Ausgabe 
29 (19.12.1869) 51
 
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schwimmt er schon seinem Ziele, dem fernen Süden, entgegen. Dort werden ihn dannsorgende deutsche Hände pflegen, und in wenig n Jahren sollen die deutschen Kii der inDenczuela eben so freudig den liebe» Christbaum umtanzcn, wie daheim bei uns imallen Valerlande.

(Der Mann im Monde.) Wcßhalb stellen die Rüpel imSommernachts-

Traum " bei ihrem Bühnenspicl vor dem Herzog den Mondschein als einen Mann miteiner Laterne, einem Hund und einem Dornbusch dar? Auch wird manchem Leser a»SShakespearc'sSturm" die Rede des Caliban an Steffano erinnerlich sein:Ich habedich im Monde gesehen, meine Gebieterin zeigte dich mir, deinen Hund und deinenBusch " Eine Abhandlung von Oskar Peschel in derAngsburger Ättgem Zeitung,"die sich über den Mann im Monde," das heißt über die Deutungen verbreitet, welchedie verschiedenen Völker den Figuren im Mondbilde geben, ertheilt den folgenden Auf- .s

schluß: Shakespeare spielt damit auf eine Sage an, die seine Zeitgenossen von ihrenAmmen einsogen, deren aber schon Alexander Neckam (geb 1>5k), der MilchbruderRichard Löwcnhcrz, gedenkt.Kennst du nicht," sagt er,die Geschichte von dem Bauernim Monde, der den Dornbusch trägt und auf den sich der Vers bezieht:

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Dieser Bauer ist nämlich ein Holzdieb, der zur Strafe für sein Vergehen in denMond verbannt ward, uud er rührt, stark umgewandelt, aus einer uralten nordischenSage her, welche Baring Gould in seinenMythen des Mittclaltcrs" erläutert hat:Mani, der Mond, stahl zwei Kinder von ihren Eltern und trug sie uui sich in denHimmel. Ihre Nanien waren Hinki und Bil. Sie hatten Wasser 'geschöpft von derQuelle Byrgir, im Schlauche Socgr, der an der Stange Simul hing, die sie auf ihrenSchultern trugen. Noch heutigen Tags sollen die schwedischen Baiicrn ihren Kindern dieMondflcckcn erklären, als wäre ein Knabe und ein Mädchen sichtbar, die einen EimerWasser zwischen sich tragen." In dieser germanischen Sage, die auch noch inSchweden ihre lebendigen Spuren hat, liegt der Kern zum dcuische» Mann im Blondeund zu dem englische» Märchen mit dem Hund, der Laterne und mit dem Dornbusch,welch' Letzterer das gestohlene Holz bedeuten soll.

* Die Anzeichen, daß der amerikanische Continent früher, vor Jahr-I^

lausenden, durch Menschen bewohnt wurde, die eine hohe Eu ltnr stufe,einnahmen, mehren sich von Tag zu Tag. So erhielt erst neulich wieder das General-Landamt in Washington die Vcrmcssungs-Berichte von fünf Städte-Bezirken am Gila-Flussc im südlichen Arizona im Ganzen 105,152 Acker Ägricullnr- und Weidelanddas offenbar Jahrhunderte lang in hoher Cultur gestanden haben muß und eine großeAnzahl Ruinen von ausgezeichneter und in manchen Fällen prachtvoller Arbeit ausweist,nebst Gerathen, HandweikSzeugen u. s. w. einer aiisgeslordenen, aber jedensaUs aus einervorangeschrittenen Cultur stehenden, Kunst und Gewerbe treibende» Rare. Unter dengrößten sind die sogenannten Casa-Grande-Ruincn, ungefähr zwei Meilen südwestlich vonden Ost- und Süd-Kanälen des Gila-Flusfes.

Friedrich der Große dekorirte einst einen Offizier.Ew Majestät," sagtedieser,nur auf dem Schlachtfelds kann ich einen Orden annehmen."Ah bah,"entgcgncte der König,sei er kein Narr und hänge er sich das Ding an; ich kann umSeinetwillen doch keinen Krieg anfangen!"

Druck, Verlag und Redaction des Litcrarlsckcn Instituts uen t-r. lil>. Hiitls.

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