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Karatschi ), erscheint zugleich Indisch und Persisch. — „Die Neuigkeiten der wahren Mor-genröthe." (In Madras). Eine freisinnige Wochenschrift. — Schließlich: „Das Panjabi-Magazin für Erziehung." (In Lahore ). Eine englische Monatsschrift. Wer diesebeträchtliche Anzahl von Blättern überblickt, muß zugestehen, daß ein Land, welches einederartige Tagespreise ausweisen kann, noch der größten Zukunft entgegengeht, und daß die„Wiege der Menschheit" mit ihrer uralten Literatur noch heute unter den Stätten derBildung einen hohen Rang einnimmt.
* Die Cultur der Ramie-Pflanze erregt in den Bereinigten Staa-ten beträchtliche Aufmerksamkeit. In New-Aork hat sich unter dem Namen „l'Iiokumiö LrocluoinA und 8uppl^ Oompan^" eine Gesellschaft gebildet, welche beabsichtigt,in der Nähe von New-Orlcans 2000 Morgen des besten, für Ramie-Cultur vorzüglichgeeigneten Alluvialbodens anzukaufen, so daß schon nächstes Frühjahr der Ertrag von4—500 Morgen an den Markt gebracht werden wird. Englische Fabrikanten haben,indem sie Ramie zur „Kette" benutzten, aus dieser Pflanzenfaser und Wolle neue undgeschmackvolle Webstoffe hergestellt; Proben davon wurden nach 8on kraneisco gesandtund daselbst für den Verkauf dieser Stoffe eine Agentur etablirt. Die Ramie-Pflanzeverspricht binnen kurzer Zeit ein gesuchter Stapelartikel zu werden.
* Die Seidenfabrikation in den Ver. Staaten. — Nähseide wird in denDer: Staaten an sehr vielen Orten fabricirt und das italienische und französische Fabri-kat ist fast gänzlich aus dem Markte verdrängt. Die Fabrikation der Bänder, Bortenund Besätze hat in den letzten zehn Jahren bedeutend zugenommen, so daß der europäischeFabrikant gegen eine große Concurrcnz zu kämpfen hat. Die von den zahlreichen ameri-kanischen Fabriken verwendete rohe Seide wird zollfrei von China und Japan importirt,geht jedoch zuerst über England , welches die zu zahlenden Preise feststellt, — welchemVerfahren wahrscheinlich durch die Pacisicbahn ein Ende gemacht werden wird, und eben-so darf man auch hoffen, daß die Seidenraupen - Cultur an der Küste des Stillen MeercSAmerika der Nothwendigkeit überheben wird, die Seide vom Orient zu importiern.
(Der richtige Gebrauch des Dampfkoch topfs.) Der Dampftopf ist in unserenKüchen eingeführt, aber noch nicht sein richtiger Gebrauch. Möchte es der folgenden neuenund einfachen Flcischzubereitungsmcthodc gelingen, sich Bahn zu brechen. Man legt diefrischen und die schon einmal abgekochten Knochen ziemlich stark zerhackt auf den Boden desnicht zu großen Dampftopfcs und auf dieselben das frische ungesalzene Stück Rindfleisch,gießt jedoch uur so viel Wasser mit dem üblichen Wurzclwerk und Gewürz dazu, daß derBoden des Topfes davon bedeckt ist (auf 5 Pfund Fleisch ist Schoppen Master nichtzu wenig, doch richtet sich das Quantum stets nach der Menge der Knochen und dem Raumdes Topfes). Hauptsache ist, daß das Wasser gar nicht in Berührung mit dem Fleischkommt, sondern dieses im eigenen Safte durch den Dampf gar wird. Die zweite Bedingungist sehr langsames Kochen, oder vielmehr Dämpfen, damit der Flcischsaft sich nicht verringere;bei richtiger Hitze muß sich derselbe noch um vermehrt haben und einen Extrakt liefern,welcher Suppe und Gemüse kräftig macht. Auch im Sommer hält sich dieser vermögeseiner Fettschichte lange Zeit gut, und es ist anzurathen, immer den erkalteten Extrakt zuder frischen Suppe zu verwenden, damit sie nicht im Wasser erst allein gekocht werden muß.Der Dampf, welcher das Fleisch binnen einer Stunde gar macht, vermag auch die Kraft-bestandtheile der Knochen so zu lösen, daß neben dem Vortheil des Wohlgeschmacks, welcherdem Fleisch erhalten bleibt, auch die Sparsamkeit bei dieser Bereitungsart ihre Rechnungfinden kann. Gelingen muß die Sachs, wenn man sich des starken Feuerns und des über-flüssigen Oeffncns des Topfes zu enthalten weiß und in der Quantität des Masters diegegebenen Vorschriften genau cinhält. _
Druck, L-rlag und Redaction des Lllerarisch » Instituts von Ur. M. Huttler.