Miseellen.
Man schrieb der „N. Fr. Pr." aus Trieft, 30. Mai: Die in unserem Hafewankernde Nacht „Mäkrusfa"deS Vizckönigö von Aegyptcn bietet, wie kaum ein anderesObjekt, auf einem vcrhältnißmüßig kleinen Raume eine wirklich schenswcrthe Vereinigungorientalischer Pracht und abendländischer Industrie. In England um den Preis von400,000 Pfd. St. gebaut, soll diese Jacht unter allen ähnlichen Fahrzeugen an Prachtnur der andern Jacht nachstehen, welche der Vicekönig dem Sultan zum Geschenk gemachthat. Die „Makrussa" ist ein Raddampfer von etwa 400 Fuß Länge mit einer Maschinevon 800 Pferdckraft und 8 Armstrong-Kanonen; sie hat den Weg von Venedig nachTrieft in 3>/i Stunden zurückgelegt, so daß auf die Stunde die außerordentliche Geschwin-digkeit von über 16 Seemeilen kommt. Aus dem Hinterdeck befindet sich der sehr geräu-mige Speiscsaal, in Weiß und Gold gehalien. Ringsherum läuft ein breites Ruhebett,das, gleich den um den großen in der Mitte aufgestellten Mahagonitisch befindlichen Lehn-stählen, mit kostbarem, farbenprächtigem Tapetenstoffe überzogen ist. Fünf in der Län-genaxe deS Schiffes angebrachte Säulen von silberähnlichem Metalle stützen den Plafondund tragen je einen Kranz von Leuchtern mit tulpeuförmigeu Gläsern. Gleiche Leuchtersind an den Scitenwändcu in zahlreichen Gruppen abwechselnd zwischen den Fensterluckeni> und den auf Schildkrot - und Perlmuttcrgrund eingelegten Obststücken angebracht. Vor
i diesem Speiscsaal befindet sich ein grüumigeS StiegcnhauS, in welchem eine Doppcltreppe
unter Deck führt. Die einzelnen Stufen dieser, einen wahrhaft überraschenden Anblickgewährenden Treppe sind von starkem Milchkrhstalle mit hellblauer Zeichnung, verbundenj mit weißem, silberglänzendem Metalle, welches auch in schönen Arabesken das Geländer
>. bildet. Die Treppe mündet in einen reich dckorirten Raum, vor welchem Achter der
> EmpfangSsalon, gegen die Maschine zu die Schlafgcmächcr des VizckönigS liegen. In
letztere, welche für Fremde nicht zugänglich sind (es soll dieses Verbal auf unangenehmenz Erfahrungen beruhen), gelaugt man durch Thüren aus Spiegelglas und Ebenholz. Den
d beiden Sliegcnabsätzcn gegenüber befinden sich die mit kostbaren Vorhängen versehenen
! Eingänge zum EmpfangSsalon. Hier wiederholt sich im erhöhtem Grade die Pracht des-
SpeisesaalS; kunst- und wcrthvolle kreisrunde Mosaiktische wechseln mit prächtigen Otto-manen ab; die Wände sind ebenfalls mit Mosaikstückcn herrlicher Arbeit eingelegt. Denüberigcn Theil deS Schiffes bis zur Maschine und den Radkasten nehmen die Cabiucnj für das Gefolge und die Schiffsoffiziere ein; die vorderen Räume sind für die Mann-schaft (dermalen 387 Mann). Unter den gehißten Schiffsbootcn sticht insbesondere derfast blutrothe Gig deS VizckönigS, aus Mahagoniholz heraus.
^ Als Napoleon I. aus Elba entwichen war, verzeichnete der „Monsieur,"damals von Lonis XVIII. rcdigirt, das Vorrücke» deS Kaisers wie folgt: Der„Menschenfresser" ist entwischt, — der „corsischc Währwolf" ist in Frankreich gelandet,— der „Tiger" kommt, — das „Ungeheuer" hat in Grenoble übernachtet, — der„Tyranu" ist in Lyon eingetroffen, — der „Usurpator" zeigt sich in der Umgebung vonPariS, — „Bvuaparte" rückt vor, wird aber nie in Paris einziehen, — „Napoleon "wird morgen unter unsern Brustwehren stehen, — der „Kaiser " ist in Foutaineblcaueingetroffen, — und zuletzt „Se. Kaiserliche Majestät" zog am 21. März „in derMitte seiner getreuen Unterthanen" in den Tuilerien ein.
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