Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

192

Ueber die Ahncnbildcr der Römer.

eli'am imilarentur. ^66. ^onecn, 6e Lonef. 1^. III. c. 28./^ili. ^ 7.) lind gaben auch wohl noch andre Nachrichten, (v. i^lii.,,^a.v. !l. 9. 1^. IV. ei. 1. v. 30.) Wie kann dieses bey

wächsernen Figuren geschehen seyn? Hingegen konnte alles dieses dengemalten Bildern beygesetzt werden."

Freylich; aber doch sollte ich meynen, eben sowohl auch den wäch-sernen Bildern. Denn warum hätten sie nicht ein kleines Postamenthaben können, auf welchem jene Nachrichten geschrieben waren? Istes bey großen Statuen denn anders? Wenn des Herrn Echcimcn-raths Art zu schließen gelten sollte, so würde man eine jede Statue,die irgend eine weilläuftigc Unterschrift gehabt, in ein «Acmäldc ver-wandeln müsscu. Ich kann mir nichts armscligcrs denken; cS wäredenn, was nun folgt.

Endlich, iwagiol!8 /i-c/a«. Sagt denn Plinius hier nicht mitden deutlichsten Worten, daß diese Bilder gemalt, nicht bossirt gc«wesen sind. Hicmit kommt eine Stelle des Iuvenal sehr genau,. übercin: (8-,t, Vlll, 1.)

8temmats hu!<I saciunt? izuicl proilett, ponliee, loogo8ar>gums cer>l'ori, ^ic/oL<?»e vl'lentlerv vultus»lajorumDie Altcrthumsforscher haben also des Plim'us Stelle entweder nichtrecht angesehen, oder, weil sie sich einmal die Idee von wächsernenBildern eingeprägt hatten, und die cnkaustische Malerei) lange Feitein Geheimniß gewesen, sie nicht recht verstehen können. Gleichwohlist die Beschreibung selbst sehr deutlich."

Kaum weiß ich, in welchem Tone ich mich hierüber ausdrückensoll. Unmöglich kann der Herr Gehcimcrath Rloy so unwissend seyn,als er hier erscheint, oder sich hier stellt? Freylich, wenn das Bey-wort pielas nichts anders hieße, noch heißen könnte, als was Hr.Rloy darunter versteht; so müßte man über die Sorglosigkeit derAusleger erstaunen, die cS so übersehen können. Aber so erstaune ichüber Herrn Rloy. Heißt denn inugero bloß malen? Heißt esdenn nicht auch bemalen, illumimren, mit Farben anstreichen? Hatdenn Herr Rloy nie gehört, daß die Alten nicht allein an ungebilde-ten Stein und Marmor, daß sie auch an gebildete malten? daß sieihre Statuen und GipSbildcr colorirtcn? Imagines, cerao inelae,brauchen also gar nicht WachSgcmälde zu seyn; sondern cS können garwohl plastische Gemälde aus Wachs, mit natürlichen Farben übermalt,gewestn seyn. Ist es möglich, daß Herr Aloy dieses nicht gewußthat? Lieber möchte ich hier an seiner liooa tllle zweifeln, als an sei-