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ieauftragtc einen höhern Polizei-Beamten mit der Oberleitung des Verkehrs, bis derStreit vor den Gerichtshöfen zum Austcage gebracht sein wird."
* (Englische Sitten.) Ein eigenthümliches Volksfest, das noch aus demMittelotter stammt, wurde den 16. Anglist nach einem Zwiichenraum von zwölf Jahrenzum ersten Male wieder in Dunmay, einem Flecken in »er Grafschaft Ess-x, unterzahlreicher Betheiligung von Nah' und Fern abgelwtten. Den Hanpipunkt des Festesbildet nämlich die Ueberreichung geräucherter Su-m stiren l silttl;«'!» oh ttuaoii) an solcheEhepaare, die beschwören können, daß sie, „seir Jahr und Tag" vcrbeira'hct, währendihrer Ehe nicht ein einziges Mal mit einander geschmollt oocr ein böies Wsll gewechselthaben Der Hergang des idyllischen Festes ist lmz folgender: Anf einem großen Rasen-platze ist eine Bühne errichtet, deren Vorhang nach Äbsnielung einer Ouvcüure in dieHöhe geht und emen ergötzlichen Anblick stycn läßt Ein Richter Eoll"ginm in scharlach-rothen mit Hermelin besetzten Staatsrooen nno mit g-wall gen Allongen-Perüuen ange-than, sowie eine aus zwölf Personen best'hende Jn>y n-hmen mir oravi!ä,ischer Gebcrdeihre Sitze ein und bctto darauf erscheinen die vc,schie)cnen Ehepaare, wllchr sich um denPreis des Tages bewerben. Der präsidirende Nickiier uiuctwirfr o.e letzlcrn einem
längeren spaßyaslen Vc,hör und die Jury erkennt ihnen den P-e-s zn. In großer Pro-zession mit allem Mummenschanz des Mitielollcrs ausgestattet, werden hierauf die preis-gekrönten Ehepaare durch das Städtchen geführt, ihnen dann die gerämyerien Speckseitenfeierlich überreicht und das altmodische Fest schließe mit allerlei modernen BolkSspielen.
(Eine Frauenpredigt.) Eine alte Jungfer, Susanns B. Anthony, hielt imFrauen-Emancipatious-Club in New-Orleans folgenden Vortrag: „Die Männer sind Diebe.Woher haben sie das Geld? Gestohlen haben sie's den armen Arbeitern, die sie für sich.schwitzen lassen. Wir sollten uns nicht genireu und ihnen alles, was nur bekommen können,nehmen. Will eine Frau des Abends den Club besuchen, so brummt oet Mann, spricht wohlgar, es schicke sich nicht, Abends noch auszugehen. Wenn er aber mit seinen Cumpanentrinkt, schlechte Witze reiht und wer weiß noch was treibt, soll die Frau ruhig sein und denMund nicht ansthnn. Dieses Gebot wird nun allerdings nicht befolg!; es wäre auch Miami ,wenn es befolgt würde, denn dann wären wir ja weiter nichts als türkische Sklavinnen.„Dein Platz ist bei den Kindern", das sind gewöhnlich die Worte, mit denen ein Manneiner Frau klar machen will, daß sie verpflichtet ist, daS Hans zu hüten. Schon, aber wennder Platz der Frau bei den Kindern ist, so ist es doch der des Mannes auch. Gehören dieKinder dem Vater nicht so gut wie der Mutter? Hat die Mutter mit den Kindern nichtgenug Plage, loll sie die Sklavin ihrer Kinder sein? Kaun der Mann nitt eben so guteinmal zn Haufe sitzen, das „Baby" wiegen und sür dessen Bcönrinisse sorgen, wie tue Mutter,die es mit Schmerzen geboren hat, und die manchmal in einer Woche mehr Qual auszu-stehen hat, als der Mann zeitlebens? Diese Zustande müssen amhör'u, und die Bildung derDistrikts-Vereine ist der erste Schriit dazu. Hier mögen sich all' o-e Weiber, die mühselig undbeladen sind, einsenden und darüber berathen, wie die Männer zu lu kriegen sind. Doch zunächstmüssen nur Geld haben. Geld ist zu allen Dingen nothwendig, ab^r am alleruuenkbehrlichstenist es, wenn man einen Krieg sühren will. Wer müssen es bekommen, aus die e ne oder dieandere Weise. Mit dem bloßen Taschenvisitiren ist es nicht gethan, das wirst zu wenig ab-List und Schmeichelei sind die Waffen, die der Frau von der Natur verliehen sind, und derenmuß sie sich auch bedienen. Der Mann ist ein der Schmeichelei ungemein zugängliches Thier;schmeichelt ihm, verwirrt ihn, bestecht ihn durch Eure Liebkosungen, thut ihm Alles znGefallen, braucht alle Kniffe, die Euch Eure Schlauheit und Euer Witz eingeben, undverschafflEuch Geld, GeldI"
Druck, Verlag und Redaction des Literarischen Instituts von ttr. M. Huttler.