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diesen Wink beachtet, wird die Aeolsharfe, mit Recht launenhaft genannt, fast jederzeitzum Spielen bringen. Die Septimenaccordc und vor Allem das Crescendo in schwellendenund wieder sinkenden Musikstrophcn sind unnachahmlich schön und dürften selbst demgeübtesten Geigenspieler ein kleines Studium werden. — Im Garten wählt man einenOrt wo' ganz freie Luftströmung herrscht. Hier kann man in eine Nische eine Art Lust»fang anbringen und würde die Harfe darin zugleich vor Regen geschützt sein. Fast allekünstlichen Decorationsstücke eines Parkes, als: Säulen, Ruinen, Grotten, Denkmäler,Statuen, Fontaineu, vor Allem aber Grotten, die starken Zug haben, lassen sich zurAnbringung einer Aeolsharfe benutzen.
Die gewöhnliche Sorte, für fast jedes Stubenfenster passend, hat eine Höhe von lU /2Fuß, ihre Breite ist 8 Zoll und die Weite des Luftfauges 4 Zoll. Das Gewicht einersolchen Harfe ist 6^/^, niit der Kiste 14 Pfund. Sie sind verfertigt von ausgewähltemHolze der Lerchentannc, welches durch langes Trocknen einen klingenden Ton angenommenund mahagoniähnlich polirt ist. Der Preis nebst Stimmschlüsscl und Verpackung istungefähr 4—5 Thlr.; von massiven Mahagoni mit hübscher Auslegearbcit natürlich etwastheurer. Die großen Harfen für Parks sind 5Vr Fuß hoch, mit Violoncelli-Saitenbezogen, ihr Tonumfang ist 7 Octaven, und ihre Baßtöne sind so ausgezeichnet schön,daß sie an das Herübcrhallen einer Kirchenorgel erinnern.
gelöst durch einen katholischen Orden.
Es kommt da eine kurze und schlichte Nachricht aus der „neuen Welt," daß inNew-dork Ncgcrschwcstcrn sich niedergelassen haben. Diese Nachricht ist aber von außer-ordentlicher Wichtigkeit. Sie zeigt, daß die katholische Kirche auch an die Ncgerfragegedacht und auch für sie die geeigneten Heilmittel gefunden hat.
Der ganze 5 jährige furchtbare Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten wurde wegender Negerfrage geführt. Der Norden hat gesiegt, die Neger wurden frei und sclbststän-dig; aber da fing ihr Elend und die allgemeine Rathlosigkeit erst an. Wohl wurden denNegern die gleichen staatsbürgerlichen Rechte mit den Weißen zuerkannt, aber die Achtungläßt sich durch Gesetze nicht erzwingen. Giftmischer, Räuber und Mörder werden inEuropa nicht so verachtet und gemieden, wie die Neger in Amerika . Vor dem Kriegehatten sie als Leibeigene wenigstens Brod bei ihren Herren; hernach aber hatten sie keineAchtung und kein Brod. Diese Verachtung ging so weit, daß selbst in den Kirchen, inwelchen sich doch Alle als Kinder desselben Gottes fühlen sollen, die Neger von ihren eige-nen Glaubensgenossen gar nicht zugelassen wurden, oder eigene streng abgeschlossene Stelleneinnehmen mußten. Da kommt die Nachricht: Negcrschwestern beschäftigen sich mit derErziehung von Ncgermädchcn. Was besagt diese Nachricht? Sehr viel: Die katholischeKirche nimmt auch Schwarze als Ordensschwestern an, stattet sie aus mit Achtung undWürde. Und was ist damit gewonnen? Unendlich viel. Die schwarzen Ordensschwesternwerden sich durch ihr frommes aufopferndes Leben und Wirken Achtung erzwingen. DieseAchtung wird auch auf die Zöglinge der Negerschwestcrn sich erstrecken und so in immerwettern Kreisen Platz greifen. Die Ächtung von der einen Seite wird Zutrauen, Selbst-und Ehrgefühl auf der andern Seite erzeugen, und so ist die Ncgerfrage, die, sozial sowichtig, unlösbar schien, auf dem Wege gelöst zu werden.
Diese Lösung haben nicht die Staatsgcsctze angebahnt, nicht Mcnschenwitz undPhilosophie, die so etwas nie und nimmer zu Stande bringen kann, weil sie nicht genü-gende Motive für Selbstaufopferung und Selbstentäußerung bietet —, noch viel wenigerdie Freiinaucr-Loge, sondern die katholische Kirche durch ihre Orden. Wann wird dochdie Welt einsehen, daß die katholische Kirche — und nur sie allein — das Heilenthält für alle sozialen Uebel, weil sie die wahre Gottcsanstalt auf Erden ist, und wann