Ausgabe 
29 (31.10.1869) 44
 
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Gebrauch bedeutende Mengen Kohlenoxyd auö dem Feuer in die Zimmerluft über. 2)Dieses Ncbcrleiten des giftigen Gases ist durchschnittlich weniger energisch bei Oefcn vonEisenblech und nicht zu dünnem Kcfselblech. Die Kommission hat ferner als neue Wahr-nehmung nachgewiesen: 3> daß die normal in der Lust enthaltene Kohlensauere (4 6Zehntausend-Velumcnthcilc), besonders aber die von unsern Lungen auögcathmetc und vonder Haut verdunstende Kohlensäure (in Schulzimmern und Hörsälen bei" D manch-mal sieben pro Mille der AthmungSluft betragend) bei Berührung mit rothglühendeneisernen Oefenivändcn ununterbrochen in Kohlenoxyd umgewandelt werde und das so ent-stehende geruchlose Kohlcnoxydgift sich der Athmungsluft beimenge. Auf Grund dieserBeobachtungen empfiehlt die Kommission der Akademie der Wissenschaften: man solle guß-eiserne Oefen im Innern mit feuerfesten Ziegeln ausfüttern und sie außen mit einemMantel von Eisenblech umgeben, der eine freie Cirkulation von Lust gestatte, die miteinem gut ziehenden Kamine in Verbindung stehe.

* (Ein Gott zu Vclociped!) Die Hindu's in der Umgebung von Bombayerwarten große Ereignisse. Ihr Gott Wischn », der nach alten Traditionen den Gläu-bigen auf feurigem Wagen erscheint, hat sich unserer gottlosen Zeit erbarmt und ist,wahrscheinlich um seine Verehrer vor der Pest der Civilisation zu behüten, wieder auf dieErde zurückgekehrt. Mehrere bei der Stadt Bombay wohnende Jndicr sahen nämlichbei verschiedenen Gelegenheiten eine Gestalt auf feurigen Rädern in dunkler Nacht um-herfahren und hatten natürlich nichts Eiligeres zu thun, als in den Staub zu fallen undzu warten, bis das höchste Wesen des Hindu dem irdischen Auge entrückt sei. Esunterliegt natürlich keinem Zweifel, daß der Mann auf deni feurigen Nade Wischn» inPerson gewesen sei, obgleich das ungläubige Christenvolk von Bombay eine ganz andere,aber vom höheren Standpunkte der Wischn»-Theologie gar nicht beachtcnswerthe Theorie,aufgestellt hat. In Bombay behauptet man nämlich, die neue Jncarnation des Wischnusei Niemand anders, als ein gewisser Herr Kamp, welcher das erste Velocipcd in Indieneingeführt hat, und da ihm die Sonne dort zu heiß ist, seine StrampelbcimUebungen bei finsterer Nacht anstellt.

I» der Kunstausstellung.

Schlaft ruhig fort, ihr alten Meister,

Um's edle Haupt den Lorbecrkranz,

Von all' den Jüngern, die hier prunken,Verdunkelt Keiner euren Glanz.

Gar viele schlichen unberufenSich ein in disscs Heiligthum;

D'rum nichtig, wie der EintagsfliegeVergänglich' Dasein, ist ihr Ruhm.

Viel Flachheit un'Viel Haschen nach' Viel Cult der na

Die Signatur dei

Ob auch an technischer VollendungManch' Werk von euch den neuern weicht.An genialer Kraft und TiefeBleibt ihr doch ewig unerreicht.

Ein Dutzend flücht'ger PinselstricheVon eurer kräfl'gen MeisterhandBeschäftigt mehr den Geist, als hundertModerne Bilder an der Wand.

Jdcenarmuth,

Effekt und Gunst,tcu Sinnlichkeit ist

neuen Kunst. lsttl- liiedtl.

Druck, Verlag und Redaction des Literarischen Instituts von 0r. M Huttler.