Ausgabe 
29 (31.10.1869) 44
 
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Eine Klosterhetze und das Hausrecht in England .

Vor 16 Jahren machten sich zu St. Benno, bei Asaph in der Grafschaft L: Esdie l' Jesuiten ansäßig. Sie bauten auf einem reizenden, das ganze Thal beherrschendenHüget ein großartiges Convcnt; weithin blickt es, einem Ritterschlosse ähnlich, überrag:von einer herrlichen gothischen Kirche; in ihm weilen mehr als 60 Konvcntualcn in ihremOrdcnSltcidc. Einer hochkirchlichcn Lady in der Thalticfe war das Entstehen dieses Con-vcntes ein Dorn im Äuge; Tag und Nacht ließ es ihr keine Ruhe; denn schon strömtendie Hochkirchlcr haufenweise hinauf zu den Predigten der Schwarzröckc. Mit geistigenWaffen wollte die Lady diese Feinde bekämpfen. Sie baut in der Thattiefe auf ihre Kosteneine großartige Kirche und stellt einen als Redner berühmten Pastor dazu an; diesesAlles sollte die Thalbewohncr vom Hinaufsteigen nach St. Benno abbringen. Doch wasgeschieht: ein Professor von Oxford wurde Convcrtit und trat in das Jcsuiten-Cvllegiumzu St. Bcuno. Da der Pastor im Thale und der Convcrtit zu Oxford Freunde gewesenwaren, so machte der Convcrtit seinem Freunde öfter einen Besuch; sie unterrcdeten sichgerade über Rcligionsgegcnständc. Die Tochter des Pastors, eine schöne 19 jährige Blon-dine war oft bei diesen llntcrrcdungcn, und wanderte in Folge dessen bald hinauf zu denPredigten in Si. Bcnno. Eines Tages nun erklärte die Tochter ihrem Vater allen Ern-stes, daß sie katholisch weiden wollee. Der Pastor stutzte anfangs, erklärte jedoch alsfreisinniger Engländer, daß er diesem ihren Vorhaben kein Hinderniß in den Weg legenwolle, daß sie das freie Bestimmungsrecht, den eigenen Verstand habe. Und wirklichlegte die Pastorstochtcr in St. Benno das katholische Glaubensbekenntnis; ab. Darübergcricth nun die fromme Hochkirchncr-Lady und die ganze hochgläubigc Umgebung inWuth; die Lady fanaiisirte das Volk und selbst den Bürgermeister derart, daß ein Haufenvon mehr als 2000 Menschen mit Brechstangen, Schaufeln, Pickeln, Waffen und Knittelnnach dem Hügel aufbrach, um St. Benno der Erde gleich z'u machen. Unter Jauchzenund Brüllen ging es mit dem Bürgermeister an der Spitze dem Convcnte zu DerPater Rektor, ein Engländer, sah die furchtbare Rotte herannahen. Ruhig ging er demHaufen bis an's geöffnete Thor entgegen. WaS wollen Sie hier? fragte er den Bürger-meister? Das Nest ausbrennen, zerstören, antwortete der Bürgermeister. Gut, erwi-derte der Rektor, Sie können es thun. Sie k.nncn aber auch die Strenge der englischenGesetze über das Hansrccht. Die Gemeinde wird, wenn Sie unser Convcnt zerstören,es auf ihre Kosten wieder ausbauen und uns schadlos halten müssen. Heilig ist dasEigenthum, heilig das Hansrccht! Nun thun Sie, was ihnen beliebt. Der Bürgermei-ster gebot dem Haufen Ruhe und erklärte ihm die Worte des Rektors. Der Mann hatReche, sprach er. Und ruhig, und ohne einen Stein zu verletzen, zog die Menge wiedurch ein Sturzbad abgekühlt von danncn. Solche Macht übt das einzige Wörtchen:Eigenthum, Hansrccht" in dem hochkirchlichen England aus. Ich habe dieses aus desR.Uors eigenem Munde. Noch steht St. Benuo unverletzt und die Patres wandern imschwarzen Habit ruhig im Convcnte umher. Was sagen denn unsere freisinnigen Kloster-stürmer zu Krakau, Prag, Berlin, Graz u s. f. dazu? (N. T. St.)

(Eiserne Stuben- und Schul-Ocfen.) Da in Deutschland sowohl wie inFrankreich von vielen Seiten behauptet worden war, daß die Heizung eiserner Zimmeröfendurch ausstrahlende Entwicklung von Kohlenoxydgas die Stubcnluft verpeste und so viel-fach Veranlassung zu tiefgreifenden schleichende» Gesundheitsstörungen biete, so ernanntedie Akademie der Wissenschaften zu Paris jüngst eine wissenschaftliche Kommission zur tech-nischen und experimentalen Untersuchung dieser für die öffentliche Gesundheitspflege sswichtigen Kohlcnoxydfrage. Diese Kommission veröffentlicht die Ergebnisse ihrer Unter-suchungen, die sich in folgenden Sätzen kurz zusammenfassen: 1) Im Allgemeinen leitenalle metallenen Heizapparate und gußeisernen Oefen und Ofenröhren ohne Ausnahme beim