Ausgabe 
29 (12.12.1869) 50
 
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1400, an den Spitzen 400 Meter von einander entfernt, erstreckt sich nach Norden zuconvergirend in das Meer, und gewährt so für Hunderte von Schiffen eine sichere Unter-kunft. Die Wassertiefe beträgt 10 Meter, das ganze Areal umfaßt 51 Hektaren; davonnehmen 4 gesonderte Bassins 15 Hektaren ein. Acht große Dampfbagger, von welchenjeder 1200 Kubikmeter täglich förderte, waren bei der Ausschachtung thätig. Die Hafen,dämme sind mittelst künstlicher Steinböcke aus Sand und hydraulischem Kalk hergestellt, vonwelcher Jeder 25,000 Kilogramm wiegt. ES waren 250,000 Kubikmeter solcher Böckezu legen. Im April 1867 war die Hälfte der Arbeit fertig. Der Schifffahrtsverkehrbelief sich damals schon anf 880 Fahrzeug pro Jahr.

Unter den Ansiedlungen auf der Kanalstrecke nimmt Jsmailia, welches ähnlich wiePort-Said nach Said Pascha , so nach Ismail benannt wurde den ersten Rang ein, eSist der Sitz der Vcrwaltungsbranchen der Kompagnie und ihrer Bureaux, des General-directorS, der Unternehmer, sowie eines viceköniglichen Bevollmächtigten. Von Port-Saidbis zu dieser Stadt wurde der Kanal, wenn er auch noch nicht die gehörige Tiefe hatteschon 1667 befahren. Das erste Fahrzeug, welches nach JSmailia gelangte, war einösterreichisches Schiff, zufällig des Namenskrimo". Man richtete einen regelmäßigenDienst zwischen Said und Suez ein, von Jsmailia bis zu letzterem Orte vorläufig aufdem Süßwasserkanal. Zum Schleppen der Lastkähne waren auf der Strecke des Seekanals6 Remorqueurc L 100 Pferdekraft thätig. Es konnten 1000 Tonnen täglich transportirtwerden.

Zwischen den Bittersten und Suez bot die felsige Beschaffenheit dcS Bodens beiChalouf erhebliche Schwierigkeiten dar. Zum Glück besteht die Bodenart überall sonstauS Sand und Thon; dort mußte man aber bedeutende Sprengungen vornehmen. VonSuez auS arbeiteten die Dampfbagger nach Norden zu den übrigen Unternehmen entgegenLetztgenannte Stadt ist seit Entstehung des Kanals von 3000 auf 15,000 Einwohnergestiegen. Die Füllung der Bittersten mit dem Wasser deS Mittelmeeres sollte nachBerechnung 10 Monate dauern, diejenige deS Timsah-SeeS hat deren 3 in Anspruchgenommen.

Die gesammte zu den Arbeiten zu Gebote stehende Dampfkraft betrug im Jahre1867 17,768 Pferdekraft bei einem monatlichen Kohlenverbrauch von 11,219 Tonnen.Hiervon fallen auf LorsI ot Imvellezs 13 061 Pferdekraft und 9890 Tonnen. DieZahl der Arbeiter auf der ganzen Strecke belief sich auf 13,000, bei einer Bevölkerungvon im Vanzcn 25,000 Menschen. An Maschinen zählte man zu jener Zeit u. A.78 meist große Dampfbagger von in Summe 2370 Pferdekraft 67 Gabaren (Dampfschiffezum Wegschaffen des Schuttes), 36 Seedampfschiffe zu gleichem Zweck, 18 Elevatcurs,SO Schalken mit Schuttkastcn, 20 Dampfkrahnen, 19 Excavateurs und 18 Locomotiven.

Im Ganzen werden die Kasten zu 385 Millionen Francs veranschlagt, so daß außerdem Anlage-Kapital b»n 200 Millionen und den nahezu 100 Millianen betragendenKompensationen der ägyptischen Regierung noch eine weitere Anleihe nöthig ist. Dagegenwerden der Gesellschaft durch Verkauf des Grundeigenthums längs des Kanals noch großeRevenuen erwachsen. Das Wady allein hat sie ini Jahre 1866 für 10 Millionen Francsveräußert. Bedeutende Kosten wird sich die Unterhaltung des Kanals noch bedingen,doch haben sich die gefürchteten Sandwehen bei dem Süßwasserkanal als nicht gefährlichgezeigt. Für die Rentabilität des Unternehmens wird es wichtig sein, daß kein zu hoherDurchgangszoll erhoben wird; nach dem Vertrage sollte derselben 10 Frcs. Per Tonnenicht übersteigen.

Abgesehen »on der Kultivirung der umliegenden Landstriche, welche im Gefolge deSBaueS bereit» begonnen ist, wird der Kanal sicher zur Hebung von Aegypteu viel beitragen.Seine allgemeine Bedeutung liegt aber darin, daß für alle Handelsartikel der Seewegnach Ost-Indien, dem östlichen Asien überhaupt und nach Australien um mehr als dieHälfte abgekürzt ist. Für lediglich den Personen- und Postverkehr hätte die Eisenbahn»on Alexandria nach Suez trotz ihrer Mangel auch künftighin ausgereicht; ein um js