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erfordert die Cultur durchaus keim Arbeit. Ramie und China Gras werden, obwohlvon zwei verschiedenen Pflanzen stammend (der Ramie von Looliineria tonsoissim»und China-Gras von der Uoeiimeriu neviu) in kaufmänischer Sprache gemeinschaftlichmit China-Gras bezeichnet. Die Versendung sollte sich zunächst auf das Rohproduktbeschränken, da für die Reinigung ein kostspieliger chemischer Proceß nothwendig, fürden es bis jetzt an passenden Fabriken fehlt, doch wird binnen Kurzem mit dem Baueines solchen, speciell für diesen Zweck einzurichtenden größeren Fabrik-Gebäudes in Ncw-Orleans begonnen werden."
Miscellen.
(Eine Schwalbengeschichte.) Man schreibt aus Genf : Vor einigenTagen hatten wir hier ein für Zoologen höchst interessantes Schauspiel, welches wiedereinen Beitrag zu der Rechtfertigung der Ansicht liefert, daß es den Thieren auch anEombinationsgeist nicht fehlt. Unter dem Dache des Mctropolitanhotcls nisten einigeSchwalben. Das Weibchen eines solchen Schwalben-Paarcs halte sich mit den Füßen in«inen Zwirnfadcn verwickelt, der, zwischen einem Fenster eingeklemmt — ini Winde hin-«nd herspielte, und sich dem Thiere wie eine Schlange um das Bein gelegt halte. Alsdas Schwalbenwcibchen nun durch Zappeln sich vergebens aus seinen Banden zu befreiensuchte, kam das Männchen herbei, und Beide versuchten, aber umsonst, den Faden mitden Schnäbeln zu zerbeißen. Jetzt flog das Männchen fort, kehrte aber bald in Beglei-tung eines anderen Schwalben-Paares zurück. Die Thiere umkreisten die Gefangene zuverschiedenen Malen, setzten sich auf die Fensterbank und zwitscherten, als ob sie Kriegs-rath hielten. Plötzlich packten alle drei den Faden mit den Krallen, und die Flügelausstreckend, versuchten sie durch das Gewicht ihrer hängenden Körper das Band zu zer-reißen. Dies Alles geschah im Angesichts einer großen Anzahl Neugieriger, welche vom.Jardin Lnglais" aus dem Schauspiel zusah. Endlich eilte ein Kellner des genanntenHotels in das obere Stockwerk, und als dieser den Faden mit einer Schcere zerschnittenhatte, flogen die Schwalben noch mehrere Male vor chem Kopf des Befreiers hin undher. Vielleicht um sich bei ihm zu bedanken, vielleicht glaubten die Thiere auch in ihmden Fallensteller zu sehen und sagten ihm Grobheiten. „Undank ist der Welt s'ohn."Der Kellner behauptet wenigstens, eine der Schwalben habe ihm zornig in's Gesichtfliegen wollen.
Eine nobel gekleidete Dame begegnete auf der Straße einem Schusterjungen, derda schluchzte, daß ihn der Bock stieß. Von Mitleid bewegt, fragte sie den Knaben, wasihm denn geschehen sei, daß er so gar sehr weine?
Der Schusterjunge: Ja schn's — der Meister hat mich mit seinem Schnupf-lüchel über's G'sicht g'haut.
Die Dame: Sollte denn das Dir gar so wehe gethan haben?
Schusterjunge: O mein Gnä-Frau, wenn mein Meister so a fein's Tüchelhütt', wie Sie, so hätt's nix g'macht. Aber der schneuzt sich in die Hand.
Frage: Wer hat den tiefsten Keller?Antwort: -asmanhZ LZ(§
Druck, Verlag und Redaction des Literarischen Instituts von Dr. M. Huttlcr.