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erblickten sie auf einem Steine hockend einen Steinadler, der wahrscheinlich hier die frugaleMahlzeit verdauen wollte. Obgenannter Frunk hatte nichts Eiligeres zu thun, als seinPferd an einen Baum zu binden. Mit Steinen bewaffnet, nachdem der Knecht seineStellung auf der entgegengesetzten Seite genommen hatte, begannen sie von beiden Seitendas Raubthier zu attaquiren. Der Hund jedoch wurde desselben sogleich gewahr undlief darauf los, in welchem Momente sich der Felsenbcwohner in die Lüfte erhob. Alser aber des Hundes recht ansichtig wurde, ließ er sich auf ihn nieder; doch dieser konnteseinen Gegner gar nicht erwarten, — sondern sprang ihm entgegen, packte ihn beimSchnabel und jener den Hund mit den Krallen an der Brust. Nach kurzem Kampfeschien der Hochälpler die Lust zum weiteren Streite verloren zu haben, denn er schwangsich nebst seinem Gegner, der ihn festhielt, in die Luft. Ueber den nahe liegendenAlpcnsee fliegend, mochte ihm die Last, da sein Gegner ihn beim Schnabel noch immerfesthielt und so die freie Bewegung hemmte, denn doch zu schwer sein; — Beide sankenimmer niederer und endlich in den See. Dieses unwillkürliche Bad mochte Beide unan-genehm berührt haben, denn sie ließen sich los. Der Flügelmann wollte diese Gelegen-heit zur Flucht mittels Schwimmcns benutzen; allein der Verfolger bemerkte dieses undließ nicht lange auf sich warten. Es wäre wieder zu einer Seeschlacht gekommen, wennFrunk nicht mit allem Ernste seinem Hunde das Wciterverfolgen verboten hätte. DerAar, von dem Kampfe müde geworden, schwamm nun auch an's Ufer, um auszuruhenund sich zu trocknen. Diesen Moment benutzte Frunk, er warf seine Jacke schnell überihn und sprang auf die beiden Enden derselben. Nun war der Arme gefangen. MitHülfe des Knechtes wurden ihm die Füße gebunden und er wurde heim nach Natschachgeführt, wo er sich sehr wohl befindet. Dieser Adler mißt von einer bis zur anderenFlügelspitze 9 Fuß. Der Hund gehört zur größeren Gattung der Haushunde. Bemer-kenswerlh ist noch, daß Frunk vor einigen Jahren, als er noch als Gendarm in diesenGebirgen rekognoscirte, auf ähnliche Weise einen noch größeren Goldadler fing, welcherin das Eigenthum des Erzherzogs Albrecht überging.
Bei den letzten Avancements in der französischen Armee wurde ein Capitänder Garde zum Commandanten ernannt. Voller Freude eilt er nach Hause, um diefröhliche Botschaft seiner Frau mitzutheilen. Als das Töchterchen Beider die Nachrichthörte, begann es vor Freuden zu hüpfen und zu springen. „Deßhalb freust du dichdenn so sehr?" fragt die Mutter. „Nun," lautet die Antwort, „da Papa jetzt Com-mandant ist, wird es bei seinem Begräbniß Musik geben."
Ein Seitenstück zu dem
Was trage unser JüuchelchcrDie Finger doch voll Ringelcher,
So eitel wie die Mädelcher,
Nach vorn und hinne Scheitelcher,
Schlank sin se wie Streichhölzercher,
Un trage Nasequetschercher,
Uu Hütercher, wie Küwelcher,
Un glanzlakirte Stiwelcher,
Sie reite aach uff Gäulercher,
Un bawwe große Mäulercher,Grünschnawweliche Schnüuzercher,
Wenn manchmal aach kaa Kreuzercher,Mit vieruudzwanzig Jährercher,
Do haww'n se kaum noch Härercher,
Kaa Schätzercher. doch Glützercher,
So rund wie Zuckerplätzercher.
Sie rieche wie die Schickselcher,
Stets nach Pomade-Büchselcher,
Druck, Verlag und Redaction des
Frankfurter Schotcn-Liedche«.
Nach Sckwämmercher und Kämmercher,Uu Wachs, wie Weihnachtslämmercher,Sie schminke sich die BäckelcherUnd trage kurze RöckelcherOhu' Schößercher, die Oesercher!
Un enge, korze Hösercher.
So Hösercher, ihr Jüngelcher!
Sin ganz verflixte Dingelcher,
Die paffe nit zu Füßercher,
So groß, wie Goliath Riesercher.
So Hösercher, ihr Männercher!
Die paffe nit zu Beenercher,
Zu Wädelcher und Schinkelcher,
Wie haww'u die Distelfinkercher,
Ihr Himmel-Schwer nöthercher!
Euch lache aus die Mädercher,
Es halte sich die Leibercher,
Vor Lache selbst die Weibercher.
Literarischen Instituts von dir. M. Huttler.