Aro. 25.
20. Juni 1869.
Kaiser Max von Mexiko.
Der Habrch rmd der HätLich als Geschäftsfreunde*)
Erstes Kapitel.
Dcr Haus Dsmps von Rippach und seine Rachliommeiischast,
Der Hans Dampf von Rippach. Von dem weiß im deutschen Land jeder Schul-knabe zu erzählen, daß er einmal ein berühmter Narr gewesen. In die Welt hat ersich schlecht gepaßt, wenigstens unter vernünftigen Leuten war für ihn kein Platz. Erwar eigentlich zu nicht viel zu brauchen als zur Plage für andere Menschenkinder. Niehat er ein wahres gescheites Wort gesagt, großen und kleinen Kindern unzählige Lügenaufgebunden, und wenn jemand eine verständige artige Rede gethan, so ist er mit einemdummen Spaß hinterdrein gekommen. Geschämt hat er sich in feinem ganzen Leben nureinmal als kleiner Knabe, und das sogleich vierzehn Tage hintereinander und nachhernicht wieder. Dabei hat er zu aller Zeit und in allen Stücken verkehrte Welt gespielt.Von dem was andere Leute thaten, that er immer das Gegentheil. Standen sie auf,so legte er sich ins Bett. Gingen sie in Hemdärmeln, so legte er den Mantel um undzog die Pelzmütze über die Ohren. Lachten sie, so weinte er sich die Augen roth. Warer gesund, so brauchte er den Doktor und ließ sich Arznei verschreiben; war er aberkrank, so aß er Pasteten und trank starken Wein dazu. Ein vernünftiger Mensch hatüber ihn nicht lachen, ein Narr sich über ihn nicht ärgern können. Er hat cS aber mitseiner Hausdampserci nicht weit gebracht und in seinem ganzen Leben hat er eigentlichnur eine einzige Geschciligkcit begangen. Denn ehe er nach seinem letzten schlechten Witzdie Augen schloß um nicht wieder aufzuwachen, hat er noch das Bekenntniß abgelegt, esgäbe in der Welt doch keine brodlosere Kunst als die Narrhcit.
Daö meldet die Geschichte vom Hans Dampf. Auch weiß jedermann: in Nippachist er geboren, da hat er gelebt und da ist er auch gestorben. Aber weiter hat est diegeschichtliche Forschung nicht gebracht. Kommst du nämlich nach Nippach selbst, begegnesteinem vor seiner Hausthür, fassest ihn beim Rockknopf und sprichst etwa zu ihm: „heguter Freund, könnt' ihr mir nicht sagen in welchem Haus da herum seiner Zeit weilandHerr Hans Dampf gewohnt hat und wo auf dem Gottesacker sein Lcichcnstein steht? inder ganzen Welt müßt ihr Nippachcr das doch am besten wissen und in Büchern hab'ich darüber nichts finden könne»," — so wird dich dcr vielleicht mit giftigen Augen an-sehen, und wenn du gut Glück hast, so hängt er dir auch ein paar uiigcbackenc Maul-schellen an, denn es ist nicht zu spaßen mit den Nippachern. Ist es doch auch nichterlaubt daß man um eines längst vermoderten Hasenfußes willen ihren guten Namen so
Als Probe statt einer Empfehlung, aus: Stadt- und Dorfgeschichten, für'sVolk erzählt von Josias Nordheim, Hamburg . Agentur des rauhen Hauses.