Ein Bauer schoß dem Wolfe eine Kugel durch den Hinterleib; ein anderer trieb ihmwährend des Herumbalgens das Vordertheil einer Schuhahle, die er zufällig in der Taschehatte, in den Bauch. Wenn diese Verwundungen auch nicht sofort tödtlich waren, trugensie doch dazu bei, die Bestie zu schwächen, welche am andern Tage auf merkwürdige Weiseerlegt wurde. Man veranstaltete eine große Treibjagd. Die Bauern strömten von allenSeiten nach dem Versammlungsplatz in der Nähe des Waldes Sofki. Nicht weit vondemselben, inmitten der Bauernfelder, befindet sich ein kleines Dickicht, Dombrawa genannt.Um näher zu gehen, nahm eine Abtheilung Bauern, sich bückend unter den Kiefernhinkriechend, ihren Weg durch dasselbe. Plötzlich fühlte sich der eine Bauer, zufällig einsehr großer, starker Mann, von hinten am Pelze gepackt. Ohne eine Ahnung zu haben,daß es der Wolf ist, greift er mechanisch mit der Hand nach hinten und faßt die Bestiegerade im Genick. Zu gleicher Zeit sieht er die eine Vordertatze derselben an seiner Seite,faßt schnell auch diese, und nun überzeugt, es mit dem Wolfe zu thun zu haben, hälter denselben — sich mit dem Rücken an eine dicht danebenstchende Kiefer prcsiend — solange, bis die im ersten Schrecken davon gelaufenen Bauern herbeispringen und ihn mitBeilen todtschlagcn. Der erlegte Wolf war von ganz besonderer Größe und hellfarbig.Die in seinem Leibe steckende Schuhahle bewies, daß er derjenige war, welcher am Abendvorher so entsetzlich gewüthet hatte. — Der Bauer, welcher den Wolf hielt, ist nur leichtam Rücken verwundet. Kinder wurden nicht gebissen, da diese zur Zeit, als der Wolfin die Häuser eindrang, bereits auf ihren gewöhnlichen Plätzen — auf den großen Back-öfen — schliefen! Da man zu gleicher Zeit in der Nähe der oben erwähnten Dörfernoch mehrere Wölfe gesehen, so wurden bereits einige Jagden auf dieselben veranstaltet,allein bis jetzt ohne Erfolg. Nachdem man die Behörden von dem Ereigniß in Kenntnißgesetzt, trafen sofort der oberste Polizeibeamte, so wie verschiedene Doctoren des Kreiseshier ein. Sämmtliche Verwundete wurden in dem Bauernschulgebäude, oben neben derKirche untergebracht. Dort werden ihre Wunden von den Aerzten behandelt. Gegen dieTollkrankhcit nehmen sie die Mittel eines Wunderdoctors ein, der seither diese furchtbareKrankheit stets mit Erfolg curirt haben soll. Die in den Dörfern gebissenen Hunde undSchweine sind todtgeschofsen worden. Rindvieh und Pferde befinden sich in ärztlicherBehandlung. Von unseren verwundeten Vorwerkspferden mußte eins, als unheilbar undschrecklich verstümmelt, gleich am anderen Tage getödtet werden. Zwei andere, die amKopfe gebissen waren, crepirtcn gestern, ohne daß sich vorher entschiedene Zeichen derWuthkrankheit wahrnehmen ließen. — Die Bauern mußten bereits drei ihrer verwundetenPferde tödten, bei welchen alle Anzeichen der Tollheit hervortraten. — Unter der ganzenBevölkerung der Besitzung herrscht eine ungeheure Aufregung. Niemand will in jenerGegend, wo das Unglück geschah, auf das Feld oder in den Wald gehen, Niemand dasVieh weiden u. s. w. — Gebe Gott , daß es mit dem bereits vorhandenen Unglück seinBewenden hat und die armen verwundeten Menschen wieder gesund werden!"
„Helf Gott" und „wohl bekomm's!"
Wer hätte in seinem Leben noch nicht niesen müssen?
Ganz unerwartet überfällt es einen oft. Und dann ist alles Stemmen und Sträu-ben dagegen vergebens. War man vielleicht gerade in einem Gespräch mit Jemandemoegriffcn, wurde etwas Wichtiges erzählt, ein Urtheil gefällt, ein Beschluß gefaßt odereine Klage geäußert, und es sängt einer aus der Gesellschaft zu niesen an, dann sagtder Aberglaube: „Er hat es beniest," und meint damit, daß das dabei ausgesprocheneWort eine ganz besondere gute oder schlechte Bedeutung haben müsse. So geht es mitAllem, was zufällig, plötzlich und unerwartet eintritt in diesem Leben, es trägt etwasGeheimnißvollcs, Orakelhaftes an sich.
Was das Piesen aber eigentlich ist, und worin es seinen Grund hat, — dürste