Ausgabe 
29 (7.11.1869) 45
 
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Protestantische Touristen bei Pins LL- *)

(Ein Vorfall jüngster Zeit.)

Eine Anzahl Preußischer Touristen, bestehend aus Predigern mit ihren Frauen,sowie aus Professoren und Künstlern, machte jüngst eine Reise in Italien , indem sie vondem ermäßigten Eiscnbahntarif Gebrauch machte, welcher den Preis einer sog.Rund-reise" um 45 pCt. vermindert und einem Billet 40 Tage Giltigkeit verschafft. DieseHerren baten bei ihrem Aufenthalt in Rom um eine Audienz beim heil. Vater und esward dieselbe ohne Anstand gewährt. Die Frage stellt sich ihnen nun hier, zu wissen,bis wie weit ihre persönliche Würde und Stellung es ihnen erlaubte, dem Ceremonie!zu gehorchen, welches vorschreibt, daß man vor seiner Heiligkeit niederknien und seinenFuß küsse. Der heil. Vater aber, von diesem Bedenken unterrichtet, sagte:Mögen siethun, was ihnen ihr Herz eingeben wird!"

Die Audienz fand statt. Die Reisenden traten ein und augenblicklich die ein-fache und doch so majestätische Haltung des Papstes, sein so reiner milder Blick, der sosympathetische Klang seiner Stimme Alles das ergreift sie so lebhaft, daß sie unwill-kürlich im hergebrachten Ceremonie! darinnen sind, ohne es zu wollen. Die größtenZndifferentisten, ja selbst die Feinde des Papstes gestehen: eine geheime Kraft geht- vondiesem Manne aus, etwas wie Kraft des Statthalters Christi. Mit Salbung sprach derhl. Vater zu den Versammelten von den Hoffnungen der Kirche und drückte seine Freudedarüber aus, Christen um sich zu sehen, welche trotz ihrer Uneinigkeitunter sich undmit ihm" dennoch seine Kinder seien. Darauf sagte er mit bewegter Stimme folgendeWorte:Ich will Euch den Segen des Statthalters Christi geben. Wenn ihr auch anden Stellvertreter Christi noch nicht glaubet, so werdet Ihr wenigstens den Segen einesVaters empfangen."

Das ist dieselbe hohe Gesinnung, welche den Papst zu den Vertretern deS Gesellen-vercins sagen ließ:Ich segne die Katholiken, daß sie im Glauben gestärkt werden! ichsegne die Protestanten, daß sie zu uns kommen!"

*) Aus denRhein . Volksblätteru."

(Indische Zeitungen.) In einer Rede, welche Garcin de Tofsi an der Schulefür lebende orientalische Sprachen zu Paris hielt, schilderte dieser Gelehrte, der so vielzur Kenntniß der Fortschritte des Indischen Kultur- und Literaturlcbcns beigetragen hat,wie das Hindostani anfängt, als Sprache der Gebildeten jenes Landes seine Herrschaftimmer mehr auszudehnen. Jenen Mittheilungen zufolge dürfte unzweifelhaft das'Hindostani binnen wenig Jahren eine der wichtigsten Sprachen des Ostens sein, mittelstder sich Millionen von Asiaten verständigen. Ein Beweis sür das kräftige Wiederaufblühender indischen Literatur liegt in dem überraschenden Stande des heutigen Zeitungswesens,von welchem wir eine Skizze folgen lasten wollen. Es erscheinen daselbst folgende Blätter:Das für Alle Nützliche."Was den Geist erweitert." (In Agra),DaS frischeBlumengewinde." (In Caronpur).Die besten Neuigkeiten." Eine Wochenschrift.Der Spiegel Indiens."Tageblatt für die Kenntniß des Wichtigsten."Beruhigung des Volkes" (erscheint halbmonatlich in Schahjchanpur)Das Licht derAugen." Eine Wochenschrift (in Bulandschar).Bekanntmachung ungewöhnlicherDinge." Eine Wochenschrift.Lawrence Gazette." Eine Wochenschrift.Zeitungvon Mirat." Eine Wochenschrift, welche Kritiken neuerer Hindostani -Werke enthält.Gesetzblatt von Agra" (Englisch).Panjabe " (in Lahoya). Eine von Studentender Medizin herausgegebene wissenschaftliche Zeitschrift.Zeitung von Oude" (in Lachuau),ein Blatt, welches vorwiegend nützliche Künste zu verbreiten sucht, aber auch Dichtungen«. s. w. veröffentlicht.Garten der Neuigkeiten." Eine Wochenschrift. (Ju Bombay).Der Kühler der Herzen." (In Shikarpur).Aufgang der Sonne." (Ja