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Pa er Hyacinthe.
Ueber den ?. Hyacinthe finden wir in den „Hist.-Pol. Bl." folgende Notizen:„Bor ungefähr 25 Jahren trat ein achtzehnjähriger Jüngling in'S Seminar und kurzdarauf in den Orden der unbcschuhtcn Carmeliten. Hier lebte er eine lange Zeit, vonder Außenwelt unbeachtet und ungekannt, die Pflichten des OrdenSlcbcnS erfüllend. Vondieser Außenwelt selbst empfing er nichts als einige Bücher und spendete ihr dafür diebescheidenen Erstlingsarbciten seines Seelsorgcr-AmteS bis eines TageS — lange Jahrenachher — das Publicum von Paris , streng und gefährlich wie kein anderes, wenn cSgilt einen Ruf zu begründen, aus der Kirche trat und sagte: „Lacordaire hat einenNachfolger gefunden." Zum zweitenmale Male war in Pater Hyacinthe ein OrdcnSmannaufgetreten, der schon mit dem Mönchsgewande, daS ertrug, in den entschiedensten Gegen-satz mit allen Tendenzen seiner Zeit tretend, sein Talent fern von ihr in der Einsam-keit ausgebildet hatte und nun plötzlich, aber auf die Dauer, sich durch sein merkwürdi-ges Verständniß derselben, durch seine außerordentliche Beredsamkeit und die Gewalt sei-nes Geistes das Recht erwarb, seinen LandSlcuten und Mitbürgern die Wahrheit zu sagen— und von ihnen gehört zu werden. Der Vergleich mit dem großen Dominicaner konnteverderblich für ihn werden; allein ?. Hyacinthe bestand die Probe und mit den Jahrenwuchs sein Ruf . . . Gerade deshalb, weil unter seiner Kutte ein Herz schlägt, daS fürkeine der gerechtfertigten Anforderungen seiner Zeit gefühllos bleibt, hat er wie kein Andererdas Recht, ihr die bittere Wahrheit zu sagen. Die Freiheit, die Civilisation, die Phi-lanthropie sind ihm nicht leere Worte oder feindselige Begriffe, sondern heiliger Ernst.. . . Die schöne Definition, die Lacordaire vom Priester gab, indem er von ihm sagte:kort eomms lo ciinmnnt, vt tanllro comine unv mörv (stark wie der Diamant undzärtlich wie eine Mutter), suchte ?. Hyacinthe zur Wahrheit werden zu lasten. Nachsich-tig gegen den Irrthum und mild gegen die Schwachheit, überwältigt ihn der Anmuth nurdann, wenn er dem Unrecht begegnet, das im Namen der Wahrheit begangen wird, weiler die Drachensaat wohl kennt, die auS diesem traurigen Samen ersteht, und weiß, daßoft Blut und Thränen nicht hinreichen, um die Spur zu vertilgen, die sie zurückläßt." —In demselben Artikel heißt es von Montalembert : „Der junge Pmr, der damalskaum 21 Jahre alt vor der französischen Pairskammer mit seiner jungen Beredlsamkeitden Boden erkämpfte, auf welchem die Untcrrichtsfreiheit sich entfalten sollte, und derseit dieser Zeit immer in den ersten Reihen stand, wo cS gilt, Ehre, Freiheit, Rechtund Gewissen zu vertheidigen, hat zu früh den Kampfplatz verlassen müssen. Wenn auchseine alten Genossen und jungen Verehrer die Hoffnung für ihn noch nicht aufgegebenhaben, so überwiegt doch die Furcht, er möge von dem schweren Leiden nicht mehr voll-kommen genesen, das ihn noch in den besten Jahren befallen hat. Wenn seine Freundevom SchmerzenSlagcr wiederkehren, das ihn gefesselt hält, so erzählen sie bewundernd,wie der Schmerz nichts über ihn vermöge. Er vergißt sich selbst und alles, was ihnPersönlich berührt, um die Kraft, die er dem Leiden abringt, den großen Fragen zuzu-wenden, denen er sein Leben und alle Vorzüge seiner reichbegabtcn Natur mit einer Hingebunggeweiht hat, von deren Aufrichtigkeit und Treue die Geduld dcS Christen ein letztesZeugniß gibt."
Etwas über Menschenfresser.
Nur in wenig Ländern noch herrscht der schauerliche Gebrauch, daß ein Mensch denandcni aufzehrt, sei es, wenn er ihn als Feind besiegt und getödtct, sei eS, daß er ein-fach ein menschliches Wesen handwerksmäßig abschlachtet, um sich von dem Fleisch desGetödtctcn zu nähren. Mau hatte geglaubt, daß diese gräuliche Entartung dcS Mensche»,seit der Ansiedelung der Holländer in Südafrika, dort ganz verschwunden sei; ein eng-lischer Reisender, Namens Bswkcr, aber bestätigt in seinem Reisebericht, daß im