Ausgabe 
29 (12.9.1869) 37
 
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baues und der öffentlichen Gebäude ein Gegenstand der Untersuchung für die historischenKlaffen der Akademie der Wissenschaften und der historischen Vereine werden möchte, sehenuns aber zu der Bemerkung veranlaßt, daß, wenn sie aus jenem Werke entweder dieHilfsquellen schöpfen oder durch nähere Untersuchung seine geschichtlichen Angaben prüfenwollen, sie nach demselben in Deutschland vergeblich in den Staats-, Universitäts -, undStadtbibliotheken, so wie bei den Akademien der Künste und der Bauschulen nachfragenwerden, denn nur die Staatsbibliothek zu Berlin und Wien , so wie die Stadtbiblio-theken zu Augsburg und Leipzig allein besitzen in Deutschland dieses Werk.

Miseellen.

(Ein Beispiel amerikanischer Concurrenz.) Zum Beginn des heurigenFrühjahres hatte eine der zwei großen New-Aork-Boston Dampferlinien, um den größerenTheil des Verkehres an sich zu reißen, den Fahrpreis, welcher bisher bei beiden Com-pagnien sechs Dollars betrug, auf fünf herabgesetzt. Die andere und größere Compagnie,die nb'all niver lina," sah sich dadurch in ihrer Existenz bedroht, und begann nun einenKampf auf Leben und Tod mit ihrer Concurrcntin. Sie setzte sofort ihren Fahrpreisauf 4 DollarS herab; doch die Oppositionslinie gab nicht nach, sondern rcduzirte schoneine Woche darauf den Fahrpreis gar auf 3 Dollars. Beide Compagnien arbeitetennun natürlich schon mit großem Verluste; lange war das nicht auszuhalten, und sobeschloß denn dieball livor line^ sich die hartnäckige Concurrcntin um jeden Preisvom Halse zu schaffen. Sie beförderte von New-Hm'k nach Boston oder umgekehrt, umden für diese greife unglaublich billigen Preis von einem Dollar. Nach zweiMonaten war die Oppositionslinic ruinirt, und vorige Woche erhöhte die Siegerin ihrenFahrpreis wieder auf die früheren sechs Dollars ein Sieg, welcher ihr jedoch binnenzwei Monaten eine und eine halbe Million gekostet hatte. Das Großartigste in dieserBeziehung wurde aber im verflossenen Jahre im Kampfe der Albany-Ncw-Vork-Dampfcrgeleistet. Eine dieser beiden Compagnien hatte die andere herausgefordert, indem sie denFahrpreis von 3 auf 2Va Dollars ermäßigte. Die Angegriffene jedoch, welche übergroße Kapitalien verfügte, stieg gleich, um der Sache ein Ende zu machen, auf einenDollar herab. Die Oppositionslinic wollte dara»f noch nicht nachlassen und befördertefür einen halben Dollar, worauf das Unglaubliche geschah die große Albany-Abcndliuic nahm nun zu jeder Fahrt ein ganzes Musik-Chor an Bord,beförderte die Passagiere ganz umsonst und gab ihnen noch einsplendidesLupper^ dazu. Natürlich zahlte fortan Niemand mehr einen halbenDollar, so enorm billig dieses auch war, weil man anderseits ganz umsonst fahren, guteMusik hören und noch fein soupiren konnte. Die Oppositionslinie vermochte die Abend-Linie nicht mehr zu überbieten und ging in wenigen Wochen ein. Der letzteren kostetedie siebcnwöchentnchc Gratis-Beförderung mit Musik und Luppen eine Niesen - Summe,da sie außer den wirklichen Reisenden täglich noch viele Hunderte zu befördern hatte,welche die Gelegenheit benutzten und aus Jux die Fahrt mitmachten, so zwar, daß dieCompagnie in jener Zeit täglich drei ihrer kolossalen Flußdampfer hin und zurück laufenlassen mußte. Doch es war ein Radikal-Mittel, wodurch sie sich ein für allemal einerlästigen und ihre Dividenden schmälernden Conknrrentin entledigte. Aehnliche Kämpfebis aus's Messer finden auch häufig zwischen Eisenbahn-Compagnien statt.

(Hund und Adler.) Frunk, ein Insasse aus Ratschach in Obcr-Krain , fuhrnebst seinem Knechte in den nahen Berg um Spreu. Als sie eine Strecke Weges zurück-gelegt hatten, bemerkten sie im Abgrunde ein abgefallenes Rind liegen, welches schonmehrere Spuren vom Besuche der Naubthiere an sich trug. Als sie nun weiter fuhren,machte sie ein in der Nähe entstandenes Geräusch aufmerksam; da sie nun umsahen.