Ausgabe 
29 (13.6.1869) 24
 
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bemerkt Omen, daß die Physiognomien der Statuen und sehr gut skulptirten PorträtSvon Individuen, nclche zwischen der IV. und VlII. Dynastie des alten ägyptischen Reichesgelebt haben, darauf hinweisen, daß sie ihren Ursprung von einem östlichen oder nörd-chen und nicht von einem äthiopischen Stamme nehmen. Man kann ferner aus demvollständigen Mangel von Figuren der Einhufer, jPferd, Esel, in den zahlreichen undsorgfältigen Abbildungen des Alltagslebens den Schluß ziehen, daß die Einwanderungder Gründer der ägyptischen Zivilisation, wenn sie aus einem Lande gekommen sind, woEinhufer existirten, zu einer Zeit stattgefunden, wo die Zähmung dieser Vierfüßer nochnicht ausgeführt war. Die Einwanderung der arabischen Hirten gegen die Mitte der Periode desMittleren Reiches" von Marictle-Bey hat erst das Pferd und den Esel nach Aegypten cirgeführt, die sich in diesem fruchtbaren Lande schnell verbreitet haben. Das Pferd undder Wagen fehlen nach dieser Epoche niemals in den hieroglyphischen Fresken der Gräberund der Tempel. (Naturforscher.")

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Zur Verbesserung der Bienenweide.

Seit Jahren wird unendlich viel zur Hebung der Landwirthschaft gethan, insbcsan-dere durch Einführung neuer Pflanzen, und zwar mit dem größten Nutzen sowohl fürden Einzelnen, wie für ganze Völker und Länder. Ebenso könnte auch sehr viel zurHebung eines der edelsten Zweige der Landwirthschaft, der Bienenzucht, geschehen, beson-ders in sogenannten Honigarmen Gegenden, durch Verbesserung der Bienenweide. Ist esnicht betrübend, wenn man »st von Bienenzucht treibenden Landwirlhen hört:UnsereGegend eignet sich nicht für Bienenzucht! Sie ist zu Honigarm! Es wird zu wenigRaps, weißer Klee rc. gebaut; Heidekraut haben wir auch nicht in der Nähe; eben sowenig Linden, Akazien, Weiden und andere honigspcndende Pflanzen; wo sollen also daunsere Bienen den Honig hernehmen." Sie bedenken aber nicht, daß sie Bedeutendeszur Verbesserung der Bienenweide beitragen könnten, wenn sie nur bedenken, wollten:1) daß es eine Menge leerer Berge, Abhänge, Grabcnränder, Grenzen, Gartcnzäunc gibt,ohne die vielen leeren Stückchen Landes, wo so mancher Baum, Strauch, manche Pflanzeund Blume wachsen und gedeihen könnte, die ihre Honigqucllcn zur Blülhezcit unserenlieben Immen recht gern erschließen würde, wenn man sie nur anpflanzen wollte;2< daß die Biene die kleinste Blume sinket und daraus Honig saugt, die wir oft garnicht beachten; 3) daß die Biene größere Strecken, oft eine Viertels-Meile weit und nochweiter fliegt, um zu den Honigquellen zu gelangen. Wie bequem könnten wir es unsernLieblingen in dieser Beziehung machen! ^

In Oesterreich , wo zur Verbesserung der Bienenweide sehr mA lohenswcrthcs geleistetwird, sowohl von Bienenzüchter-Vereinen, als von Einzelnen, werden folgende Pflanzen,als Samen und Setzlinge, an VercinS - Mitglieder theils ^rutis vertheilt, theils gegenEinzahlung versendet: 1) der schwedische Bastardklee, Vrilolium ll>,I>i'i<Ium; 2) derInkarnatklee, Vrilolium incurnuluin; 3) der Riesenhvnigklee, Illeli!»!»« u>ti8siina;4) die Seradella, Ornitllopus «alivus; 5) die Phacelie, I'lluosliu lunnsstilolia;H) der Boretsch, korriAO oi'lieinulis; 7) die Garten-Reseda, lissscku ockoiala; 8) dieSandluzerne, üleciien^o msciig; 9) die Goldruthe, 8olickr>^o vir^nursn; 10) diesyrische Scidenpflanze, ^slepius s^rinsa; 11)Z,der Jungfcrnwcin, Vilis guingus-t'olium; 12) der moldauische Drachenkopf, vrasoosplinlum nwlcisvicnim; 13) dasgriechische Heu, IriAonsIIu tosnum xrsscum; 14) der Senf, Linnpi« n>p;ru st ulkn.Diese 14 Sorten sind fortwährend zu haben in Prag , Samen- und Pflanzenhandlungvon Ernst Bahlsen, große Karlsgasse Nro. Da ich nun in einer sogenannten

Honigarmen Gegend wohne und auch zur Verbesserung der Bienenweide etwas thunwollte, so ließ ich mir mehrere obcngenannre Sämereien aus einer renommirtcn Samen-Handlung schicken und baute dieselben an. Der schwedische Bastardklce, Iriloliun»