gefängniß, spricht sehrwenig, raucht nicht, weist oft das Essen zurück und scheint geistesvcrwirrt. Dieser Tagetröstete ihn der Hajduk, er möge nicht so traurig sein, — er werde ja bald wieder frei