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einer guten Ventilation mit weggeführt wird, ohne schädlich zu werden. Geschieht cS aberin großer Menge und geschieht eS bei etwas gehemmter Ventilation, so kommt es vor,daß sich unter jedenfalls gleichzeitigen noch andern nicht erforschten Einflüssen die gang-baren Grubenbaue von den verbrochenen aus innerhalb kurzer Zeit in ausgedehntem Maßemit schlagenden Wettern füllen, ohne daß man eine Ahnung davon hat. So scheint esauch hier der Fall gewesen zu sein. Am 1. August trat nach lange anhaltender Hitzeein Gewitter ein, welches, wie es gewöhnlich geschieht, so wahrscheinlich auch hier dieVentilation mehr oder weniger hemmte. Gleichzeitig wurde am 2. August früh einbesonderes niedriger Barometerstand beobachtet, welcher, wie man andern Orts mehrfachbemerkt hat, den Austritt von schlagenden Wettern aus den alten Bauen zu befördernscheint. Dazu mögen noch andere Umstände hierbei mitgewirkt haben; kurz, als die 327Mann ziemlich vor ihren Arbcitspunktcn angelangt waren, trat die Explosion der unver-muthcten Anhäufung von schlagenden Wettern ein. Die Heftigkeit des Schlages war der-artig, daß die Meisten durch das Hinanwerfen an die Wände, die Decke und den Fuß-boden zerschmettert, ja, buchstäblich zerfetzt wurden. Man fand sie häufig ohne Kopf,ohne Arm oder Beine, welche Theile weit fortgeschleudert waren; dabei wurden die Kleidersämmtlich vom Leibe gerissen und überzog sich dieser durch die hohe Hitze mit einer schwar-zen Kohlenkruste. Nur die weitest Entfernten erlagen der Erstickung durch den Nachschwa-den; die große Mehrzahl aber ward gänzlich verstümmelt und deßhalb völlig unkenntlichangetroffen, weil sie von der Explosion unmittelbar betroffen wurden. Diese war soheftig, daß ein 300 Schritt langes, etwa 4 Schritt weites Tunnclgewölbe zum Theilauseinandergcpreßt und die Zimmerung in den Strecken größtenteils zerstört wurde. InFolge dessen sind diese Strecken vieler Orts derartig zusammengebrochen, daß jetzt 130Mann mit ihrer Wiederausräumung beschäftigt sind und man gewiß noch verschiedeneWochen dabei zubringen muß. Unter den hereingebrochenen Stein« und Holzmassen la-gen nun die Leichen verstreut umher.
Der Hopfen-Markt in Nürnberg .
. * * Das eben erschienene Septcmberheft der Zeitschrift des landwirtschaftlichen
Vereins enthält folgende Schilderung über den Hopfenmarkt zu Nürnberg : Wennin den letzen zehn Jahren die Bicrsabrilation einen enormen Aufschwung erfuhr, so wares besonders der Hopfenbau, der seine große Verbreitung dieser Industrie zu verdankenhatte. Unter allen Hopfen produeirenden Ländern des ganzen Continents hat sich nunseit der Cultur des Hopfens kein Land in ähnlicher Weise verdient gemacht, als Bayern ,und in diesem Lande selbst keine andere Provinz, welche auf dieses Verdienst einen gleichen, Anspruch machen könnte, als Mittelfranken . Spalt, Altdorf, Hersbruck und Lauf sindwohl in der That die Stammorte, wo Hopfen zuerst gepflanzt und die Cultur diesesProduktes in einer Weise gepflegt wurde, die es nach und nach. Dank seiner vortheil-§ haften geeigneten Bodenbeschaffcnhcit, auf die Ausbildung und Vollkommenhcitsstufc brachte,
i welche dasselbe nun einnimmt. Aber auch manche andere Länder, besonders Böhmen ,
! Baden, Württemberg, Polen rc. haben den Hopfen seit zehn Jahren mit großem Eifer
s kultivirt, so daß um den Verschleiß desselben Besorgnisse rege wurden. Ohne Absatzkonnte diese umfassende Cultur, welche von der Verwerthung und dem Verschleiß abhängigwar, nicht betrieben werden, und es war hauptsächlich die alte Handelsstadt Nürnberg ,welche in dieser Beziehung der Pcoduction in vortrefflicher Weise entgegenkam. Schon> vor 50 Jahren war Nürnberg für das Ausland der Weltmarkt und die Bezugsquelle
^ des Hopfens; seine Handelsfirmen machten schon zu Anfang dieses Jahrhunderts größere
l Hopfensendnngcn nach überseeischen Plätzen. Seitdem jedoch Eisenbahnen, Dampfschiffe
und Verkehrswege bestehen, konnte sich der Hopfenhandel freier entfalten. Viele und be-deutende Handelsfirmen kamen nach Nürnberg , und der Verkehr ist einer der großartigsten